"Qualitätsbericht": Erstes Bundesland prüft stationäre Versorgung
Potsdam (ddp). In Brandenburg ist erstmals ein Bericht über die Qualität der stationären medizinischen Versorgung erschienen. Der «Qualitätsreport 2005» bescheinige den Kliniken eine gute Arbeit, sagte Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) am Montag in Potsdam. Nach Angaben des Vorsitzenden des Lenkungsausschusses Qualitätssicherung, Andreas Halder, hat erstmals ein Bundesland einen Bericht vorgelegt, der einen Zeitraum von drei Jahren umfasst und damit auch die Entwicklung der Qualität widerspiegelt. In einigen Kliniken sei die Qualität der stationären Betreuung in Brandenburg im Bundesvergleich überdurchschnittlich gut. Gemessen wird die Qualität beispielsweise an den nach Operationen auftretenden Komplikationen. So wird nach dem Austausch künstlicher Hüftgelenke untersucht, wie oft das Gelenk auskugelte oder wie hoch der Anteil gehfähig entlassener Patienten war. Im Jahr 2004 verzeichneten 7 von 13 märkischen Krankenhäusern bei ersetzten künstlichen Gelenken keine Ausrenkungen. Landesweit lag der Anteil der Ausrenkungen bei ersetzten Hüftgelenken bei 2,5 Prozent, bundesweit trat diese Komplikation in 2,7 Prozent der Fälle auf. Defizite in der Qualität gibt es dagegen bei Augenoperationen. Während in Brandenburg bei 1,4 Prozent der Operationen der Glaskörper in Mitleidenschaft gezogen wurde, passierte das bundesweit nur in 0,9 Prozent der Fälle. Der Qualitätsreport wurde von der Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung herausgegeben. Treten bei Kliniken Defizite auf, werden diese mit der Einrichtung besprochen. Ziel sei die Steigerung der Qualität, sagte Halder. Nach Angaben von Geschäftstellenleiter Hans-Jürgen Schwatke werden zur Qualitätsmessung etwa 70 000 Datensätze bei 480 000 Behandlungsfällen erfasst. Die Ergebnisse stünden den Medizinern zur Verfügung. Sie würden jedoch nicht im Einzelnen veröffentlicht. Es gebe auch keine Rangfolge der Kliniken.
Quelle: Netdoctor
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