Reform-Folge: 50 Krankenhäuser von Schließung bedroht
Osnabrück (ddp). Nach Einschätzung des Landesverbandes der Krankenhausdirektoren Deutschlands (VKD) sind rund 50 der 195 niedersächsischen Krankenhäuser durch die geplante Gesundheitsreform von der Schließung bedroht. Zugleich stünden 3500 Arbeitsplätze auf dem Spiel, sagte der Vorsitzende des VKD-Landesverbandes Niedersachsen, Norbert Wemhoff, am Mittwoch in Osnabrück. Insgesamt sind an den niedersächsischen Krankenhäusern rund 87 000 Mitarbeiter beschäftigt. Auf die Krisensituation wollen rund 100 Krankenhausdirektoren am Freitag mit einer Aktion an der Ammerland-Klinik in Westerstede aufmerksam machen. Den Angaben zufolge wollen sie das Hospital symbolisch mit 50 Bettlaken verhüllen. Laut Wemhoff würde die Gesundheitsreform besonders das Flächenland Niedersachsen treffen. Denn im ländlichen Bereich könnten die Wege zum nächsten Krankenhaus lebensgefährlich lang werden, wenn einzelne Häuser schließen. Es sei fatal, wenn Patienten wegen schließender Krankenhäuser wortwörtlich auf der Strecke bleiben müssten. Zudem seien gerade älteren Menschen keine langen Wege zuzumuten. Der VKD kritisiert vor allem eine geplante Zwangsabgabe zur Anschubfinanzierung hochspezialisierter ambulanter Leistungen sowie zur integrativen Versorgung. Darüber hinaus wendet sich der Verband gegen eine pauschale einprozentige Abgabe zugunsten der Krankenkassen. Den Angaben zufolge sollen die Budgets für alle niedersächsischen Krankenhäuser von bisher 4,65 Milliarden Euro um 186 Millionen Euro reduziert werden. Die Krankenhausdirektoren fordern eine klare Aussage zur Einbeziehung der Kliniken in die ambulante Versorgung, eine gesicherte Finanzierung der Notfallbehandlung, eine Absenkung der Mehrwertsteuer für Medikamente auf EU-Niveau sowie eine Nachweispflicht der Kassenärzte für alle ärztlichen und medizinisch-technischen Leistungen.
Quelle: Netdoctor
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