1,7 Prozent Beitrag reicht für Pflegereform nicht
Ulla Schmidt macht klar:
1,7 Prozent Beitrag reicht für Pflegereform nicht
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) hält eine Beitragserhöhung im Zusammenhang mit der geplanten Reform der Pflegeversicherung für unausweichlich.
16.03.07 - Die Ministerin sagte in einer ZDF-Sendung: "Das wird auch etwas kosten, das kann nicht mit 1,7 Prozent Pflegebeitrag bezahlt werden. Und diese Diskussion bin ich gern bereit zu führen." Weil der Beitrag seit Jahren nicht erhöht worden sei, gebe es im Pflegewesen wegen der knappen Mittel Mängel.
Als Marschroute für die Verhandlungen mit der Union gab Schmidt vor: "Ich bin dafür, dass wir sagen, was wir wollen, und anschließend fragen, was das kostet und wie wir es bezahlen wollen." Diese Form der Zielfindung hätte man sich sicherlich auch bei der Gesundheitsreform gewünscht.
Schmidt fordert Abschaffung von Mehrbettzimmern in Pflegeheimen
Ziel der Pflegereform ist nach Frau Schmidt unter anderem, pflegende Familienangehörige besser zu unterstützen und eine bessere Bezahlung der Pflegeberufe zu erreichen. Zudem sollten neue Wohnformen unterstützt und die ambulante gegenüber der stationären Pflege gestärkt werden. Für Pflegeheime sei die Einführung von "Zertifizierungen mit Siegel"geplant.
Die bisherige Leistungsgewährung nach Pflegestufen stellte die Ministerin in Frage. Zudem forderte Schmidt die Abschaffung von Mehrbettzimmern in Pflegeheimen: "Ich finde nicht, dass Menschen im Alter mit jemandem das Zimmer teilen müssen, mit dem sie sonst nichts zu tun haben." Zweibettzimmer sollten etwa Ehepaaren vorbehaltensein. "Die Pflegereform wird in diesem Jahr verabschiedet werden", sagte die Ministerin. Im Laufe des kommenden Jahres solle die Reform in Kraft treten. dpa / kü
|