"Gesundheitssozialismus": Private Versicherer kritisieren Reform
Hannover (ddp). Der Verband der privaten Krankenversicherung (PKV) hat Ministeriumspläne für eine Reform des Gesundheitswesens erneut scharf kritisiert. Der Arbeitsentwurf sei nicht die Umsetzung der von der großen Koalition beschlossenen Eckpunkte in Gesetzesform, «sondern eine ideologisch motivierte Zerstörung der Privaten Krankenversicherung«, sagte Verbandsdirektor Volker Leienbach der in Hannover erscheinenden »Neuen Presse» (Freitagausgabe). Leienbach wandte sich vor allem gegen die Idee, private Krankenversicherer zum Angebot eines Basistarifs zu zwingen. «Dann bieten alle das gleiche an, statt zu konkurrieren. Das ist Gesundheitssozialismus«, betonte der PKV-Vertreter. Sollten die Vorschläge der Beamtenebene in die Tat umgesetzt werden, erwartet Leienbach vor allem für junge Privatversicherte Kostensteigerungen. »Bei jungen Menschen, die derzeit vielleicht 250 oder 300 Euro für einen Vollversicherungsschutz pro Monat zahlen, wären bei einem Neuabschluss in Zukunft 80 bis 100 Euro Monatsbeitrag mehr fällig», prognostizierte der PKV-Direktor. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte den vom Gesundheitsministerium vorgelegten Arbeitsentwurf am Donnerstag zurückgewiesen. Der jetzt diskutierte Vorschlag für das Reformgesetz aus dem Hause von Ministerin Ulla Schmidt (SPD) entspreche «nicht den vereinbarten Eckpunkten», sagte sie. Schmidts Sprecher Klaus Vater sagte, das zitierte Arbeitspapier sei bereits wieder überholt.
Quelle: Netdoctor
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