| Projekte zur Integration und gegen Ausgrenzung Hier können Projekte vorgestellt werden. Oder auch Ideen und Fragen zu solchen Projektvorhaben ... |

20.05.2006, 21:27
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Forengeist
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Registriert seit: 09.05.2006
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Wie helfe ich meinen Freunden - Kleinigkeiten mit großer Wirkung
Ich möchte hier einfach ein paar Geschichten erzählen die ich in meiner Kindheit mit meinem besten Freund erlebt habe.
Ich hoffe das diese Erlebnisse andere darin bestärken ähnliches zu tun und einfach ihre Freunde mit Kleinigkeiten das Gefühl geben einer von allen zu sein und eben nicht "anders".
Ein Mensch kann halt immer nur das sein, was andere ihn sein lassen...und es gibt leider immer noch viel zu viele die einen Menschen nur danach beurteilen was er hat ( Behinderung/ Geld/ Erfolg) nicht nach dem was er ist.
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Als ich 12 Jahre alt war, hatte ich einen Jungen in meiner Klasse ( der mein bester Freund war) der eine Behinderung an einem Bein hatte. Bei ihm waren die Sehnen nicht richtig ausgebildet und daher war ein Bein kürzer als das andere und der Fuß stand etwas schief.
Wir sind dann mit etwa 8 Kindern ( 7 gesunde und Marcel) in der Stadt spazieren gewesen, als wir hinter uns Stimmen hörten.
" Ach der Arme Junge"...." Guck dir mal den an"...." das sieht ja schlimm aus"...usw.
Auch fast alle Leute die uns entgegen kamen starrten ihn an.
Ich sah Marcel von der Seite an und konnte ihm ansehen das er darunter litt so angestarrt zu werden.
Ich habe mich da so drüber geärgert, was mich dann auf eine Idee brachte. Ich habe genau solche Schritte gemacht wie Marcel....sprich, ich habe ebenso mein Bein nachgezogen wie er. Nach und nach machten alle Kinder das mit, der eine mit dem rechten , die andere mit dem linken Bein.
Aufeinmal sagte keiner mehr etwas und es guckte auch keiner mehr blöde.
Und was das schönste war...Marcel hatte Spaß ohne Ende.
Einfach den Leuten den Wind aus den Segeln nehmen ist der beste Weg...und es hat sogar Spaß gemacht.
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Er hatte z.b so ein behindertengerechtes-Fahrrad mit 3 Rädern und einem Korb hinten dran.
Er wollte aber unbedingt mit einem richtigen Fahrrad fahren können, weil man bei seinem ja sofort sehen könnte das er behindert sei.
Also haben wir ( böööse Manu) heimlich ( ohne Wissen von Marcels Eltern - weil die sich sonst gesorgt hätten) mit meinem Rad geübt. Da der schiefe Fuß nicht auf dem Pedal bleiben wollte ( bei dem Behindertenrad hatte er eine Schlaufe zum reinschlüpfen gehabt) hat er den Fuß einfach festgebunden mit einem Seil.
Im nachhinein gefährlich, aber Kinder lieben ja das Abenteuer....
Jedenfalls konnte er nach ca 2-3 Stunden unermüdlicher Überei mit einem ganz normalen Fahrrad fahren. Er fuhr dann mit meinem Fahrrad und ich mit seinem.
Er sah das mich es absolut nicht störte das ich angeschaut wurde und das man vom Fahrrad nicht zwangsläufig auf den Fahrer schließen könne .
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20.05.2006, 21:32
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 28.03.2005
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Beides wunderschöne Beispiele
Danke Dir. Ich bin einmal gespannt, ob noch andere Berichte und Anregungen kommen werden.
Wäre toll, wenn wir hier solche schönen Ideen sammeln könnten ...
LG
Mary
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... schön Dich zu lesen  ...
Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den Artikel "Krake Facebook"
Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone
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20.05.2006, 22:14
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Forengeist
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Registriert seit: 09.05.2006
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Das hoffe ich auch, denn ich finde es sehr wichtig.
Ich werde so nach und nach noch ein paar andere Erlebnisse schreiben, die ich so im Laufe der Jahre gemacht habe.
