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  #1  
Alt 19.03.2007, 08:38
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Gespräche für Leben Daheim statt im Heim.

Berlin (kobinet) VertreterInnen der Bundesinitiative Daheim statt Heim werden heute eine Reihe von Gesprächen für die Umsetzung des Grundsatzes für ein Leben Daheim statt im Heim mit PolitikerInnen in Berlin führen.

Neben einem Treffen mit Marion Caspers-Merk, der Parlamentarischen Staatssekretärin im Bundesministerium für Gesundheit treffen VertreterInnen der Initiative auch mit dem Bundesminister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Wolfgang Tiefensee, zusammen. "Gerade das Treffen mit dem Minister für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung ist enorm wichtig, um deutlich zu machen, wie wichtig eine barrierefreie Infrastruktur für behinderte und ältere Menschen ist, denn meist hapert es schon an barrierefreiem Wohnraum", erklärte Ottmar Miles-Paul, der an den Gesprächen in Berlin heute teilnehmen wird.

Es sei schön zu sehen, dass die Bundesinitiative nach etwas mehr als drei Monaten nach ihrem Start nicht nur massiv an Fahrt gewinne, sondern beginne, in den Ministerien ein- und auszugehen. "Die Politik wird zukünftig an uns und den berechtigten Forderungen für eein Leben behinderter und älterer Menschen Daheim statt im Heim nicht mehr vorbei kommen", so Miles-Paul. Der Behindertenrechtler hofft, dass auch andere Abgeordnete dem Beispiel von Silvia Schmidt folgen werden und ähnliche Termine mit Ministern und Staatssekretären zu diesem Thema organisieren. elba

Quelle: Kobinet
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  #2  
Alt 19.03.2007, 10:14
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angelika angelika ist offline
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ich habe gestern im fernsehen eine reportage ueber den behindertensprecher der oesterreichischen volkspartei ( oevp) Franz Joseph Huainigg gesehen.
er kann seine arme und beine nicht mehr bewegen und hat einen beatmungsschlauch. trotzdem ist er einer der fleissigsten abgeordneten im oesterr. parlament.
er plaediert dafuer, dass jeder behinderte zu hause die sorge bekommt die er braucht und auch selbst entscheiden kann wer ihm diese sorge zukommen laesst...

seine homepage: http://www.franzhuainigg.at/
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angie
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  #3  
Alt 19.03.2007, 11:05
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Zitat:
Zitat von angelika
ich habe gestern im fernsehen eine reportage ueber den behindertensprecher der oesterreichischen volkspartei ( oevp) Franz Joseph Huainigg gesehen.
er kann seine arme und beine nicht mehr bewegen und hat einen beatmungsschlauch. trotzdem ist er einer der fleissigsten abgeordneten im oesterr. parlament.
er plaediert dafuer, dass jeder behinderte zu hause die sorge bekommt die er braucht und auch selbst entscheiden kann wer ihm diese sorge zukommen laesst...

seine homepage: http://www.franzhuainigg.at/


das ist auch sehr wichtig und für die behinderten am besten
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  #4  
Alt 15.06.2007, 06:36
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Standard Initiative "Daheim statt Heim" nun auch in Österreich

Initiative "Daheim statt Heim" nun auch in Österreich

Der Kampf um ein Leben in der Gemeinde ist ein grenzüberschreitendes Ziel.

Am 1. Dezember 2006 startete in Berlin die deutsche Initiative "Daheim statt Heim" mit einer Pressekonferenz. Die sozialdemokratische Bundestagsabgeordnete Silvia Schmidt hatte als Behindertenbeauftragte ihrer Fraktion eingeladen, die Ziele der Initiative vorzustellen.
Nun auch in Österreich


