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Alt 16.04.2007, 08:16
Nancy
 
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Standard Für echte Wahlfreiheit zwischen ambulant und stationär

Für echte Wahlfreiheit zwischen ambulant und stationär.




Lobbach (kobinet) In einem Grußwort zum zehnjährigen Bestehen des Forums selbstbestimmter Assistenz behinderter Menschen (ForseA) tritt die Bundesbehindertenbeauftragte Karin Evers-Meyer dafür ein, dass vorhandene Leistungsstrukturen konsequent zu einer echten Wahlfreiheit zwischen ambulanten und stationären Angeboten ausgebaut werden müssen.

"Im März dieses Jahres hatte ich Gelegenheit, mir vor Ort in Mulfingen die Arbeit von ForseA anzuschauen. Dies hat meinen Eindruck noch einmal bestätigt: hier treffen in kleinen Einheiten großes Engagement, Effizienz und der Wille etwas zu verändern aufeinander. Mich hat dies inspiriert und ich habe an diesem Tag viel mit nach Hause genommen", schrieb Karin Evers-Meyer in ihrem schriftlich überbrachten Grußwort zu der Feier, die heute in Lobbach stattfindet. "Ich setze mich dafür ein, dass der eingeleitete Prozess zur Verwirklichung einer umfassenden Teilhabe behinderter Menschen in der Gesellschaft fortgeführt wird. Vorhandene Leistungsstrukturen müssen konsequent zu einer echten Wahlfreiheit zwischen ambulanten und stationären Angeboten ausgebaut werden. Die Verzahnung ambulanter und stationärer Dienste muss verbessert werden. Mit der Umsetzung der Persönlichen Budgets wollen wir zu Beginn des kommenden Jahres einen wesentlichen Schritt tun. Es ermöglicht Menschen mit Behinderung, selbst zu entscheiden, wo und wie sie leben wollen. Wichtig ist, dass es Politik und Verwaltung gelingt, dafür das notwendige Vertrauen zu schaffen. Vorraussetzung dafür ist Verlässlichkeit", erklärte Evers-Meyer.

Im Rahmen der Etablierung und Umsetzung des Budgets gäbe es nach wie vor großen Unterstützungs- und Beratungsbedarf. Es gäbe noch viele offene Punkte, die für eine barrierefreie Gestaltung geklärt werden müssen - sowohl bei potenziellen Budgetnehmern als auch bei Leistungsanbietern herrscht an vielen Stellen noch Unsicherheit, beispielsweise wie eine selbstständig organisierte Assistenz aussehen kann oder welche zusätzlichen Leistungsangebote noch etabliert werden müssen. "Ich bin ForseA sehr dankbar dafür, dass sie sich so aktiv in diesem Prozess engagieren", so Karin Evers-Meyer. Auch im Rahmen der eingeleiteten Reform der Pflegeversicherung müsse das Recht auf Selbstbestimmung und umfassende Teilhabe berücksichtigt werden. Auch biete das Persönliche Budget einige Chancen. Unabhängig von der jeweiligen Wohnform und dem Umfang der benötigten Assistenz habe jeder Mensch das Recht auf umfassende und qualifizierte Pflege.

"Sie weisen mit der Kampagne 'Ich muss ins Krankenhaus … was nun?' auf den Missstand hin, der in vielen deutschen Krankenhäusern vorherrscht: Das Pflegepersonal ist nicht auf die speziellen Anforderungen von Menschen mit Behinderungen eingestellt; verfügt entweder nicht über die benötigte Qualifikation oder über ausreichend Zeit, eine adäquate Versorgung zu gewährleisten. Das Positionspapier, das ich gemeinsam mit den Verbänden der Selbsthilfe behinderter Menschen erarbeitet und an die Gesundheitsministerin übergeben habe, berücksichtigt diese Problematik und ich werde mich dafür einsetzen, dass unsere Forderungen Berücksichtigung finden und die Verwirklichung umfassender Teilhabe um einen weiteren Schritt vorangetrieben wird", erklärte Karin Evers-Meyer. "Teilhabe und Selbstbestimmung behinderter Menschen muss in allen Lebensbereichen möglich sein - im alltäglichen Wohnen und Leben ebenso, wie in außergewöhnlichen Situationen wie einem Krankenhausaufenthalt."

Quelle: Kobinet
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