07.05.2006
Dresden (kobinet) Während Unterschriften gegen den Bau neuer Heime gesammelt werden, werden kräftig neue Heime gebaut und eingeweiht, so jetzt auch bei Dresden.
Wie die Dresdner Neueste Nachrichten berichten wurde nach einjähriger Bauzeit das Richtfest zu einer neuen Behinderten-Wohnstätte in Graupa gefeiert. Zum 31. August soll der Reginenhof fertig sein, wo dann 13 neue Plätze für Menschen mit verschiedenen Behinderungsgraden zur Verfügung stehen. Gemeinsam mit dem benachbarten Ottihof werden dann in Graupa insgesamt 31 junge behinderte Menschen im Alter von 18 bis 28 Jahren wohnen. Das besondere an den beiden Wohnstätten sei dem Bericht zufolge die "Lebensatmosphäre", die man in Graupa geschaffen habe. So könnten die Jugendlichen ihr Leben im Ort weitestgehend selber gestalten. Neben ihrer Arbeit als Industriemonteure und Töpfer sowie in einer Buchbinderei und einer Holzwerkstatt gestalteten die Bewohner auch ihre Freizeit weitestgehend selbst.
Der Neubau habe 636.000 Euro gekostet. 111.000 Euro seien davon aus Eigenmitteln, zum Beispiel privaten Zuwendungen, aufgebracht worden. 525.000 Euro habe der Freistaat Sachsen beigesteuert. Uwe Frevert von der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) könnte sich angesichts der Tatsache, dass immer neue Sonderwelten geschaffen werden, die Haare raufen. "Einerseits wird es enorm schwer gemacht, ambulante Strukturen aufzubauen und andererseits schießen die sogenannten 'Heime' immer mehr aus dem Boden, als ob wir nicht schon genug davon hätten", so der Vorstand der ISL. Behinderte Menschen wollten nicht in Sonderwelten leben, sondern in ganz normalen Wohnungen. Deshalb sei es wichtig, dass endlich ein Baustopp für den Bau neuer "Heime" verordnet werde. omp
Link zur Unterschriftensammlung für einen Baustopp neuer "Heime"
Quelle: Rehacare