Gesundheitsreform: Krankenkassen in der Kritik
Passau (ddp). Das Bundesgesundheitsministerium kritisiert die Haltung der gesetzlichen Krankenkassen zur Gesundheitsreform. «Anscheinend wollen die Kassen keine Professionalisierung», sagte der Staatssekretär im Gesundheitsministerium, Klaus Theo Schröder, der «Passauer Neuen Presse» (Montagausgabe) laut Vorabbericht. So müsse der gemeinsame Bundesausschuss aus Kassen und Ärzten, der über die Zulassung neuer Arzneimittel und Therapien wacht, endlich mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt werden. «Das kann man nicht in Gremien nebenbei erledigen», sagte Schröder. «Der Staat mischt sich weiterhin in dem Gremium direkt nicht ein, es bleibt mit Kassenvertretern, Leistungserbringern und Patientenvertretern besetzt», versicherte Schröder. Allerdings sollten die bereits bestehenden Möglichkeiten zur Einflussnahme durch das Ministerium präzisiert werden. Schröder versicherte zudem, Befürchtungen vor einem drohenden schnellen und massiven Mitarbeiterabbau in den Kassen durch die Einführung des Gesundheitsfonds ab 2008 seien Unsinn. «Der Beitragseinzug verbleibt in der Sphäre der Kassen», erklärte Schröder. «Es wird Übergangslösungen geben müssen, wobei wir immer die Mitarbeiter der Kassen, die den Beitragseinzug bereits jetzt erledigen, im Auge haben». Der Gesundheitsfonds werde der neue Rechtsträger sein, dessen Mitarbeiter könnten jedoch «an verschiedenen Stellen sitzen», stellte Schröder in Aussicht. Insgesamt werde eine Straffung der Verfahren sozialverträglich angestrebt.
Quelle: Netdoctor
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