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06.12.2006, 22:42
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Ritalin: Koks für Kinder
Umstrittenes Medikament gegen das Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndrom "Koks für Kinder" so warnte die Zeitschrift FOCUS vor dem Missbrauch des Amphetaminderivates Methylphenidat, bekannt als Ritalin ®. Mehr als 70.000 Kinder zwischen sechs und achtzehn Jahren nehmen in Deutschland das nicht ganz unumstrittene Medikament gegen das " Aufmerksamkeitsdefizit/ Hyperaktivitätssyndrom“ (ADHS) ein. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung will reagieren und die Verschreibungsbestimmungen verschärfen. In Amerika ist das "Kinderkoks" bereits ein großer Hit. Für drei bis 15... [mehr]
Quelle: Medical-news
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06.12.2006, 23:03
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Forenhexe
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Registriert seit: 07.02.2006
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hmm?
das ist mir neu...
ich habe bei den kindern, die das einnehmen,
eher das gegenteil beobachtet -
also körperliche symptome
aber keine abhängigkeit.
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07.12.2006, 00:45
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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ich habe jetzt auch schon etliche male gehört das eine starke abhängigkeit davon herscht
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13.12.2006, 12:49
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Zitat:
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Zitat von evma
ich habe jetzt auch schon etliche male gehört das eine starke abhängigkeit davon herscht
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Bei Abstetzen des Ritalin entstehen die gleichen Symptome wie bei Drogenentzug. Während die Kinder es einnehmen, stellen sich nur Wesensveränderungen ein, die ja auch gewünscht sind (finde ich auch nicht richtig, es gibt sanftere Methoden). Da es sich aber um chemisch erzeugte Wesensveränderungen handelt, kommt es nach dem Absetzen zu einem Entzugssyndrom.
LG
Nancy
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13.12.2006, 13:00
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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ich habe gerade heute mit den doc über das thema gesprochen,und er sagt auch eine starke wesensveränderung sowie abhängigkeit ist meist sicher .und nur beobachtete ausschleichung sollte man machen.
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14.12.2006, 15:19
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Forenhexe
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Registriert seit: 07.02.2006
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ich würde vorschlagen oder darum bitten micha eine stellungnahme dazu zu schreiben und zwar aus folgendem grund:
- meines bisherigen wissens nach gibt es keine abhängigkeitserscheinungen beim absetzen von ritalin.
deshalb wird es oft auch von heute auf morgen abgesetzt statt die dosis langsam zu veringern.
- eine sogenannte 'wesensveränderung' ist durch die gabe von ritalin ja gerade beabsichtigt
- ritalin selbst wird immer seltener verschrieben - dafür gibt es inzwischen kostengünstigere 'ersatzpräparate'
- ritalin o.ä. ist für einige kinder eine große chance.
es gibt viele medikamente und die wenigsten haben gar keine nebenwirkungen. gerade über die medikation bei epilepsie könnte ich eine menge negatives schreiben, was die (teilweise gravierenden) nebenwirkungen betrifft. die muss man aber leider manchmal in kauf nehmen.
ich bin kein verfechter für ritalin um jeden preis.
aber es gibt kinder und eltern, die auch darauf zumindest eine zeitlang angewiesen sind. was sollen die denken oder wie sollen die sich fühlen, wenn sie hier bei uns nur negative berichte und stellungnahmen dazu lesen?
manchmal (und sicher nicht so oft, wie es vergeben wird) ist ritalin eine gute chance für betroffene.
das darf bei unseren berichten nicht vergessen werden,
sonst verunsichern wir die betroffenen unnötig...
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23.01.2007, 14:51
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Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
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Registriert seit: 28.03.2005
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Ritalin - Fluch oder Segen?
Hallo,zusammen!
Besser spät als nie - hat ja reichlich gedauert, bis ich mich melde, aber die meisten wissen ja, warum.
Ritalin oder Methylphenidat (so heisst der Wirkstoff) ist das zur Zeit meist eingesetzte Medikament bei ADHS und ADS, sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen. Letztere profitieren endlich davon, daß dieses Krankheitsbild endlich anerkannt ist, da sie meist schon Jahre lang "durchtherapiert" wurden, ohne echte Erfolge zu haben.
Die Fragen, die dazu aufgetaucht sind, sind schwerwiegend und wichtig. Daher versuche ich mal, das aktuelle Quellenwissen auf eine Basis zu bringen.
