22.08.06: Greenpeace fordert Verbot von Patenten auf Lebewesen
Hamburg (KNA) Ein europäisches Verbot von Patenten auf Lebewesen, Gene und Teile des menschlichen Körpers haben die Umweltorganisation Greenpeace und das "Gen-ethische Netzwerk" gefordert. Beide Organisationen riefen am Montag in Hamburg zum Protest gegen mögliche Patente auf menschliche embryonale Stammzellen auf. Hintergrund ist den Angaben zufolge eine beim Europäischen Patentamt (EPA) in München anstehende Grundsatzentscheidung, ob menschliche embryonale Stammzellen patentierbar sind. Einem US-amerikanischen Forscher war 2003 vom EPA ein Patent nur eingeschränkt erteilt worden, worauf dieser Beschwerde eingelegt hatte.
"Letztlich wollen die Patentinhaber menschliche Embryonen vermarkten", sagte Greenpeace-Experte Christoph Then. Das Patentamt dürfe nicht im Alleingang eine Entscheidung über eine so weit reichende ethische Fragen treffen. Die Rechtslage sei zudem widersprüchlich. Das Europäische Patentübereinkommen und die Gen-Patent-Richtlinie der EU verböten Patente, die gegen die guten Sitten verstießen. Dazu zählen laut Greenpeace auch solche, bei denen menschliche Embryonen zu industriellen oder kommerziellen Zwecken verwendet werden. Andere Rechtsvorschriften hingegen ermöglichten Patente auf isolierte Teile des menschlichen Körpers. "Die Politik lässt dem Patentamt den Spielraum, die Gesetze auf seine Weise zu interpretieren", kritisierte Then.
Weitere informationen unter
www.greenpeace.de und beim
Gen-ethischen Netzwerk
Quelle: Aktion Mensch