Ing. Gerhard Lichtenauer aus Weistrach/NÖ fand die Idee so gut, dass er den Gedanken auch nach Österreich holte. BIZEPS-INFO führte mit ihm folgendes ausführliche Interview zu seiner persönlichen Motivation und den Zielen der Initiative.
BIZEPS-INFO: Die Initiative "Daheim statt Heim" gibt es nun seit 1. Juni 2007 auch in Österreich. Wie kam es dazu?
Ing. Gerhard Lichtenauer: Beim Aufkommen des "Pflegenotstandes" im August 2006 fasste ich Hoffnung, wie viele andere auch. Aus den von der Regierung gesteckten Zielen, die Grundlagen für eine leistbare, bedarfsgerechte und qualitätsgesicherte "24-Stunden-Pflege" daheim zu schaffen, ist aber tatsächlich eine nicht bedarfsgerechte "HalbRund-um-die-Uhr-Betreuung", also eine Mogelpackung geworden. Die angeblichen Förderungen oder Kostenübernahmen bewirken eine Verteuerung für die Betroffenen und die "Legalisierung" bringt nur eine scheinbare Rechtssicherheit. Betroffene und pflegende Angehörige werden weiterhin im Stich gelassen. Die präsentierten Scheinlösungen offenbaren nach wie vor einen Werte- Notstand in der Politik.
Vor einem halben Jahr startete in Deutschland die Bundesinitiative "Daheim statt Heim", die ich nach Prüfung der Ziele für gut befand. Dies weckte den Wunsch, diese Initiative nach Österreich zu "importieren". Meine Kontaktaufnahme vor zwei Monaten führte zur Partnerschaft mit der deutschen Bundesinitiative. Dann erfolgte die Umsetzung bis zum Start am 1. Juni.
"Am Anfang steht unsere eigene Mit-Betroffenheit"


BIZEPS-INFO: Welchen Bezug haben Sie zum Thema?
Gerhard Lichtenauer: Am Anfang steht unsere eigene Mit-Betroffenheit eines fehlgesteuerten Hilfesystems als pflegende Angehörige seit fast 18 Jahren, ein ungesetzlicher und fristloser Rauswurf unserer schwerst mehrfachbehinderten Pflegetochter Katja nach nur siebenwöchiger "Unterbringung" in einer stationären Einrichtung vor gut zwei Jahren, nachdem wir Pflege- und Betreuungsmängel aufzeigten und der erbitterte Kampf gegen die Sozialbürokratien der Länder Wien und Niederösterreich (bis zu den Höchstgerichten) um eine bedarfsgerechte und bedürfnisorientierte Unterstützung für Katjas nötige Lebens-Assistenz "daheim".
BIZEPS-INFO: Warum gibt es die österreichische Initiative "Daheim statt Heim"?
Gerhard Lichtenauer: Wenn die hohe Politik sich weigert, uns nach den Bedürfnissen für Hilfestellungen zu fragen, müssen wir unsere Rechte und Anliegen eben noch deutlicher formulieren. Wir werden von der Politik immer nur das und nie mehr bekommen, als wir lautstark einfordern.
Man kann sagen, der "Mut der Verzweiflung" ist der Auslöser dieser österreichischen Bürgerinitiative. Das Kennen von sehr vielen ähnlichen Situationen von Menschen, die sich weniger oder gar nicht mehr bemerkbar machen können, stärkte die Verantwortung, etwas tun zu müssen und nicht aufzugeben.
Die Konfusionen rund um die "Hausbetreuung" seit 4. Juni 2007, bestätigen die Notwendigkeit eines lautstarken bürgerlichen Protests durch die Betroffenen.
BIZEPS-INFO: Was will die österreichische Initiative "Daheim statt Heim" konkret bewirken?
Gerhard Lichtenauer: Die Österreichische Sozialpolitik der letzten 12 Jahre war geprägt von Stagnation, Kürzungen und Streichungen zu Lasten der Menschen, die auf Pflege und Assistenz im täglichen Leben angewiesen sind. Da hat sich unter der neuen Regierung kaum etwas geändert.
Die scheinbaren Anzeichen von Veränderung bleiben trotz nun heftig geführter Debatten leider nur "unscheinbar". Es mangelt immer noch am politischen Willen, die Anliegen und existenziellen Nöte der Menschen ernst zu nehmen. Die Bürgerinitiative soll - als starke Stimme der Betroffenen - öffentlich wahrgenommen werden und politisches Handeln gravierend beeinflussen.
Ziele der Initiative "Daheim statt Heim"