Ich selbst habe keine Behinderten in meinem näheren Familienkreis, aber ich habe mich schon immer mehr den "Schwächeren" näher gefühlt als den "Starken".
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Noch ein Erlebnis :
Als ich 14 war hatte ich ein Mädchen in meiner Klasse, Nicole, die hatte eine Fehlbildung am Kopf. Ich weiß nicht mehr genau was es war, aber ich glaube das sie als Kleinkind oder Baby mal einen "Wasserkopf" hatte der sich nicht mehr ganz zurückgebildet hatte. Sie war aber ansonsten vollkommen gesund.
Sie hatte lange Haare die immer komplett nach hinten gekämmt und zu einem Zopf zusammengebunden waren, wodurch man ihren verformten Kopf erst richtig sehen konnte. Außerdem trug sie eine richtig häßliche, alte Hornbrille und immer total unmoderne Kleidung, die aussah als wäre sie noch von der großmutter übrig geblieben.
Sie mußte viel Spott ertragen und wurde von allen anderen geschnitten. Zu keinem Geburtstag wurde sie eingeladen und auf dem Schulhof war sie meist das Angriffsobjekt der Massen.
Als ich eines Tages sah das ein Junge sie trat bin ich dazu und habe ihn gefragt ob er nötig habe sich an Mädchen zu vergreifen. Der Junge zog von dannen und Nicole bedankte sich bei mir...so kamen wir ins Gespräch. Ich lud sie nach der Schule zu mir nach Hause ein, worüber sie sich sehr freute.
Bei mir zuhause saßen wir dann in meinem Zimmer und Nicole klagte mir ihr Leid. Sie sagte mir das sie auch so gerne schön aussehen würde und es auch gerne hätte das man sie mag und sie auch mal irgendwo eingeladen würde.Sie weinte und nahm dann ihre Brille ab.
Ich schaute sie, während sie so sprach von der Seite mal etwas genauer an und stellte fest das sie ein sehr hübsches Gesicht hatte, was aber leider durch die so offensichtlich sichtbare verformung des Kopfes und der Hornbrille gar nicht so zu Geltung kam.
Ich sagte ihr das ich finde das sie ein sehr schönes Gesicht habe, nur das ihr die Frisur, so wie sie sie trägt einfach nicht steht. Ich fragte sie, ob ich sie frisieren dürfte, was sie sofort und neugierig erlaubte. Ich löste den Zopf, kämmte ihr die Haare durch und ließ die Haare einfach offen über die Schultern fallen. Ich schaute sie an und ich sah eine ganz neue Nicole und von der Verformung des Kopfes war so gut wie nichts mehr zu sehen. Bevor ich ihr einen Spiegel gab fragte ich sie ob ich sie ein klein wenig schminken dürfte, was sie auch sofort zuließ.
Ich schminkte sie ein klein wenig, etwas Betonung auf die schönen großen Augen und dann gab ich ihr einen Handspiegel.
Das Leuchten in ihren Augen als sie sich so sah werde ich wohl nie vergessen, sie hat förmlich gestrahlt.
bevor sie heim ging kämmte sie ihre Haare wieder zum Zopf und wusch sich die Schminke ab. In den nächsten Tagen kam sie auch weiterhin mit Zopf zur Schule.
Eine Woche später war bei uns im Nachbarort Jugenddisco wo natürlich alle hin wollten. Ich fragte NIcole ob sie mit mir dort hin gehen wolle, worauf sie aber direkt sagte das sie das nicht wolle, weil sie da ja sowieso keiner sehen wolle.
Ich überredete sie mit zu kommen in dem ich ihr sagte das sie sicher sein kann das sie keiner ärgern wird.
Ich sagte ihr das wir uns schon 2 Stunden früher bei mir zuhause treffen, worauf sie dann doch zusagte.
Bei mir zuhause habe ich sie wieder schön frisiert und leicht geschminkt. Ich suchte in meinem Kleiderschrank nach ein paar sachen von denen ich glaubte das sie ihr gut stehen, denn sie war ebenso wie ich sehr schlank.
Sie zog sich dann um und fragte mich zaghaft ob sie denn so losgehen könne, was ich nur mit einem "auf jeden Fall" beantworten konnte. Sie sah einfach nur klasse aus, so wie sie da mit offenen Haaren, strahlenden Augen und figurbetonter Kleidung vor mir stand.
