Antidiskriminierungsstelle im Internet - Fehlanzeige
Berlin (kobinet) Über ein Jahr nach Inkrafttreten des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) sucht man immer noch vergeblich nach ausführlichen Informationen über die Antidiskriminierungsstelle, die im Rahmen dieses Gesetzes beim Bundesfamilienministerium eingerichtet wurde.
"Wo finde ich Informationen über die Antidiskriminierungsstelle im Internet?" Dieser Frage gehen immer mehr benachteiligte Menschen in Deutschland nach. Gut ein Jahr nach Inkraffttreten des AGG hat es zwar schon über 2.000 Anfragen bei der Antidiskriminierungsstelle gegeben, aber umfassende Informationen im Internet sind nach wie vor Fehlanzeige. Auf der Internetseite des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, das für die Einrichtung der Stelle verantwortlich ist, findet man zwar die Rubrik "Antidiskriminierungsstelle", doch lesen interessierte BürgerInnen dann: "In Kürze finden Sie hier ausführliche Informationen zum Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz und zur Antidiskriminierungsstelle des Bundes." Aus der angekündigten "Kürze" ist mittlerweile allerdings eine "Länge" eingetreten, so dass man gespannt sein darf, wann der Internetauftritt der Antidiskriminierungsstelle kommt bzw. welche Qualität er dann hat.
Bei der Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) ist der zögerliche Prozess der Einrichtung der Antidiskriminierungsstelle und das bescheidene Informationsangebot im Internet auf heftige Kritik gestoßen. "Wenn man sich mal anschaut, dass es bereits über ein Jahr dauert, einen Internetauftritt hinzubekommen und wie zurückhaltend das Ministerium in Sachen Europäisches Jahr der Chancengleichheit umgeht, könnte man fast den Eindruck gewinnen, dass gar nicht gewollt ist, dass man sich über dieses Thema informiert", kritisiert Ottmar Miles-Paul, Pressesprecher der ISL das Agieren des Familienministeriums. elba
Link zur Internetseite, auf der ausführlichere Informationen der Antidiskriminierungsstelle einmal kommen könnten