BIZEPS-INFO: ... lauten wie?
Gerhard Lichtenauer: Sie sind gleich wie bei der deutschen Initiative. Wir fordern:
  • einen Baustopp für neue Heime,
  • den Abbau bestehender Heimplätze,
  • den flächendeckenden Aus- und Aufbau individuell- bedarfsdeckender vernetzter Unterstützungsangebote für ältere und behinderte Menschen,
  • die Garantie der Wahlmöglichkeiten der Betroffenen, u.a. durch bedarfsdeckendes Pflegegeld und/oder persönliche Assistenzbudgets,
  • die Gewährleistung des Grundsatzes "Daheim statt Heim" in allen gesetzes- und verwaltungstechnischen Regelungen auf allen Ebenen und in der Praxis,
  • die Beteiligung der Betroffenen an dem Reformprozess nach der Devise "Nichts über uns ohne uns".
Weiters gibt es auf der Homepage der österreichischen Initiative "Daheim statt Heim" ein Thesenpapier und ein Eckpunkte-Papier zu einem Assistenzleistungsgesetz (ALG). Es geht um ein völliges Umsteuern im Hilfesystem, bedürfnisgerechte und bedarfsdeckende Hilfen, weitreichende De-Institutionalisierung und um Menschenrechte für behinderte und ältere Menschen, eine tiefgreifende Assistenzreform, ein bundeseinheitliches Assistenzleistungsgesetz.
Menschen mit Hilfebedarf möchten nicht länger im Namen der Barmherzigkeit bevormundet werden, sondern bedarfsdeckende Mittel in die Hand bekommen, um sich die nötigen Hilfen eigenverantwortlich regeln zu können und ein selbstbestimmtes Leben mitten in der Gesellschaft führen zu können.
"Am Ende dieses Prozesses gibt es keine Heime mehr"


BIZEPS-INFO: Wie verändert sich Österreich, wenn die Ziele der österreichischen Initiative "Daheim statt Heim" erreicht sind?
Gerhard Lichtenauer: Am Ende dieses Prozesses gibt es keine "Heime" mehr und niemand vermisst sie! Auch all jene, die über diese Forderungen jetzt noch die Hände über den Kopf zusammenschlagen, werden sich am Ende freuen!
Diese Initiative basiert nicht auf Sozialromantik oder unerfüllbaren Wunschvorstellungen, sondern ist eingebettet in eine internationale Bewegung und ganz auf dem Boden der aktuellen UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderung. Diese Ziele sind in manchen Ländern bereits Realität und sind durchaus finanzierbar, wenn die verfügbaren Mittel nicht mehr im Auslaufmodell "Heim" vergeudet werden.
Wie kann man die Initiative unterstützen?


BIZEPS-INFO: Wie kann man die österreichische Initiative "Daheim statt Heim" unterstützen?
Gerhard Lichtenauer: Damit diese Forderungen unüberhörbar werden und öffentliches Gewicht erhalten, ersucht die Bürgerinitiative "Daheim statt Heim" um kräftiges Mitwirken beim Ernten von Unterschriften. Gelegenheit dazu gibt es online auf der Webseite, dort gibt es auch Unterschriftenlisten zum Ausdrucken. BIZEPS-INFO: Wir danken für das Interview und wünschen viel Erfolg!
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angie
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  #5  
Alt 01.07.2007, 10:10
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Standard Der Kampf um das "normale" Leben

Der Kampf um das "normale" Leben - Befürsorgung im Wandel?

Bürgerinitiative "Daheim statt Heim": Einkommens- und Vermögensbezug bei Zuschüssen zur Betreuung zuhause widersprechen dem Teilhabegedanken.

Abgesehen, davon, dass die angebliche "Förderung" einer angeblich bis zu "24-Stunden-Betreuung zu Hause" bei weitem nicht das ist, was sie zu sein vorgibt und schon gar kein "Meilenstein" oder "Durchbruch" in der Pflegefrage, nimmt die Bürgerinitiative "Daheim statt Heim" zum Aspekt des Einkommens- und Vermögensbezuges, insbesondere der Vermögensobergrenze von 5.000 Euro wie folgt Stellung:
Unsachlich


