Behinderte sollen sich einmischen
Sozialausschuss des Landkreises empfiehlt Beiratssatzung - Gremium soll Arbeit im November aufnehmen
Rotenburg (oer). Wo muss aus Sicht behinderter Menschen etwas verbessert werden, wo können sie Rat suchen und wie wird die Öffentlichkeit für ihre Anliegen sensibilisiert? Mit Fragen wie diesen soll sich ab November der Behindertenbeirat des Landkreises Rotenburg beschäftigen. Einen entsprechenden Satzungsentwurf hat jetzt der Kreis-Sozialausschuss verabschiedet.
Gesetzlich ist das Ziel, behinderte Menschen gleichberechtigt und selbstbestimmt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu lassen, längst festgeschrieben. Tatsächlich aber hapert es noch an vielen Stellen. Wer etwa mal versucht, aus Sicht eines Rollstuhlfahrers oder Sehbehinderten durch die Ortschaften zu ziehen, stößt ziemlich bald auf Hindernisse. Zu hohe Bordsteine etwa oder öffentliche Gebäude, die nur über Stufen zu erreichen sind. Auch Niederflurbusse sind längst noch nicht selbstverständlich und bei der Jobsuche haben es Behinderte ebenfalls nach wie vor schwer.
Im Sinne der behindertenpolitischen Ziele Gleichstellung, Selbstbestimmung und Teilhabe soll sich der Behindertenbeirat künftig in Planungen und Diskussionen einmischen. Er ist zugleich Ansprechpartner für den Landkreis sowie für alle Einrichtungen und Verbände, die in der Behindertenarbeit tätig sind. Aber auch jeder Bürger, der ein entsprechendes Anliegen hat, kann sich an das neue Gremium wenden, das darüber hinaus auch gegenüber der Öffentlichkeit auf besondere Belange behinderter Menschen hinweisen soll, wie es im Satzungsentwurf weiter heißt. Die Lobby der betreffenden Personen soll so gestärkt werden.
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