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Alt 04.06.2006, 22:39
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Die Zivilgesellschaft diskutiert

30.05.2006: Die Zivilgesellschaft diskutiert

Soziale (Un-)gleichungen

Gesellschafter-Projekt mit mehr als 30.000 Diskussionsbeiträgen eindrucksvoll gestartet - jetzt beginnt die zweite Phase


Nachdem in den vergangenen Jahren Staat, Wirtschaft und Medien die Diskussion um die Zukunft der Gesellschaft bestimmt haben, meldet sich seit März die Zivilgesellschaft eindrucksvoll zu Wort. Mehr als 30.000 Beiträge und Kommentare rund um die Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" wurden auf den Internetseiten "dieGesellschafter.de" bislang gesammelt. Hinter dem Projekt stehen die Aktion Mensch und zahlreiche Verbände und Organisationen - darunter die Wohlfahrtsverbände. Ziel des Projektes ist, der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, sich die Diskussion um die Zukunft der Gesellschaft wieder anzueignen. Jetzt hat die zweite Phase des Projektes begonnen. Ein neues Förderprogramm unterstützt im Rahmen des Projektes Initiativen für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft. Dazu gibt es eine neue Plakat- und Anzeigenkampagne sowie mehrere Wettbewerbe und ein Filmfestival.
In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?
"Nicht die Frage, in was für einer Gesellschaft Menschen leben müssen oder sollen, darf die Zukunft des Zusammenlebens bestimmen, sondern die Frage, in was für einer Gesellschaft sie gemeinsam leben wollen." - Mit diesem Perspektivwechsel löst das Projekt große Diskussionen aus. Die sehr gute Resonanz auf das Internetangebot http://diegesellschafter.de - mehr als 600.000 Besucher seit dem Projektstart - zeigt: Es gibt ein großes Bedürfnis in der Bevölkerung, sich öffentlich über sozialpolitische Themen auszutauschen. Die bis jetzt gesammelten mehr als 30.000 Beiträge und Kommentare beantworten zum einen die Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" mit poetischen, utopischen, politischen und sozialen Visionen; zum anderen wird in 18 Themenforen kontrovers über politische Konzepte und gesellschaftliche Werte gestritten. Besonders heftig diskutiert wird im Forum "Zuwanderung & Zusammenleben" mit allein über 2.000 Beiträgen. "In diesem Forum spiegeln sich idealtypisch die politisch und medial ausgetragenen Differenzen in der Gesellschaft", erklärt Heike Zirden, Leiterin des Projektes bei der Aktion Mensch. Ausgedruckt ergäben alle 30.000 Beiträge und Kommentare einen Text von mehr als 7.000 Buchseiten. Auszüge aus den Diskussionen werden ab Herbst publiziert und an Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft übergeben.
Ehrenamt mit 10 Millionen Euro fördern
Die zweite Phase des Gesellschafter-Projektes stellt heraus, dass die Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" auch praktische Antworten der Zivilgesellschaft braucht. Deshalb unterstützt die Aktion Mensch im Rahmen des Projektes neue Initiativen für mehr Gerechtigkeit in der Gesellschaft mit bis zu 4.000 Euro. "Wir fördern Vorhaben, die von ehrenamtlichen und freiwilligen Mitarbeitern getragen werden oder zum Ziel haben, neue Freiwillige zu gewinnen," so Dieter Gutschick, Geschäftsführer der Aktion Mensch. Insgesamt stehen dafür in diesem Jahr 10 Millionen Euro zur Verfügung. Der Zugang zu den Mitteln ist unbürokratisch: Die Anträge können unter http://diegesellschafter.de/aktion/foerderprogramm/ online ausgefüllt werden. Für Menschen, die sich engagieren möchten, ohne gleich ein eigenes Projekt zu starten, steht unter dieGesellschafter.de eine Datenbank mit über 1.500 Adressen bereit. Sie dient als "schwarzes Brett", um Projekte und Interessenten zusammenzubringen und wird kontinuierlich ausgebaut.
Herkunft = Zukunft?
Wie das Meinungsforschungsinstitut Forsa ermittelte, ist jedem fünften Bundesbürger die mit dem Gesellschafter-Projekt verbundene Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?" in den letzten Wochen auf Plakaten, in Anzeigen oder in Fernsehspots aufgefallen. Eine neue Plakatserie sensibilisiert für sozialpolitische Themen mit Hilfe von Gleichungen wie "Herkunft = Zukunft?". Fluchtpunkt dieser Fragen, für die jeweils ein Wohlfahrtsverband mit als Absender zeichnet, ist wiederum die Frage "In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?". Gemeinsam mit Wohlfahrtsverbänden, Eltern-, Sozial- und Selbsthilfeorganisationen sowie Nicht-Regierungsorganisationen (NGOs) wird es in den kommenden Monaten weitere Aktionen geben.
Zum Beispiel suchen zwei Literaturwettbewerbe Kurzgeschichten bzw. Erzählungen zu den Themen "Utopia. Die Gesellschaft von Morgen" und "Ungewöhnliche Freundschaftsgeschichten". "Echt arm?" fragt ein Wettbewerb zum Tabuthema Armut und fordert dazu auf, persönliche Perspektiven auf das Thema Armut darzustellen. Außerdem beginnen ab Herbst in über 70 Städten bundesweit drei Filmfestivals zu den Themen Arbeit, Wirtschaft und Globalisierung.

Weitere Informationen im Internet:

Projektplattform
dieGesellschafter.de


Quelle: Aktion Mensch
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