UN-Sonderberichterstatter bekräftigt Kritik an Diskriminierung in Schulen
UN-Sonderberichterstatter bekräftigt Kritik an Diskriminierung in Schulen
Berlin (kobinet) Beim fünften Weltlehrerkongress in Berlin bekräftigte der UN-Sonderberichterstatter Vernor Munoz seine Kritik am deutschen Schulsystem. Nach seiner massiven Kritik am deutschen Bildungssystem erwarte er eine Antwort der Bundesregierung auf seine Empfehlungen.
Munoz war mit dem deutschen Bildungssystem einem Bericht der tagesschau zufolge hart ins Gericht gegangen. Es sei selektiv, diskriminierend und undemokratisch. Besonders Migrantenkinder, Arme und Kinder mit Behinderungen seien vom Recht auf Bildung ausgeschlossen. In kaum einem anderen Industriestaat sei der Bildungserfolg so sehr von der sozialen Herkunft abhängig. Er empfahl dem tagesschau-Bericht zufolge besonders, das dreigliedrige Schulsystem zu überdenken, weil die Verteilung von Schülern nach der vierten Klasse auf unterschiedliche Schultypen auf Grund fehlerhafter Urteile zu Benachteiligungen führe. Der Jura-Professor hatte Deutschland im Jahr 2006 als UN-Sonderberichterstatter besucht. Ziel seiner Untersuchung war der Grad der Verwirklichung des Rechts auf Bildung.
Für die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) trifft der UN-Sonderberichterstatter genau den Nagel auf den Kopf, deshalb habe die Bundesregierung wohl auch so pikiert reagiert. "Statt Abschottung gegen die Kritik ist nun ein offener Dialog und der Wille zu Veränderungen gefragt. Vor allem kann die massive Ausgrenzung behinderter Kinder aus dem regulären Schulwesen durch den Verweis auf Sonderschulen nicht mehr länger fortgesetzt werden. Wir erwarten von den Ländern und der Bundesregierung, dass diese Praxis angeprangert und schnellstmöglich geändert wird. Eine integrierte Beschulung mit gleichen Chancen und der nötigen Unterstützung ist ein Menschenrecht, das behinderten Kindern und Jugendlichen nicht mehr länger vorenthalten werden darf", forderte Ottmar Miles-Paul, Pressesprecher der ISL angesichts des Besuches von Vernor Munoz in Deutschland.
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