Wesentliche Unterschiede zwischen daheim und "Heim" sind nicht berücksichtigt. Zum Unterschied einer "Unterbringung" in einem so genannten "Heim", bleiben beim Leben im wirklichen "Daheim" viele Aspekte eines menschenwürdigen Lebens mit seinen Entfaltungsmöglichkeiten erhalten: Soziale Inklusion auf der Grundlage individueller Autonomie und freier Lebensgestaltung sowie das Zusammenleben in den natürlichen, lebenslang gewachsenen Beziehungen und Gemeinschaften im persönlichen Mikrokosmos des sozialen Umfeldes (Familie, Verwandtschaft, Freundeskreis, Nachbarschaft, Vereine, Gemeinde, Ortsgemeinde und Religionsgemeinschaft etc.).
Mit der Betonung dieser Unterschiede und des daraus nötigen Umsteuerungsbedarfs, welchen sich die Bürgerinitiative "Daheim statt Heim" seit ihrem Start am 1. Juni zum Ziel gesetzt hat, geht es nicht um Schlechtreden oder gar "Dämonisierung" von "Heimen", wie Sozialminister Dr. Buchinger in der ORF- Sendung "Im Zentrum" vergangenen Sonntag in einem Nebensatz die Kritik an "Heimen" bezeichnete. Es geht darum, klarzustellen, was Sache ist, was "Heime" können und was sie nicht können, was sie sind und was sie nicht sind.
Eine umfassende Inklusion und Beachtung von Menschenrechten für behinderte Menschen lassen sich mit dem Auslaufmodell "Heim" nicht realisieren.
Mit dem Aufbau weiterer Mauern der Fremdbestimmung im Bereich der häuslichen assistenzgestützten Lebens- und Wohnformen wird kein Fortschritt erzielt.
Die seit einem halben Jahr vorliegende UN- Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sollte nicht nur auf dem Papier unterschrieben werden, sondern im Praxisbezug aller Gesetze und verwaltungstechnischen Regelungen umgesetzt werden.
Entsozialisierend


Die Grundlagen der österreichischen "Sozialhilfe" sind nicht konzipiert für einen langfristigen Unterstützungsbedarf von Menschen mit Hilfebedarf. Obwohl die Sozialhilfegesetze in den Einleitungsparagraphen teilweise tollste Formulierungen beinhalten, in der Realität bleibt es beim Prinzip der "Notstandshilfe" und Ökonomisierung auf niedrigstem Niveau.
Diese Ansätze sind nicht zeitgemäß für ein modernes Hilfesystem. Die Aspekte einer gleichberechtigten Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und eines Nachteilsausgleiches für die Betroffenen und Mit-Betroffenen sind in der Praxis nicht vorhanden.
Die Einführung von Obergrenzen bei den wirtschaftlichen Existenzgrundlagen drängen die Menschen in die Armut und völlige Abhängigkeit. Sie berauben den Menschen seiner Autonomie und Individualität, somit auch seiner Teilhabe am Leben in der Gesellschaft, wie es zu Zeiten seiner Nichtbetroffenheit meist über Jahrzehnte entwickelt und aufgebaut wurde und es seiner individuellen Normalität entspricht.
Gegen die Menschenwürde


Einkommen, Vermögen und Angespartes gehören unverzichtbar zu den Freiheitsrechten und der Würde eines Menschen. Es muss z.B. das Mobilitätsbedürfnis aufrecht erhalten bleiben (auch mal eine Autoreparatur bzw- Neuanschaffung möglich bleiben) und die Instandhaltung des Eigenheimes für sich und ggf. für die Angehörigen (z.B. Dachreparatur, Fenster- oder Heizkesseltausch etc.) möglich bleiben. Es wäre auch unsozial, die Möglichkeit von Urlaub und Reisen dem Betroffenen und seinen Angehörigen zu nehmen. Ersparte Reserven, dürfen nicht angetastet werden. Es gibt durch den Hilfebedarf bereits ohnehin viele Nachteile, dazu dürfen nicht noch weitere Einschränkungen dazukommen.
Ungerecht


Wenn die Angleichung der Förderungen zwischen stationären und privaten Betreuungsformen, wie sie mittlerweile von beiden Regierungsparteien als Ziel bekundet wird, annähernd ernst zu nehmen wäre, müssten auch umfassende Aspekte der "Hotelkosten" beider Formen ausreichend Berücksichtigung finden. Zum Unterschied vom Leben im "Heim" muss das Wohnbedürfnis und der Lebensunterhalt mit allen Kosten, Risiken und Verpflichtungen bestritten und aufrecht erhalten werden.
Für das "Heim-Modell" gibt die Öffentlichkeit pro Betroffenem ein Vielfaches aus gegenüber dem menschlicheren und individuelleren "Daheim-Modell", obwohl sich mehr als 80 % der Bevölkerung die letztere der beiden Unterstützungsformen wünschen. Dies zu ignorieren, missachtet den demokratischen Handlungsauftrag des österreichischen "Souveräns", denn "wir sind das Volk"!
Für Betreuung- und Assistenz zuhause gibt es trotz Pflegepakets keine gerechte und angemessene Förderung, die Anliegen von behinderten und pflegebedürftigen Menschen werden ignoriert. Von einem bedarfsorientierten Beitrag, soweit wie möglich die notwendige Betreuung und Hilfe zu "sichern" sowie davon, die Möglichkeit zu verbessern, ein selbstbestimmtes, bedürfnisorientiertes Leben (zu Hause) zu führen, wie es der §1 des Pflegegeldgesetzes vorsieht, sind wir noch weit entfernt. Ein Betreuungs- bzw. Assistenzerfordernis im Ausmaß von vielen Stunden täglich bleibt zu Hause nur für ganz wenige Betroffene erschwinglich und wird durch das neue Pflegepaket nicht leistbarer sondern für alle (!) nur teurer.
Unnütz und realitätsfremd