Wir sind dann losgezogen und kurz bevor wir an dem Gebäude waren, wo die Disco stattfand sah ich aus dem Augenwinkel das Nicole ihre Brille auszog und in ihre Tasche steckte. Als wir das Gebäude betraten sah ich schon sehr viele von unserer Schule, aber niemand sagte etwas, sie winkten und grüßten freudig was wir dann einfach erwidertenund weiter gingen.
Ich denke mal, das die garnicht gemerkt haben wer da neben mir lief.
Die Disco hat viel Spaß gemacht und was denkt ihr wer sich vor Tanzpartnern kaum retten konnte ???
Nicole.
Sie hatte so einen Spaß und bedankte sich hinterher auf dem Heimweg bestimmt hundert mal bei mir. ich sagte ihr das es mir Freude gemacht hat sie so zu sehen.
Ich begleitete sie ein paar tage später mit nach Hause zu ihren Eltern, denn sie hatte Angst sich anders zu stylen, weil sie sonst vielleicht Ärger bekommen könnte.
Auch wollte sie ihre Hornbrille nicht mehr tragen, was ich absolut verstehen konnte.
Ich sprach mit den Eltern ( sie waren schon sehr alt und sehr konservativ) wobei dir Mutter erst total zögernd reagiert hatte, aber dann meinte das sie nicht so den Draht dazu habe was junge Mädchen heute so anziehen und welche Frisuren sie tragen. Sie fragte mich ob ich nicht mal mit Nicole in die Stadt fahren möchte und mit ihr einkaufen gehen würde. Klar wollte ich das.
Wir sind von da an öfter in die Stadt gegangen und haben "geshoppt" und sie hatte 14 Tage später auch eine neue Brille und mit Zopf habe ich sie seitdem nie wieder gesehen.
Und komischerweise kamen aufeinmal gar keine blöden Sprüche mehr in der Schule........
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20.05.2006, 23:22
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Liebe Manu,
wirklich schöne Geschichten mitten aus dem Leben!
Es sollte mehr Menschen geben wie Dich
LG
Nancy
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20.05.2006, 23:31
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Forengeist
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Registriert seit: 09.05.2006
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Danke das du das sagst, doch ich finde an meinem Verhalten nichts besonderes, für mich ist es normal.
Ich habe große Freude daran wenn ich anderen Menschen helfen kann und ich habe für viele Dinge Verständnis, welche viele andere sofort -ohne Nachzudenken - ablehnen würden.
Ich sehe in allem was geschieht irgedetwas Gutes und ich denke so gut wie immer ( jeder hat mal einen schlechten Tag) total positiv.
Ein hoffnungsvoller Optimist halt...oder wie mal einer in einem anderen Forum sagte...Mutter Teresa der Neuzeit..lach.
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20.05.2006, 23:37
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Teammitglied - Entscheidungsträger
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Registriert seit: 01.08.2005
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ich schlisse mich nancys meinung an.ja es sollten ganz viele so sein wie du manu,nur leider sind sie so selten.drück dich mal
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20.05.2006, 23:38
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Also.....Manu:
Das sind zum Einen keine "Kleinigkeiten", sondern für mich richtig große Taten!!
Zum Zweiten habe ich Dir zu danken, finde Deine Einstellung klasse....als Jugendliche, die ja auch ihre eigenen pubertären Problemchen vielleicht hatte, sich so toll einzusetzen.
Zum Dritten glaube ich, eine Mutter Theresa der Neuzeit hat hier im Forum noch gefehlt  .
Nein, ganz im Ernst, Deine Geschichten haben bei mir eine Gänsehaut ausgelöst und ich konnte hinter den Zeilen lesen, daß Du nicht nur helfen wolltest, sondern dies Dir auch Freude bereitet hat.
Daumen hoch!!!!
LG
Nancy
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20.05.2006, 23:42
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Forengeist
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Registriert seit: 09.05.2006
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Danke auch dir liebe, eva.
Ich hoffe das meine Beiträge andere animieren auch ein paar Erlebnisse zu schildern wie und womit sie anderen geholfen haben.
Knuddel dich auch mal ganz feste, meine Liebe.
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