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  #1  
Alt 06.05.2006, 09:20
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Mindestlöhne für behinderte Menschen

Düsseldorf (kobinet) Alfonso Roman von "Mensch zuerst" fordert ein Ende der ungerechten Bezahlung für behinderte Menschen, die in Werkstätten für behinderte Menschen arbeiten und unterstützt die Forderung nach Mindestlöhnen für Werkstattbeschäftigte.

Tom Korb vom Club Behinderter und ihrer Freunde, dem CeBeeF Hessen hatte vor kurzem die Forderung erhoben, dass wer in Werkstätten für behinderte Menschen arbeitet, auch so viel Geld verdienen soll, dass es zum Leben ausreicht. Dieser Forderung schließt sich Alfonso Roman an: "Viele behinderte Menschen arbeiten fünf Tage in der Woche in einer Werkstatt. Dafür bekommen Sie dann zum Beispiel 211 Euro Lohn im Monat. Das finde ich ungerecht. Menschen mit Lernschwierigkeiten und anderen Behinderungen, die in Werkstätten arbeiten, müssen gerechte Löhne bekommen". Alfonso Roman will damit nicht die Werkstätten schlecht machen. Er sagt vielmehr: "Das ist eine Aufgabe für die Politik. Wer in einer Werkstatt für behinderte Menschen arbeitet, muss genug Geld verdienen können. So können Menschen mit Lernschwierigkeiten ein selbstbestimmtes Leben führen. Dann können sie selbst entscheiden, wofür sie ihr Geld ausgeben". omp
Quelle: rehacare
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  #2  
Alt 06.05.2006, 23:09
Jorinde Jorinde ist offline
Gast
 
Registriert seit: 13.09.2005
Beiträge: 42
Standard

Hallo,

Mindestlöhne müssen wirklich her! Es ist ein Unding, behinderte Menschen "am Tropf des Almosens" zu belassen.

Das hat auch etwas mit Ethik zu tun aus meiner Sicht. Die verheerenden Nachwirkungen für die Gesellschaft können an der früher gegangenen Wege im Bereich der Entwicklungshilfe gesehen werden. Erst seit hier ein Umdenken stattfindet, werden die Menschen der "armen Länder" anders wahr genommen - als Menschen eben.

So lange Behinderte "öffentliche Zuwendungen" bekommen, die nicht "verdientes Geld" sind, werden immer wieder Menschen mit dem Finger auf sie zeigen und auf den "Kostenfaktor für die Gesellschaft" hinweisen.

Integration funktioniert nur, wenn auch im Bereich der Entlohnung endlich umgedacht wird!

Das musste ich mir jetzt mal von der Seele schreiben - auch wenn das sehr aggressiv war ...

Jorinde
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  #3  
Alt 06.05.2006, 23:30
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

bei uns bekommen die behinderten im höchstfalle 95 euro im monat bei einer 5 tage woche.allerdings haben sie einen vollen rentenanspruch und ich kann für meine person jetzt nicht sagen was ich besser finde jetzt höhren lohn und daran die rente gemessen oder jetzt weniger und später die volle rente.
allerdings sollte es wirklich gegliedert werden zum beispiel leistungsbezogen wer voll arbeitet sollte mehr bekommen als nur jemand der im trainingsbereich ist.ich denke aber das es gerade in den werkstätten so ist das sie preiswert arbeit anbieten und zum teil deswegn auch nur diese hungerlöhne bezahlen können von anderen werkstätten habe ich gehört das sie zum teil sogar 400 euro und mehr erhalten
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  #4  
Alt 07.05.2006, 08:57
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Zitat:
Zitat von evma
bei uns bekommen die behinderten im höchstfalle 95 euro im monat bei einer 5 tage woche.allerdings haben sie einen vollen rentenanspruch und ich kann für meine person jetzt nicht sagen was ich besser finde jetzt höhren lohn und daran die rente gemessen oder jetzt weniger und später die volle rente.
allerdings sollte es wirklich gegliedert werden zum beispiel leistungsbezogen wer voll arbeitet sollte mehr bekommen als nur jemand der im trainingsbereich ist.ich denke aber das es gerade in den werkstätten so ist das sie preiswert arbeit anbieten und zum teil deswegn auch nur diese hungerlöhne bezahlen können von anderen werkstätten habe ich gehört das sie zum teil sogar 400 euro und mehr erhalten


Hallo Evma,

wenn ich richtig informiert bin, ist das mit dem Rentenanspruch völlig normal. Also nach meinem Kenntnisstand zahlen die Landschaftsverbände ja den Werkstätten etwas ... und das ist zeitlich begrenzt ... danach wird "ausgesteuert" ... also in die Rente "geschickt" ...

