Wirbel um verbreitetes Diabetes-Medikament
Eine nun im renommierten "New England Journal of Medicine" publizierte Studie des US-Forschers Steve Nissen schlägt weltweit hohe Wellen: Nissen will in seiner Studie gezeigt haben, dass das vom Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) hergestellte und auch am europäischen Markt etablierte Diabetes-Medikament Avandia (Wirkstoff: Rosiglitazon) das Herzinfarkt-Risiko der Patienten steigert.
Konkret heißt es in der Publikation, dass die Wahrscheinlichkeit, einen Herzinfarkt zu erleiden, bei den mit Avandia behandelten Personen um 43 Prozent erhöht sei. Nissen und sein Team hatten 42 Untersuchungen über die Wirksamkeit des Präparats in ihre Studie miteinbezogen – insgesamt wurden die Daten von rund 28.000 nach dem Zufallsprinzip ausgewählten Probanden berücksichtigt.
Ein Muss: Ärztlichen Rat einholen!
GlaxoSmithKline selbst teilt auf seiner Website mit, dass man das Präparat nach wie vor für sicher halte, und rät Patienten nicht zum Absetzen von Avandia. Zumindest nicht, ohne zuvor mit dem betreuenden Arzt Rücksprache gehalten zu haben. Der betreffende Artikel im "New England Journal of Medicine" arbeite mit unzulänglichen Beweisen, heißt es seitens GSK.
Nach Veröffentlichung der Studie brachen die Aktien des britischen Pharmakonzerns im New Yorker Handel um rund sieben Prozent ein. Avandia wird von mehr als sechs Millionen Diabetikern weltweit eingenommen. Das vor acht Jahren eingeführte Medikament wird Patienten mit Typ-2-Diabetes verschrieben und hilft den Blutzucker zu kontrollieren.
Quellen: wirtschaftsblatt.at; faz.net; orf.at/Science; BBC News; Reuters Health; avandia.com
zum Studienbericht (englisch)