Südafrika will endlich Kampf gegen Aids aufnehmen.
Stuttgart (kobinet) "Brot für die Welt" begrüßte heute einen radikalen Gesinnungswechsel in der Aids-Politik Südafrikas. "Nach zu langen vergeudeten Jahren ideologischer Abwehrkämpfe nimmt nun endlich die Regierung den Kampf gegen die Epidemie in ihrem Land auf", sagte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin der Hilfsorganisation.
Sie kommentierte einen Strategieplan, der bei einer nationalen Konferenz am 14. und 15. März in Johannesburg vorgestellt und diskutiert wurde. Letzte Verbesserungen an diesem Plan müssten jetzt so schnell wie möglich vorgenommen und der Plan dann verabschiedet werden. Er sieht vor, dass in vier Jahren 80 Prozent der an HIV/Aids Erkrankten in Südafrika Zugang zu antiretroviralen Medikamenten bekommen.
"Ganz besonders bedeutsam ist, dass endlich auch das jahrelange Engagement von zivilgesellschaftlichen Organisationen wie der Treatment Action Campaign von der Regierung anerkannt wird und sie in die Ausarbeitung des Strategieplans mit einbezogen werden", so Füllkrug-Weitzel. "Brot für die Welt" arbeitet seit vielen Jahren mit dieser Selbsthilfeorganisation zusammen, die sich seit 1998 für Menschen mit HIV/Aids einsetzt.
Obwohl täglich rund 950 Menschen in Südafrika an HIV/Aids sterben, hat die Regierung das Problem bislang heruntergespielt. Gegen jede wissenschaftliche Erkenntnis und Meinung der internationalen Fachwelt waren bis jetzt Aids-Medikamente öffentlich diffamiert. Das Märchen von der Heilbarkeit von Aids mit Multivitaminpräparaten wurde unterstützt.
Quelle: Kobinet
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