Die Vertrauensseligkeit des Sozialministers in die Ehrlichkeit der Österreicher in Ehren, aber in solchen existenziellen Notlagen und der somit viel bewusster wahrgenommenen Absicherungsbedürfnisse, werden die meisten Menschen bei der Vermögenserklärung eher pragmatisch vorgehen und das eine oder andere Sparbuch oder Aktienpaket nach dem Prinzip der Nützlichkeit einfach im Stress "übersehen". Draufzahlen würden wieder einmal nur jene, welche eine unbedingte Ehrlichkeit über den eigenen Vorteil stellen.
Die angebliche "Lösung des Pflegenotstandes" (für die nächsten sechs Monate) oder die "Vernünftige Lösung im Sinne der Betroffenen", die "garantiert, dass Menschen in ihrer vertrauten Umgebung alt werden können", wird aber ohnehin kaum jemand in Anspruch nehmen, weil es aufgrund der Amnestie nicht zwingend nötig ist und für die Betroffenen trotz Zuschuss nur teurer würde. Offensichtlich werden hier Mechanismen des "Positven Denkens" bemüht, welche sich in der Realität sehr schnell als Illusion herausstellen werden.
Inakzeptabel


Wenn seitens Bundesbehinderten-Beirats für den Sozialminister am 19. Juni 2007 "keine neue überzeugende Argumentation dargelegt wurde, die die bisherige Linie hätte erschüttern können", liegt es daran, dass die Einführung dieses Aspekts überfallsartig erst am Schluss aller Debatten aus dem Hut gezaubert wurde und kein Diskussionsprozess stattfand.
Die Mitverantwortung für diese unsoziale und unsachliche Fehlentscheidung tragen der Ministerrat, Bundeskanzler und Vizekanzler, die laut Aussagen des Sozialministers zugestimmt haben. Weiß man jetzt schon - "Geld pflegt nicht" - so wird man auch noch zur Erkenntnis gelangen müssen "schöne Worte pflegen auch nicht"! Weitere Informationen: Pflegegeld
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  #6  
Alt 24.07.2007, 21:28
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Standard "Daheim statt Heim": Pflegenotstand - bitte nächster Schritt!

"Daheim statt Heim": Pflegenotstand - bitte nächster Schritt!

Politiker, fürchtet Euch nicht vor notwendigen Gesetzesänderungen, auch wenn diese einiges an neuen finanziellen Mitteln erfordern!

Wie human und entwickelt wir als Gemeinwesen sein wollen, hängt von uns allen ab. Der Umgang mit hilfebedürftigen, schutzbedürftigen und alten Menschen unterliegt ständigen Herausforderungen und Anpassungserfordernissen. Oft ist auch Mut erforderlich!
Die Qualität einer Gesellschaft erkennt man daran, wie sie mit den Schwächsten umgeht.
Ist-Zustand


