12.08.2006
Kassel (kobinet) Bei Mensch zuerst wird heute an der eigenen Zukunft gebastelt. Der Vorstand und die MitarbeiterInnen beschäftigen sich damit, wie es mit der Selbstvertretungsorganisation von Menschen mit Lernschwierigkeiten weitergeht, wenn Ende 2007 das derzeite Projekt ausläuft.
"Keine Atempause" hieß es vor allem für die Aktiven von Mensch zuerst, die die ganze Woche über beim Sommercamp voll dabei waren, denn diese durften heute gleich wieder antreten. Dabei geht es dieses Mal jedoch weniger darum, was sie für andere tun können, sondern auch einmal um ihre eigene Zukunft, aber auch um die Zukunft von Mensch zuerst. Denn das derzeitige Projekt "Schritt für Schritt", das vom Bundesministerium für Gesundheit und im Rahmen des EU-Projektes Equal gefördert wird, läuft Ende 2007 aus. "Wir reden viel über Zukunftsplanung, so dass es für uns selbstverständlich ist, dass wir uns auch um unsere eigene Zukunft Gedanken machen", erklärte Stefan Göthling, Geschäftsführer von Mensch zuerst. Und das sei gar nicht so einfach, ergänzte Waltraud David vom Vorstand der Selbstvertretungsorganisation. "Denn öffentliche Gelder zu bekommen ist schwerer geworden und die brauchen gerade wir, die auf Unterstützung bei unserer Interessenvertretung und bei Schulungen angewiesen sind. Wenn wir diese nicht bekommen, haben wir auch wenig Chancen, unsere Interessen zu vertreten und andere behinderte Menschen zu unterstützen, selbstbestimmter zu leben", so die blinde Rollstuhlnutzerin aus dem Saarland.
So ging es heute darum, Möglichkeiten zu entwickeln, wie es im schlimmsten Fall weitergehen könnte. "Doch wir hoffen, dass es dazu erst gar nicht kommt, deshalb haben wir auch viele Ideen gesammelt, wie wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen können. Doch dafür brauchen wir die Unterstützung von sehr vielen Menschen, der Politik und den Ministerien und der Verwaltung. Es liegt also noch viel Arbeit vor uns", so Stefan Göthling. omp
Quelle: Rehacare