Evers-Meyer: Für mehr gemeinsamen Schulbesuch
Bonn (kobinet) Beim gemeinsamen Schulbesuch von Kindern mit und ohne Behinderungen ist Deutschland der Behindertenbeauftragten Karin Evers-Meyer zufolge europäisches Schlusslicht. Nur zwölf Prozent der behinderten Kinder besuchten gemeinsam mit ihren nicht behinderten Altersgenossen den Unterricht, sagte die SPD-Bundestagsabgeordnete. Dabei zeige etwa das Vorbild Skandinaviens, das Vorurteilen bei einem gemeinsamen Aufwachsen wirksam entgegengewirkt werden könne.
Die Bundesländer müssten mehr Anstrengungen für einen gemeinsamen Besuch von Kindergärten, Schulen, Hochschulen und Ausbildungsstätten unternehmen, forderte Evers-Meyer. Auch schwer behinderte Menschen wollten Leistungsfähigkeit und Einsatzwillen unter Beweis stellen.
Als positives Beispiel nannte die Bundesbeauftragte die ohne Hände und Arme aufgewachsene Bochumer Professorin für Staats- und Verwaltungsrecht, Theresia Degener. Diese habe von Kindesbeinen an Regelschulen und Universitäten in Münster, Frankfurt am Main und Berkeley besucht. Als deutsches Delegationsmitglied in einem UNO- Ausschuss habe sie zum Entstehen der Konvention zum Schutz und Würde behinderter Menschen beigetragen. "Mit ihren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen hat Professorin Degener als Mutter von zwei Kindern überzeugend für die Rechte behinderter Frauen und die Beseitigung ihrer Diskriminierungen in dem UN-Vertrag gerungen", betonte Evers- Meyer. omp
Quelle: Rehacare
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