Kanzlerin: Ältere müssen für ihre Gesundheit zahlen
Kanzlerin: Ältere müssen für ihre Gesundheit zahlen
Hamburg (ddp). In einer «alternden Gesellschaft» mit höherer Lebenserwartung müssen die Menschen nach Ansicht von CDU-Chefin Angela Merkel für ihre Gesundheit selbst tiefer in die Tasche greifen. Wenn die Menschen älter würden, seien steigende Kosten für das Gesundheitssystem die Folge, sagte Merkel am Rande der Fraktionsvorsitzenden-Konferenz der Union aus EU-Parlament, Bund und Ländern am Montag in Hamburg. Man müsse den Menschen dabei jedoch die Möglichkeit geben, innerhalb der Systeme der Krankenkassen zu wählen. Außerdem sei Transparenz im Zusammenspiel von Kosten und Leistungen wichtig. Deshalb müsse eine Strukturreform ganz am Anfang der Überlegungen stehen, betonte Merkel. Die Gesundheitsarbeitsgruppe habe dazu bereits gute Ergebnisse erzielt. Es gelte jedoch den Menschen zu verdeutlichen, «dass es nicht nur tendenziell teurer wird, sondern dass zugleich Effizienz und Transparenz gesteigert werden», sagte die CDU-Chefin. Sie sprach sich für mehr Wettbewerb im pluralistischen System der Kassen aus, wie es die Union anstrebe. Dazu gehörten auch private Kassen. Nötig sei eine Entkopplung der Arbeitskosten von den Kosten der solidarischen Systeme, betonte Merkel. Die Koalition strebe eine Senkung der Lohnzusatzkosten unter 40 Prozent an. Deshalb gehe es um eine Gesundheitsreform, «die die solidarische Versicherung der Menschen weiter ermöglicht und sichert, dass das Gefühl der Zwei-Klassen-Medizin bei den Menschen nicht überhand nimmt». Als weiteres Thema des Treffens nannte Merkel die Föderalismusreform. Eine Entscheidung dazu werde es noch vor der Sommerpause geben. «Wir brauchen die Föderalismusreform», sagte Merkel. Sie sei überzeugt, dass die Reform «gut konstruiert» sei und deshalb keine Änderungen mehr vorgenommen werden sollten.
Quelle: Net-Doctor
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