Gesundheitsreform: Eckpunkte liegen auf dem Tisch
Gesundheitsreform: Eckpunkte liegen auf dem Tisch
Passau (ddp). Die Eckpunkte der Gesundheitsreform der Koalition liegen nach einem Pressebericht vor dem Gipfel am Sonntag bereits auf dem Tisch. Dennoch seien sich die Gesundheitsexperten uneinig, wie das 2007 drohende Milliardendefizit in der Krankenversicherung verhindert werden solle, schreibt die «Passauer Neue Presse» (Freitagausgabe). Die Union wolle private Unfälle aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen streichen, die SPD die Beitragsbemessungsgrenze um 375 Euro monatlich erhöhen, zitiert das Blatt aus dem angeblich 56-seitigen Papier «Eckpunkte einer Gesundheitsreform 2006». Die Union plädiere zur Deckung des Milliardendefizits der gesetzlichen Krankenkassen für die Ausgliederung der Kosten von Privatunfällen. Notfalls solle auch eine moderate Beitragssatzanhebung in Kauf genommen werden. Die SPD hingegen wolle die Beitragsbemessungsgrenze um 375 Euro monatlich auf das Niveau der Versicherungspflichtgrenze anheben. Beiträge würden nicht mehr bis zu einem Monatseinkommen von 3562,50 Euro fällig, sondern bis 3937,50 Euro. Auf die Arbeitgeber käme mit maximal rund 25 Euro weniger zu als auf die Arbeitnehmer, die wegen des Sonderbeitrags von 0,9 Prozent bis zu 28 Euro mehr zahlen müssten. Strittig bleibe auch die Ausgestaltung des Gesundheitsfonds. Die Union wolle eine kleine Kopfpauschale erlauben, die Kassen erheben dürften, die mit den Pauschalen aus dem Gesundheitsfonds nicht hinkommen. Um eine Überforderung der Versicherten zu vermeiden, solle die Kopfpauschale ein Prozent des Haushaltseinkommens nicht übersteigen dürfen. Die SPD hingegen wolle statt der Pauschale einen einkommensabhängigen prozentualen Zusatzbeitrag.
Quelle: Netdoctor
|