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  #1  
Alt 29.05.2006, 18:23
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Flächendeckendes Angebot für Wachkomapatienten in Hessen

Kassel (kobinet) Auf die Pionierarbeit der vergangenen 15 Jahre bei der Versorgung sogenannter Wachkoma-Patienten hat heute in Kassel die Erste Beigeordnete des Landeswohlfahrtsverbandes Hessen (LWV), Evelin Schönhut-Keil, hingewiesen

"In Hessen gibt es für Wachkoma-Patienten inzwischen eine gut ausgebaute Versorgungskette. Stationäre Pflegeeinrichtungen mit adäquaten fachlichen Standards stehen in allen Regionen mit einer ausreichenden Platzzahl zur Verfügung. Durch die Zusammenarbeit zwischen Kranken- und Pflegekassen, dem LWV als überörtlichem Sozialhilfeträger und den Pflegeeinrichtungen hat sich die Versorgung dieser Menschen in Hessen spürbar verbessert", so Evelin Schönhut-Keil. Auch die früher häufig strittigen Fragen der Kostenübernahme seien inzwischen in weiten Teilen abgesteckt, sagte die stellvertretende LWV-Chefin, dennoch sei es eine vordringliche politische Aufgabe, einen von allen Beteiligten getragenen verbindlichen Rahmen für ein einheitliches Leistungsgeschehen in der Reha-Phase F (siehe Hintergrund) zu schaffen.

Unter dem Titel "Chancen und Perspektiven für hirnverletzte Menschen in Hessen" hatten der LWV und zwei Mitveranstalter zu einer Fachveranstaltung ins Kasseler Ständehaus eingeladen, an der rund 100 Betroffene und Angehörige sowie MitarbeiterInnen aus Pflegeeinrichtungen und Sozialdiensten teilnahmen. Der Fachtagung folgte ein Angehörigentreff, zu dem auch ein praktischer Teil zu Pflege und Therapie schädel-hirnverletzter Menschen gehörte.

Neben Schönhut-Keil hatten Bernd Lautenbach, Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Phase F Hessen sowie Armin Nentwig, Bundesvorsitzender der Schädel-Hirnpatienten in Not e. V. das Rehabilitationsrecht von Patienten im Koma und Wachkoma unterstrichen. Im vergangenen Jahr war der LWV Kostenträger für 540 Menschen, die in speziellen Pflegeheimen versorgt werden. Wegen der verbesserten notfall- und intensivmedizinischen Behandlung wächst die Zahl der Menschen konstant an, die eine schwere Schädel-Hirn-Verletzung überleben und anschließend in unterschiedlichen Reha-Phasen versorgt werden. Während in 2003 durchschnittlich 239 Menschen durch Leistungen des LWV versorgt wurden, wuchs die Zahl in 2004 auf 292. 2005 waren es 338 Personen.

Inzwischen würden die früher mitunter in Altenpflegeheimen untergebrachten Menschen durchgängig in spezialisierten Pflegeeinrichtungen versorgt, denen Schönhut-Keil professionelle Arbeit attestierte. Auch habe man dort auf die öffentliche Finanznot reagiert, einrichtungsinterne Ressourcen ausgelotet, Prozesse effektiver gestaltet und Angebote konzeptionell verändert. Die Pflegeeinrichtungen seien somit leistungsfähiger geworden und hätten die Qualität steigern können, sagte die Erste Beigeordnete. omp


Hintergrund - Wachkoma-Patienten

Durch einen Unfall mit Gewalteinwirkung, einen Tumor, einer Blutung oder einer Entzündung des Gehirns, auch durch einen Schlaganfall, kann es nach Informationen des LWV Hessen zu einer Störung der Verbindung vom Großhirn zum Hirnstamm ("Mittelhirn-Ebene") kommen. Die Betroffenen fallen in ein Wachkoma, auch "Apallisches Syndrom" genannt, bei dem elementare physische und psychische Funktionen außer Kraft gesetzt sind. Wie lange ein solches Wachkoma anhält, ist nicht absehbar. Die Erholungszeit (Remission) kann viele Wochen, Monate oder auch Jahre dauern. Inwieweit eine teilweise oder weitergehende Wiedereingliederung bis hin zur völligen Normalisierung gelingt, ist u. a. vom rechtzeitigen Einsetzen der Frührehabilitation (Phase B) unmittelbar im Anschluss an die Akutversorgung (Phase A) abhängig.

Für Patienten nach einem apallischen Syndrom kommen laut LWV die Reha-Phasen C - D in Frage, bei vorerst nicht positivem Verlauf benötigt der Patient im Wachkoma Pflegeleistungen der Phase F, mit der das Rehabilitationspotential erhalten werden soll.

Phase A - Akutversorgung
Phase B - Frührehabilitation
Phase C, D, E - Weiterführende Rehaphasen, Wiedereingliederung in häusliches Umfeld, Schule, Beruf
Phase F - medizinisch-aktivierende Behandlungspflege


Quelle: Rehacare
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  #2  
Alt 29.05.2006, 18:35
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

wachkomma ist eine belastung und gleichzeitig hoffnung für alle angehörige.ich kenne selbst einen fall da ist der mann zu hause wird von der geammten familie seit 14 jahren betreut.die stieftochter hat sogar extra den beruf der krankenschwester gelehrnt damit sie für ihren stiefvater da ist und so die mutter unterstützen kann.
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  #3  
Alt 29.05.2006, 18:40
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard re evma

Es ist vor Allem für pflegende Angehörige so belastend, da Niemand eine Diagnose stellen kann bzgl. der Dauer des Zustandes.

Die Pflege ist allerdings auch mit großen körperlichen Anstrengungen verbunden, da diese Patienten meist gar nicht in der Lage sind (z.B. beim An-und Ausziehen oder anderen alltäglichen Handlangungen) mitzuhelfen.

LG
Nancy
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