| Pressemitteilungen ... dieses Forum wird nun eingerichtet, um die Pressemitteilungen zu Themen der Behindertenpolitik u. ä. der Öffentlichkeit bekannt zu machen. Themen eröffnen dürfen nur Moderatoren / Administratoren, antworten dürfen alle registrierten Nutzer ... |

07.11.2007, 18:05
|
|
Contergan: Hohe Entschädigung für Opfer gefordert
Contergan: Hohe Entschädigung für Opfer gefordert
Düsseldorf (ddp). Der nordrhein-westfälische Landesverband des Sozialverbands Deutschland (SoVD) fordert für die Opfer des Contergan-Skandals eine «angemessene Entschädigung für die schweren Folgenschäden». Es könne nicht sein, dass die Opfer in anderen Ländern besser entschädigt werden als in Deutschland, erklärte der SoVD am Mittwoch in Düsseldorf. «Während hierzulande Geschädigte maximal 545 Euro erhalten, bekommen sie in Großbritannien im Durchschnitt 1500 Euro», hieß es. Das Opfergeld solle unbedingt auf europäisches Niveau angeglichen werden, forderte der SoVD. Das Aachener Pharmaunternehmen Grünenthal müsse die Verantwortung auch für die Folgeschäden des Arzneimittelskandals übernehmen. Der Contergan-Skandal war einer der größten Arzneimittelskandale in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Das Beruhigungsmittel mit dem Namen Contergan kam am 1. Oktober 1957 auf den Markt und verursachte Missbildungen bei Neugeborenen. Das zunächst rezeptfreie Medikament der Firma Grünenthal wurde gezielt Schwangeren empfohlen, da es als ungefährlich galt. Der Wirkstoff Thalidomid führte jedoch zu schweren Fehlbildungen wie dem Fehlen von Gliedmaßen und Organen. Am 27. November 1961 wurde das Schlafmittel nach öffentlichem Druck vom Markt genommen. Nach Angaben des Bundesverbands Contergangeschädigter kamen in Deutschland etwa 5000 contergangeschädigte Kinder zur Welt.
Quelle: Netdoktor
|

09.11.2007, 19:56
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 08.02.2006
|
|
Contergan: Hersteller sieht weiter keine Schuld
Das große Echo auf den "Contergan"-Film, der auch im ORF zu sehen war, hat eine neue Diskussion über die Verantwortung des Herstellers Grünenthal ausgelöst. 1972 hatte der Konzern, der sich in Familienbesitz befindet, freiwillig in eine Stiftung eingezahlt. Doch das Geld war 1997 verbraucht. Weitere Zahlungen werde es von Grünenthal nicht geben, heißt es nun seitens des Konzerns. Eine Schuld wegen Einsatzes und Verbreitung des Medikaments sieht die Firma nach wie vor nicht. Sie wollte auch die Ausstrahlung des Films verhindern.
Nicht zuständig"Die Diskussion über die Verantwortung der Pharmafirma Grünenthal im Umgang mit den Opfern hat sich neu entzündet. Doch für die Herstellerfirma sind weitere Zahlungen an die Opfer kein Thema.
Verantwortlich, aber nicht zuständig
Der Enkel des Grünenthal-Gründers, Sebastian Wirtz, bestritt eine Schuld des Unternehmens an der Contergan-Katastrophe erneut. Das Unternehmen sehe sich zwar in der Verantwortung, sei aber für die von Betroffenenverbänden geforderten höheren Rentenzahlungen nicht zuständig, sagte der Firmeninhaber der "Bild"-Zeitung (Freitag).
Das sei Aufgabe der Stiftung, auf die sich die deutsche Bundesregierung, Grünenthal und Betroffene 1972 geeinigt hatten. Der Firmenanteil am Fonds ist allerdings bereits 1997 versiegt.
"Stark emotionale Atmosphäre"
Gegenüber der Redaktion des ARD-Magazins "Hart, aber fair" hatte Grünenthal zuletzt in einer schriftlichen Stellungnahme festgehalten, es werde nicht erwogen, den Contergan-Geschädigten erneut Geld zu zahlen.
Ein wichtiger Grund dafür sei die "derzeit stark emotionale Atmosphäre" durch den ARD-Fernsehfilm "Contergan".
Großes Interesse am "Contergan"-Film
Wie das "Handelsblatt" (Freitag) berichtet, wurde der "Contergan"-Zweiteiler bereits nach Frankreich und Italien verkauft. "Auch in Spanien stehen wir kurz vor dem Verkauf. In Großbritannien gibt es ein großes Interesse an diesem Skandal", sagte Koproduzent Jan Mojto von der Filmfirma Eos der Zeitung.
Mojto will demnach den Fernsehfilm auch noch als Kinoproduktion für den internationalen Markt verkaufen. "Wir wollen möglichst bald eine Kinofassung auf den Markt bringen."
Die Zuschauerreaktionen fielen sehr positiv aus. Viele Contergan-Opfer hatten diese "längst fällige" Auseinandersetzung begrüßt.
Vor 50 Jahren auf den Markt gekommen
Das Schlafmittel Contergan mit dem Wirkstoff Thalidomid war am 1. Oktober 1957 von Grünenthal auf den Markt gebracht worden und versprach werdenden Müttern eine ruhige Nacht.
Das lange rezeptfrei erhältliche Mittel löste einen der größten Medizinskandale aus. Weltweit kamen 10.000 Kinder zum Teil schwer fehlgebildet zur Welt, oft fehlten Arme oder Beine.
In Österreich hieß das Mittel Softenon und war rezeptpflichtig - es gibt hierzulande daher "nur" zwölf offiziell bekannte Contergan-Opfer.
Eingestelltes Verfahren
Die Erkenntnis, dass Contergan die Fehlbildungen von Babys verursachte, war ein nationaler Schock. Es folgten ein Jahrzehnt lang andauernde juristische Auseinandersetzungen.
Nach einem außergerichtlichen Vergleich wurde das Verfahren wegen "geringer Schuld" eingestellt. Ein Urteil oder ein Schuldanerkenntnis erfolgten niemals.
Grünenthal wollte Film verhindern
Der Pharmahersteller hatte versucht, die Ausstrahlung des Zweiteilers gerichtlich zu stoppen. Das deutsche Bundesverfassungsgericht machte den Weg für die Ausstrahlung nach langem juristischen Tauziehen im September frei.
quelle: orf
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
|

