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Alt 30.11.2006, 14:41
Nancy
 
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Standard Betriebe für beispielhafte Beschäftigung ausgezeichnet

Mainz (kobinet) Mit dem Landespreis für beispielhafte Beschäftigung schwerbehinderter Menschen hat der Staatssekretär im rheinland-pfälzischen Sozialministerium und Landesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen, Richard Auernheimer, heute in Mainz fünf Betriebe ausgezeichnet.

Die Preise gingen an die Schreinerei Peter und Gerhard Breyer in Hahnheim, Kreis Mainz-Bingen, das Autohaus Bell in Nister bei Hachenburg, die Adam Opel GmbH in Kaiserslautern, die Agentur für Arbeit in Trier und das Backhaus Lüning in Bingen. Der Preis wurde in diesem Jahr zum neunten Mal verliehen. Die Preisträger erhielten jeweils eine Urkunde und eine Plakette als Zeichen der Anerkennung. Der Preis wird in fünf Kategorien ausgeschrieben: in nicht beschäftigungspflichtige Betriebe, Betriebe unter 100 Beschäftigte, Betriebe über 100 Beschäftigte und Öffentlicher Dienst. Ein Sonderpreis geht an Betriebe, die mit besonderen Ideen zur Förderung der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsplatz herausragen, heißt es in einer Pressemitteilung des Landesbehindertenbeauftragten von Rheinland-Pfalz.

"Der Landespreis soll dazu beitragen, dass ermutigende Beispiele für die berufliche Integration von Menschen mit Behinderungen bekannt werden", so Richard Auernheimer. Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber mit mindestens 20 Beschäftigten seien zwar gesetzlich verpflichtet, mindestens fünf Prozent ihrer Arbeitsplätze mit behinderten Menschen zu besetzen. Dieser Verpflichtung kämen Betriebe und Verwaltungen aber in sehr unterschiedlicher Art und Weise nach. Der Landespreis solle diejenigen Arbeitgeber würdigen, die ihre sozialen Verpflichtung in besonderer Weise erfüllten und damit anderen als nachahmenswertes Beispiel dienten. Sie ließen sich nicht von Vorurteilen leiten und profitierten von dem besonderen beruflichen Engagement behinderter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Landespreis sei Teil eines rheinland-pfälzischen Maßnahmepakets, das dazu beigetragen habe, die Zahl der arbeitslosen schwerbehinderten Menschen in Rheinland-Pfalz seit 1999 um rund 20 Prozent zu senken, so Auernheimer.

Die Schreinerei Peter und Gerhard Breyer in Hahnheim wurde vor 125 Jahren als Familienbetrieb gegründet. Die Arbeiten der Schreinerei werden von den beiden Inhabern und weiteren fünf Mitarbeitern erledigt. Es wurde ein fester Arbeitsplatz für einen Menschen mit Lernbehinderung geschaffen. Der Betrieb ist in Teamarbeit strukturiert, so dass auch der Mitarbeiter mit Behinderung von Beginn an voll in den Arbeitsprozess integriert ist. Sein Tätigkeitsbereich ist vor allem die Montagearbeit. Besonders hervorzuheben ist das Betriebsklima, das dazu beiträgt, den jungen Mann nicht nur zu motivieren, sondern auch sein Selbstwertgefühl zu stärken, so dass er seine Aufgaben einschließlich von Kundenkontakten eigenständig erledigen kann, heißt es in der Presseinformation.

Das Autohaus Bell in Nister bei Hachenburg wurde 1962 als Familienunternehmen gegründet. Es werden seit 1982 schwerbehinderte Menschen beschäftigt. Zur Zeit beschäftigt das Autohaus 30 Mitarbeiter, davon drei schwerbehinderte Menschen. Sie sind in der Verkaufsberatung, in der Verwaltung und in der Servicewerkstatt eingesetzt. Das Autohaus Bell bemüht sich um die Gestaltung und Einrichtung von Arbeits- und Praktikumsplätzen für psychisch behinderte Menschen und um deren Betreuung. Der Inhaber und sein Mitarbeiterteam sind ehrenamtlich in verschiedenen Gremien aktiv. Ziel des Autohauses Bell ist es, den Menschen mit Behinderungen durch aktive Unterstützung eine Chance auf berufliche Teilhabe zu eröffnen.

Die Adam Opel GmbH in Kaiserslautern besteht seit 40 Jahren. Sie beschäftigt zur Zeit etwa 2.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind 223 schwerbehindert. Für die Adam Opel GmbH ist die Beschäftigung und Integration behinderter Menschen nicht nur eine sozialrechtliche Verpflichtung, sondern sie gehört vielmehr zur gelebten Unternehmenskultur, heißt es in der Presseinformation. Die behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten seit Jahrzehnten einen wesentlichen Beitrag zum Unternehmenserfolg. Ihre Einsatzgebiete sind im gesamten Opel-Werk zum Beispiel in der Montage, Fertigung, Fahrradwerkstatt, Anlieferung der Fahrzeuge, Telefonzentrale oder Verwaltungsarbeiten zu finden. Gemeinsames Ziel von Geschäftsleitung und Arbeitnehmervertretung ist die dauerhafte Eingliederung von schwerbehinderten Menschen in den Arbeitsprozess.

Die Agentur für Arbeit in Trier beschäftigt etwa 290 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon sind 52 schwerbehindert. Von sechs Auszubildenden ist einer schwerbehindert. Seit mehr als 15 Jahren hält die Agentur für Arbeit in Trier kontinuierlich eine hohe Beschäftigungsquote von behinderten Menschen. Sie sind in allen Bereichen der Arbeitsagentur eingesetzt, beispielsweise in der Sachbearbeitung, als Berufsberater, als Arbeitsvermittler, als Teamleiter, in der Geschäftsstellenleitung und am Empfang. Die Zusammenarbeit mit nicht behinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern findet in Teamstruktur statt. Die Integration der schwerbehinderten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehört laut Information von Richard Auernheimer ganz selbstverständlich zur Betriebskultur in der Arbeitsagentur Trier.

Das Backhaus Lüning wurde 1905 in Bingen gegründet und ist seitdem in Familienhand. In den vergangenen 20 Jahren ist der Betrieb erheblich expandiert und beschäftigt inzwischen mehr als 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Backbetrieb mit den angeschlossenen 45 Filialen. Im Jahr 2003 wurde im Zusammenhang mit der Planung der Geschäftserweiterung der Produktionsstätte am Hauptsitz des Unternehmens in Bingen-Büdesheim die Idee entwickelt, in einzelnen Bereichen Beschäftigungschancen für schwerbehinderte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu schaffen. So wurden beispielsweise im Jahr 2004 zunächst vier schwerbehinderte Mitarbeiter im neuen Hygienecenter eingestellt. In diesem Bereich sind inzwischen sechs schwerbehinderte Mitarbeiter beschäftigt. Im Hygienecenter werden täglich eine große Anzahl der im Backbetrieb verwendeten Backbleche sowie 6.000 bis 8.000 Kunststoffkörbe gereinigt, in denen die Backwaren zu den Filialen und Großkunden gebracht werden. Ferner sind die maschinellen Reinigungsanlagen entsprechend zu pflegen und zu warten. Im Betrieb weiß man die Loyalität der schwerbehinderten Menschen zu schätzen. So wurden zum Beispiel bei krankheitsbedingten Engpässen von den betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geplante Urlaube freiwillig verschoben.
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