Erste Hürde bei der Verordnung ist die korrekte Diagnose. Nur ein erfahrener Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin ist wirklich in der Lage, trotz der sehr hilfreichen Fragebögen, eine korrekte Diagnose zu stellen. Wo zieht man die Grenze zwischen dem "lebhaften Kind" und einem ADHS-Kranken? Manche Eltern sind da vielleicht ein wenig vorschnell, wenn sie mit dem wilden Nachwuchs nicht mehr fertig werden.
Die Gesamtverordnungszahlen nehmen tatsächlich zu; aber dies ist meiner Meinung nach weniger ein Ergebnis wahlloser Wunsch-Verschreibungen als vielmehr der gestiegenen Anzahl von Diagnosen, die jetzt erst, da immer mehr Ärzte sich das nötige Fachwissen aneignen konnten, gestellt werden können.
"Wesensveränderungen": ich habe bisher keine Quelle gefunden, die von echten Wesensveränderungen berichtet. Das eigentliche Wesen, sprich der Charakter der Kinder, ändert sich nicht. Ritalin macht aus keinem tierquälenden Raufbold plötzlich ein tierliebes Engelchen!
Die Wirkung bedingt nur eine Verhaltensänderung im Sinne einer Dämpfung. Die Flut an Signalen, die auf den Körper und das Gehirn einströmen, wird beim ADHS, laienhaft ausgedrückt, ungefiltert in Reaktionen umgesetzt. Methylphenidat sorgt dagegen dafür, daß hemmende Einflüsse von Neurotransmittern ausreichend stark zur Verarbeitung sind und sich so hemmend auf die Körperreaktion auswirken können. Das Ungleichgewicht der Neurotransmitter-Wirkungen wird so "normalisiert".
"Entzugserscheinungen": die oben beschriebene Normalisierung der Reaktionen wird nicht nur von den Eltern sondern gerade auch von den Kindern als große Erleichterung empfunden, da die Kinder diese Flut an zu verarbeitenden Eindrücken und Signalen als große Belastung schildern.
Da aber die Wirkung von Methylphenidat in der Regel keine dauerhafte Veränderung bewirkt, ist diese Belastung nach dem Absetzen, besonders nach einem abrupten Absetzen, für die Kindern wieder negativ spürbar. Daß diese Kinder dann nach dem Medikament "verlangen", das ihnen ein leichteres Leben ermöglicht hat, ist wohl nur zu verständlich.
Aber dies kann man nicht wirklich als "Sucht" oder "Entzugssymptome" bezeichnen.
Man stelle sich vor, wie viele Menschen mit Migräne dann als Süchtige bezeichnet werden müssten, da sie nicht auf die Medikamente verzichten wollen, die ihnen Schmerzen und Übelkeit nehmen oder diese verringern.
Wenn ich das so krass darstelle, ist das aber nur für den Bereich der normalen Dosierung von Methylphenidat gültig!
Leider kommt es auch zu "Auswüchsen" in den Therapieversuchen mancher Ärzte. Diese arbeiten mit "Hochdosistherapie" oder "Stosstherapie", die in ihren vollen Auswirkungen auf den Neurotransmitter-Haushalt des Körpers noch gar nicht erfasst sind. Hier versagt die übliche Studienlage zur Beurteilung. Möglicherweise kommt daher auch der Begriff "Kinderkoks", da hier weder eine Entzugssymptomatik, noch eine übermässige Dämpfung, ein "vollgedröhnt sein", ausgeschlossen werden kann.
Wie sagte schon Paracelsus:"Alles ist Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist."
Also, noch einmal zum Abschluss:
Ritalin/Methylphenidat ist ein hilfreiches Medikament ohne übermässige Nebenwirkungen (weniger als Aspirin!!!), das in den richtigen Händen, bei der richtigen Diagnose und in der richtigen Dosierung ein Segen für die Behandelten ist.
Begibt man sich ausserhalb dieses Rahmens, kann aus dem Segen auch ein Fluch werden.
In diesem Sinne
Euer micha
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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23.01.2007, 17:21
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Forenhexe
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Registriert seit: 07.02.2006
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lieber micha!
vielen dank für diese meines erachtens sehr hilfreichen informationen.
das ist sehr gut verständlich geschrieben
und kann hoffentlich für betroffene eine
kleine entscheidungshilfe sein.
danke dafür!
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23.01.2007, 18:26
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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lieber micha,ach von mir ein danke für deine auslegung.sie ist sehr gut verständlich geschrieben.danke
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