09.11.2007, 20:47
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 28.03.2005
|
|
Hallo,
ich würde gerne einmal wissen, ob es entsprechende Verfahren in den USA gegeben hat. Dort gibt es ja ein wesentlich strengeres Produkthaftungsgesetz.
Mich würde interessieren, ob es in den USA Opfer gibt, die weit höhere Entschädigungen von Grünthal erhalten. Sollte dem so sein, dann würde die Haltung gegenüber europäischen Contergan-Opfern schon als makaber zu bezeichnen sein ... denn dann hieße es, dass Opfer unterschiedlich entschädigt würden und eine 2-Klassen-Opfer-Gesellschaft bestünde.
Moralisch hat aus meiner ganz persönlichen Sicht Grünthal weit mehr an Leistungen an die Opfer zu erbringen!
Meines Wissens wird Contergan immer noch als Schmerzmittel in anderen Staaten eingesetzt, verkauft - somit wird immer noch mit diesem Medikament Geld verdient ...
Mary
__________________
... schön Dich zu lesen  ...
Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den Artikel "Krake Facebook"
Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone
|

09.11.2007, 20:57
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
eine tochtergesellschaft zahlt den opfern dort 2200€monatlich haben sie gerade die tage im fernsehen gesagt hier bekommen sie 545€
|

09.11.2007, 20:58
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 01.08.2005
|
|
der wirkstoff der zu den schädigungen geführt hat wird auch in deutschland zur chemo eingesetzt
|

09.11.2007, 20:58
|
|
Liebe Mary,
gestern wurde im TV berichtet, dass der Inhaltsstoff von Contergan in anderen Ländern noch unter strengen Auflagen und besonderen Richtlinien eingesetzt wird, die Firma Grünenthal dies allerdings nicht produziert.
Auch der Inhaltsstoff an sich ist in anderen Staaten nicht mehr unter dem Namen Contergan auf dem Markt wie berichtet wurde.
Darüber, ob es in USA Verfahren gegeben hat, habe ich nichts gehört.
LG
Nancy
|

19.06.2009, 19:55
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 08.02.2006
|
|
Contergannetzwerk wird Verein
( Quelle: kobinet-Nachrichten )
Die Contergangeschädigtenvereinigung "Contergannetzwerk", welche sich bisher als loser Zusammenschluss für eine Verbesserung der Situation Contergangeschädigter einsetzte, hat den Schritt zu einem Verein vollzogen. Contergannetzwerk wird Verein - mehr dazu
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
|

05.07.2009, 00:14
 |
Teammitglied - Entscheidungsträger
|
|
Registriert seit: 08.02.2006
|
|
Contergangeschädigte dürfen wieder zum Boykott aufrufen
Contergangeschädigte dürfen wieder zum Boykott aufrufen
( Quelle: kobinet-Nachrichten )
Contergangeschädigte dürfen wieder zum Boykott gegen Produkte der Unternehmerfamilie Wirtz aufrufen. Vor dem Kölner Landgericht ist es dem Bund Contergangeschädigter und Grünenthalopfer gelungen, dass eine einstweilige Verfügung gegen den Boykott aufgehoben wurde. Contergangeschädigte dürfen wieder zum Boykott aufrufen - mehr dazu
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,
als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
|

29.11.2010, 23:07
 |
Grünschnabel
|
|
Registriert seit: 14.11.2006
|
|
Das ist kein Verein lt. Registergericht Stuttgart.
LG
Che.G
__________________
Wer seine Augen nicht gebraucht um zu sehen - der wird sie brauchen um zu weinen!!!
-----------------------------------------------------
Die Hälfte aller Fehler entsteht dadurch, dass wir denken, wo wir fühlen sollten, und dass wir fühlen sollten wo wir denken!!!
John Churton Collins
When the Wind Blows! und der bläst!
|
| Themen-Optionen |
Thema durchsuchen |
|
|
|
| Ansicht |
Linear-Darstellung
|
Forumregeln
|
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.
HTML-Code ist Aus.
|
|
|
Ähnliche Themen
|
| Thema |
Erstellt von |
Forum |
Antworten |
Letzter Beitrag |
| contergan |
evma |
Pharmazeutische Infos |
3 |
17.06.2006 19:09 |
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch) Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd. Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de
*****
Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.
|