Fusion: UCB übernimmt Schwarz Pharma
Monheim (ddp). Der Konsolidierungsprozess in der deutschen Pharmabranche setzt sich fort. Nach der Übernahme von Schering durch Bayer, der Stärkung von Merck durch die Schweizer Serono und dem Verkauf der Altana-Pharmasparte an die dänische Nycomed wechselt nun der Medikamentenhersteller Schwarz Pharma seinen Besitzer. Das Unternehmen aus Monheim wird von dem belgischen Konzern UCB übernommen. Beide Unternehmen hätten sich auf die Bedingungen einer Fusion geeinigt, teilten sie am Montag mit. Das Brüsseler Unternehmen werde allen Schwarz-Pharma-Aktionären ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot im Gesamtwert von 4,4 Milliarden Euro machen. Die Aktionäre der im MDAX - dem Börsenindex der mittleren Werte - notierten Schwarz Pharma sollen je Aktie 50 Euro in bar und 0,8735 neue eigene Aktien von UCB erhalten. Den Angaben zufolge entspricht dies einem Wert von 91,10 Euro für jede Aktie von Schwarz Pharma auf Basis des Schlusskurses der Aktie von UCB am 22. September. Das fusionierte Unternehmen werde UCB heißen und seinen Sitz in Brüssel haben. Am Sitz von Schwarz Pharma in Monheim werde künftig das weltweite allgemeinmedizinische Geschäft unter dem Namen Schwarz Pharma geführt. Monheim werde ferner eines der Forschungs- und Entwicklungszentren des neuen Konzerns sein. Schwarz Pharma erzielte 2005 weltweite Umsätze von 991 Millionen Euro und schrieb einen Nettoverlust von 54 Millionen Euro. Für 2006 hat das Pharmaunternehmen ein ausgeglichenes Ergebnis angekündigt. Das Unternehmen beschäftigt rund 4400 Mitarbeiter. UCB erwirtschaftete im vergangenen Jahr Umsätze von 2,3 Milliarden Euro und beschäftigt weltweit mehr als 8300 Mitarbeiter. Nach Meinung von UCB-Chef Roch Doliveux passen beide Unternehmen «perfekt zusammen». Für UCB sei die Übernahme «ein Sprung nach vorn bei der Transformation in ein global führendes biopharmazeutisches Unternehmen, das sich auf ausgewählte Krankheitsfelder wie Neurologie, Entzündungserkrankungen und Onkologie konzentriert». Der Schwarz-Pharma-Vorstandvorsitzende Patrick Schwarz-Schütte erklärte, mit der Übernahme würden sich «die kommerziellen Aussichten für unsere Pipeline im fortgeschrittenen Entwicklungsstadium deutlich verbessern».
Quelle: Netdoctor
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