Durchbruch: Ärzte-Tarifstreit beendet
Düsseldorf (ddp). Der Tarifkonflikt der Ärzte an kommunalen Krankenhäusern ist beigelegt. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) einigten sich am Donnerstag in Düsseldorf auf einen Tarifvertrag für die rund 70 000 Mediziner an den 700 Kliniken. Die Einigung sieht durchschnittliche Einkommensanhebungen um 10 bis 13 Prozent vor sowie Verbesserungen bei den Arbeitszeiten und der Vergütung von Ruhe- und Bereitschaftszeiten. Beide Seiten hatten seit Montagabend um das neue Vertragswerk gerungen. In der letzten Etappe wurde 30 Stunden ununterbrochen verhandelt. VKA-Verhandlungsführer Otto Foit sagte, trotz des Abschlusses sei es «kein Tag zum Jubeln». Zwar bleibe mit der Einigung der Flächentarifvertrag erhalten, doch seien durch die Mehrkosten nun existentielle Probleme für viele kommunale Kliniken zu erwarten. Viele Häuser seien wohl gezwungen, die Qualität der medizinischen Versorgung einzuschränken. Foit appellierte vor diesem Hintergrund an die Bundesregierung, auf die im Rahmen der Gesundheitsreform geplanten Einsparungen bei den kommunalen Krankenhäusern von rund 750 Millionen Euro zu verzichten. Der Verhandlungsführer des Marburger Bundes, Lutz Hammerschlag, nannte das ausgehandelte Tarifwerk ein «Fundament» für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen der Ärzte. «Das ist unser Ziel gewesen und das haben wir erreicht.» Künftig werde es eine einheitliche Arbeitszeit von 40 Wochenstunden sowie eine «objektive» Zeiterfassung für die Bereitschaftsdienste geben.
Quelle: Netdoctor
|