Ärztestreik: Arbeitgeber lehnen neue Verhandlungen ab
Hannover (ddp). Im Tarifstreit der Uniklinik-Ärzte lehnt die Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) eine Fortsetzung der Verhandlungen weiter ab. Der TdL-Vorsitzende, Niedersachsens Finanzminister Hartmut Möllring (CDU), schlug am Dienstag ein Gesprächsangebot der Ärztegewerkschaft Marburger Bund aus. «Nach derzeitigem Stand gibt es wahrscheinlich keine neuen Tarifverhandlungen», sagte Möllrings Sprecher der Nachrichtenagentur ddp in Hannover. Die Entscheidung sei jedoch noch nicht endgültig, betonte der Sprecher. Innerhalb der TdL bestehe noch «Klärungsbedarf». Möllring wolle sich noch einmal mit den übrigen Finanzministern abstimmen. Bislang habe der TdL-Vorsitzende sich nur mit seinen beiden Stellvertretern im Vorstand der Tarifgemeinschaft beraten. Ärztegewerkschafts-Chef Frank-Ulrich Montgomery hatte Möllring am Montag in einem Telefongespräch zur Fortsetzung der Tarifverhandlungen aufgefordert. Die TdL dringt bislang auf eine Übernahme des mit der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di vereinbarten Abschlusses, gibt einzelnen Bundesländern aber die Möglichkeit zu übertariflichen Regelungen. Vor allem die finanzstarken Länder Bayern und Baden-Württemberg, die mit ihren zahlreichen Unikliniken am meisten unter den Ärztestreiks leiden, setzten sich weiter für eine schnelle Einigung ein. Nachdem Bayern den Klinikärzten bereits ein um rund 20 Prozent besseres Angebot gemacht hatte, wollte am Dienstag auch Baden-Württembergs Finanzminister Gerhard Stratthaus (CDU) erneut Gespräche mit dem Marburger Bund führen.
Quelle: Net-Doctor
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