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  #1  
Alt 17.10.2007, 14:23
Benutzerbild von micha
micha micha ist offline
Teammitglied - Fachautor für Pharmazie
 
Registriert seit: 28.03.2005
Beiträge: 164
Lächeln Rufinamid - neuer Wirkstoff zur Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms

Unter dem Handelsnamen Inovelon ist seit Januar 2007 ein neuer Wirkstoff zur Behandlung des Lennox-Gastaut-Syndroms im Handel.
Das LGS ist eine seltene Epilepsieform, die bei Kindern zwischen 3 und 5 Jahren auftritt und bei ca. 75% bis ins Erwachsenenalter bleibt. Die Hauptsymptomatik besteht in einer Mischung verschiedener Anfallsformen, vor allem Sturzanfällen. Mit den bisherigen Antiepileptika ist die Erkrankung nur unzureichend therapierbar, auch bei Kombination verschiedener Wirkstoffe.

Rufinamid ist mit den bisherigen Antiepileptika chemisch nicht verwandt und hat einen neuen Wirkmechanismus, der in der Therapie der Epilepsie bisher noch nicht genutzt werden konnte (Einzelheiten auf Anfrage).
Die Studienergebnisse zur Zulassung lassen Hoffnung für die Betroffenen wachsen: bei ca. 35% der Behandelten trat eine Reduktion der Anfallshäufigkeit um etwa 50% ein, bei weiteren 20% der Behandelten traten sogar um 75% weniger Anfälle auf.
Die Nebenwirkungsrate ist relativ gering (vor allem verglichen mit anderen Antiepileptika), mögliche Wechselwirkungen bestehen vor allem mit Arzneimitteln zur Behandlung von Herzrhythmusstörungen und hormonellen Verhütungsmitteln ("Pille").

Rufinamid ist zugelassen als Zusatztherapie bei LGS für Patienten ab dem 4. Lebensjahr. Die Behandlung sollte durch einen erfahrenen Kinderarzt bzw. Neurologen erfolgen. Wie so häufig wird auch hier einschleichend begonnen; die Tagesdosis sollte in gleichen Portionen zu den Mahlzeiten eingenommen werden.

Quelle: "Medizinische Monatsschrift für Pharmazeuten", Ausgabe 10/2007

Bei weitergehenden Fragen stehe ich gern zur Verfügung.
LG micha
__________________
Es soll ein jeder nach seiner Fasson selig werden.
(Friedrich der Große)
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  #2  
Alt 08.11.2007, 13:01
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo Micha,

vielen Dank für diese Info.

Diese Woche hatte ich eine ausführliche Unterhaltung mit unserem Neuro, der in Erwägung zieht, meine Tochter teilweise umzustellen auf ein anderes Medikament. Allerdings möchte er nicht Rufinamid einsetzen, da sie trotz LGS keine Mischform der Epliepsie mehr zeigt, sondern nur noch Grand-Mal-Anfälle.

Er hat Zonisamid vorgeschlagen, ebenfalls ein neues Medikament, eigentlich vorgesehen gegen fokale und sekundär generalisierte Krampfanfälle. Zonisamid soll bereits gute Erfolge in Kombi-Therapie mit anderen Antikonvulsiva gezeigt haben.

Da Neu- und Umeinstellungen hier schon feste Krisen hervorgerufen haben, möchte ich Dich fragen, ob Du ausser den gängigen Informationen, die Neben- und Wechselwirkungen betreffen, zusätzliche Infos hast?

Vielen Dank vorab.


LG
Nancy
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