Schluss mit Streik: Ärzte billigen Tarif für kommunale Kliniken
Berlin (ddp). Der erste eigene Tarifvertrag für Ärzte an kommunalen Kliniken ist endgültig besiegelt. Die in der Ärztegewerkschaft Marburger Bund organisierten Mediziner nahmen den Kompromiss in einer Urabstimmung mit 87 Prozent an, wie der Vorsitzende Frank Ulrich Montgomery am Mittwoch in Berlin mitteilte. Die Gewerkschaft hatte am 17. August nach achtwöchigem Arbeitskampf eine Übereinkunft mit der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA) erzielt. Vorgesehen sind Gehaltssteigerungen um 10 bis 13 Prozent sowie Verbesserungen bei den Arbeitszeiten und der Vergütung von Ruhe- und Bereitschaftszeiten. Der Tarifkompromiss ist der erste eigene Tarifabschluss für die kommunalen Klinikärzte. Bis Herbst 2005 waren sie von der Gewerkschaft ver.di vertreten worden. Montgomery sprach am Mittwoch von einer «einschneidenden Weichenstellung». Der Marburger Bund habe als schlagkräftige Spezialistengewerkschaft althergebrachte Tarifrituale durchbrochen. Die Gewerkschaft dringt nun auf arztspezifische Tarifverträge auch an den kirchlichen und privaten Krankenhäusern in Deutschland. Der Abschluss kostet die kommunalen Krankenhäuser nach VKA-Angaben jährlich mehr als 500 Millionen Euro. Zahlreiche Kliniken waren als Reaktion auf den Abschluss aus der Tarifbindung ausgestiegen. So sind in Brandenburg nur noch 3 der 15 kommunalen Hospitäler tarifgebunden. Die VKA hatte zudem Einschränkungen bei der Patientenversorgung angekündigt.
Quelle: Netdoctor
|