Spiegel": Gesundheitsreform bringt weniger Einsparungen
Spiegel": Gesundheitsreform bringt weniger Einsparungen
Hamburg (ddp). Die Gesundheitsreform bringt den Krankenkassen laut «Spiegel» weniger Einsparungen als von der großen Koalition angekündigt. Wie das Nachrichtenmagazin berichtet, führt die geplante Reform laut einem internen Finanztableau des Gesundheitsministeriums in den kommenden drei Jahren lediglich zu Kostensenkungen von insgesamt rund 5,3 Milliarden Euro. Nach der Verabschiedung der Eckpunkte Anfang Juli hatte Unions-Verhandlungsführer Wolfgang Zöller (CSU) noch eine mehr als doppelt so hohe Summe in Aussicht gestellt. Den größten Sparbeitrag erwartet Gesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) dem Papier zufolge im Pharmasektor. So soll der verschärfte Wettbewerb zwischen Kassen, Apotheken und Arzneimittelherstellern die Medikamentenkosten jährlich um rund eine Milliarde Euro drücken. Ähnlich viel soll insgesamt die Absenkung der Klinikbudgets, die Ausschreibung von Hilfsmitteln sowie die Deckelung bei den Fahrtkosten bringen. Mit dem Plan, die Folgekosten von Schönheitsoperationen und Piercings aus dem Leistungskatalog der Gesetzlichen Krankenversicherung zu streichen, lassen sich nach den jüngsten Kalkulationen des Ministeriums dagegen nur rund 60 Millionen Euro jährlich sparen. Gedämpft wird der Spareffekt durch die von der Regierung geplanten Leistungsausweitungen. So sollen Verbesserungen wie Eltern-Kind-Kuren oder Rehabilitations-Maßnahmen für Ältere dem Ministeriumspapier zufolge in 2007 zusammen rund 300 Millionen Euro erfordern. Für 2009 wird dafür mit Mehrkosten von knapp 600 Millionen Euro gerechnet.
quelle netdoktor
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