Da die Beschäftigung über 15 Wochenstunden beträgt, ist sie eh rentenversicherungspflichtig.

Nach der Mindestzahl der Rentenbeitragszahlung kann dann eine Erwerbsunfähigkeitsrente beantragt werden.

Somit brauchen die Landschaftsverbände nicht weiter in die finanzielle Pflicht genommen werden ...

Also das mit den Beiträgen zur Rentenversicherung ist kein Bonus - sondern Pflicht nach meinem Kenntnisstand.

Aber da sich Rentenhöhen am verdienten Geld orientieren, kann es sein, dass die schlechten Löhne auch zu besonders schlechten Renten (also der Grundsicherungsrente) führt. Allerdings bin ich mit der Thematik auch noch nicht besonders vertraut (bei uns ist es ja noch lange hin ...)

LG

Mary
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  #5  
Alt 07.05.2006, 11:39
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

nach auskunft die ich erhalten habe soll die rente höher sein.als ob ein normaler lohn gezahlt wurde.aber sicher war sich der sachbearbeiter auch nicht.
fakt ist das es zum teil sehr viel ist was von den behinderten an arbeit verlangt wird.zum beispiel björns gartengruppe.sie legen platten,fällen bäume spalten holz,machen sämtliche gartenarbeit,entrümplungen von wohnungen.pflicht ist das sie einen motorsägeschein machen träcker fahren können ,freischneider betätigen,mit anderen worten sie arbeiten wie ganz gesunde menschen zum teil sogar fleisiger.björn kann sich zum beispiel nicht vorne über bücken und etwas aufheben.als wir holz von der wegstatt gekauft haben 1qm 30€ gestappelt und ofenfertig musten sie alles aus kontainern aushollen zu anfang hat björn die schuppkarren beladen und als das holz zu weit unten war ein anderer .dafür hat er dann gestappelt. im baumarkt kostet zum beispiel 1qm ungestappelt 50€ und das meiste muß man nachsägen weil es zu groß ist.wir hatten 5qm von der werkstatt und mit vier mann hatten sie drei stunden zeit abzuladen und zu stappeln.wir haben nur immer wieder geschaut wie schnell das ging.
und wenn ich das alles berücksichtige ist es wirklich ein hungerlohn was sie erhalten,anderseits wenn sie mehr für das holz verlangen würden würde keiner mehr kaufen.dazu kommt das sie ab herbst ja auch ins holz gehen und die bäume schlagen also wirklich viel arbeit damit haben
mein traum das es irgendwann mal so weit ist das behinderte ein angemessenes arbeitsentgeld bekommen.
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  #6  
Alt 07.05.2006, 19:32
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard

Hallo,

die Löhne sind extrem niedrig für die behinderten Mitarbeiter in den Behindertenwerkstätten, die Renteneinzahlungen dagegen extrem hoch.

Der Grund:

Die behinderten Mitarbeiter haben das Recht, mit Vollendung des 38.Lebensjahres verrentet zu werden.

Die Löne sind zu niedrig meines Erachtens und von den hohen Renteneinzahlungen profitieren z.Bsp. Behinderte, die im Alter in Einrichtungen leben müssen, überhaupt nicht, da sie diesenfalls nur ein kleines Taschengeld erhalten, das Einkommen geht für die Unterkunft drauf.

LG
Nancy
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  #7  
Alt 07.05.2006, 21:32
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Hallöchen,

dabei gibt es auch andere Ansätze - leider sehr selten. Aber wenn ich es richtig im Kopf habe, dann werden die Charoi-Instrumente (Laiern in Witten / Ruhr z. B.) von Behinderten gebaut. Dort allerdings werden die meist Selenpflegebedürftigen in einem selbstbestimmten Leben unterstützt. Die Entlohnung ist so hoch, dass sie auch eine eigene Wohnung unterhalten können ...

LG

Mary
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