Ausstieg: Brandenburgs Kliniken lösen Tarifbindung
Cottbus (ddp). Das Carl-Thiem-Klinikum Cottbus steigt aus der Tarifbindung aus. Das Krankenhaus werde weder den Tarifvertrag mit dem Marburger Bund noch das «Eckpunktepapier» der Gewerkschaft ver.di als Vorstufe zu einem Tarifvertrag anwenden, sagte Geschäftsführerin Heidrun Grünewald am Mittwoch. Das Klinikum habe wie bereits zwölf andere brandenburgische Krankenhäuser die Vollmitgliedschaft im Verband kommunaler Arbeitgeber in eine Gastmitgliedschaft umgewandelt. Damit seien tarifliche Neuvereinbarungen nicht mehr bindend. Der Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst vom Oktober 2005 gelte aber weiter. «Für unser Haus entstünden aus den getroffenen Vereinbarungen, aus der anstehenden Erhöhung der Mehrwertsteuer sowie den finanziellen Belastungen, die sich aus der Gesundheitsreform ergeben, bereits im kommenden Jahr zusätzliche Ausgaben von acht Millionen Euro", sagte Grünewald. Dieser Betrag könne unmöglich erwirtschaftet werden. Bei einer Übernahme der beiden Vereinbarungen vom 1. und 17. August würden rund vier Prozent der Arbeitsplätze vernichtet. Damit wären rund 80 Mitarbeiter betroffen. Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund und die kommunalen Arbeitgeber hatten nach wochenlangen Verhandlungen vereinbart, die Arztgehälter um durchschnittlich 10 bis 13 Prozent anzuheben. Außerdem sind Verbesserungen bei den Arbeitszeiten und der Vergütung von Ruhe- und Bereitschaftszeiten vorgesehen. Die Mehrzahl der 15 kommunalen Krankenhäuser Brandenburgs stieg aus der Tarifbindung aus.
Quelle: Netdoctor
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