Von den rund 380.000 Pflegegeldbeziehern sind etwa 85 % mit dem möglichst bald an den Inflationsverlust anzupassenden 7-stufigen Pflegegeld einigermaßen zufrieden, warum?
Das Pflegeproblem ist in den meisten Fällen ein solches von einigen Monaten bis einigen wenigen Jahren. Das heißt, die mit den Schwierigkeiten einhergehenden finanziellen Belastungen sind den Getroffenen und den Angehörigen zumutbar und in den Auswirkungen halbwegs verkraftbar.
Erforderliche und weitergehende Hilfestellung (auch bei Heimaufenthalt) ist mit den etablierten Angeboten der Dienstleister (gestützt von den Ländern und mit Stundensätzen zwischen Euro 40 bis Euro 80) ausreichend vorhanden.
Das ungelöste Problem, tausende Betroffene ohne ausreichende Hilfe.
Etwa 15 % der Pflegegeldbezieher sind so genannte "Langzeitpflegefälle" und das beginnt bereits mit von Geburt an behinderten Kindern bzw. von Erkrankungen oder Unfälle betroffene jüngeren Menschen, die jahrzehntelang einen hohen Unterstützungs- und Hilfebedarf haben werden.
Demnach dürften rund 57.000 Menschen keine ausreichende Hilfe erfahren, sowohl daheim als auch in Heimen. Für diese Zahl von Hilfesuchenden wollte sich der ÖZIV vor Einführung des Pflegegeldgesetzes 1993 primär einsetzen. Die jetzigen Regelungen stellen zwar eine gute Basis dar, es fehlt jedoch die bedarfsgerechte "offene Pflegegeldstufe" bei hohem Hilfebedarf.
Lösungsvorschlag


Ein Lösungsmodell, in Anlehnung an jenes in den skandinavischen Ländern mit "persönlicher Assistenz" bzw. in Anlehnung an die Grundlagen "selbstbestimmten Lebens", könnte der enormen Finanzierungslücke für diesen Personenkreis abhelfen:
  1. Die Hilfebedürftigen bzw. deren Angehörige werden von zwei besonders ausgebildeten Kräften befragt, welchen täglichen Hilfebedarf sie im Rahmen ihres persönlichen Mikrokosmos, in dem sie leben, haben (Berücksichtigung der familiären Verhältnisse, möglicher Beruf des Betroffenen und seiner Angehörigen, Leistbarkeit und Leistungsbereitschaft der Angehörigen bzw. Nahestehenden sowie genaueste Kenntnis über die Behinderungsart und deren betreuerische und unterstützende Anforderungen, wobei letzteres keine Disziplin eines Arztes ist!).
  2. Der Staat legt jährlich fest, wie hoch der Wert einer Assistenz- bzw. Betreuungsstunde ist. In Schweden z.B. 2007: 24 Euro pro Stunde.
  3. Die betroffenen Menschen bzw. deren gesetzliche Vertreter erhalten aufgrund dieser Rechnung (tägl. Assistenzstunden x Stundensatz) ein Jahresbudget zur Verfügung gestellt und müssen die bestimmungsgemäße Verwendung dieses Geldes einmal jährlich nachweisen.
Die Kriterien


a) Die Beschäftigung solcher Hilfspersonen (nicht gemeint ist Fachpersonal) unterliegt keinem starren Schema und ist neu auszuformulieren.
b) Es handelt sich primär um lohn- und einkommensteuerfreie Transferleistungen (alles andere ist ein Verschieben von staatlichen Geldern von einer in die andere Tasche), ausgenommen normale Dienstverhältnisse, die es für diese Aufgaben in großer Zahl geben wird.
c) Haftpflichtversicherung und Sozialversicherunspflichten richten sich nach den Erfordernissen der Helfer.
Erläuterungen


zu a) Es muss und soll ermöglicht werden, dass durch Angehörige, Studenten, Pensionisten, Verwandte, vorübergehend nicht berufstätige Mütter, Sozialhilfeempfänger, Arbeitssuchende u.dgl. stundenweise und insbesondere dann, wenn es mit normalen Dienstverhältnissen nicht finanzierbar ist (wie z.B nachts, an Wochenenden oder an Sonn- und Feiertagen) Leistungen erbracht werden können. Bei diesen Beschäftigungsmodellen kann die jeweils aktuelle und zutreffende "Zuverdienstgrenze" berücksichtigt werden Damit könnte auch der viel diskutierten Armut in diesem Bereich der Zahn gezogen werden und das oft kritisierte "Untätig sein müssen" dieser Menschen wäre behoben.
zu b) Eine zwingende Besteuerung derartig niedrigschwelliger Arbeit verhindert das Tätigwerden in diesem Bereich.
zu c) Notwendig sein wird in jedem Fall eine Unfallversicherung, eine Krankenversicherung nur dann, wenn nicht anderweitig eine solche vorliegt. So sind z.B. Studenten meist bei den Eltern mitversichert, Mütter im Rahmen des Kindergeldbezuges, Pensionisten durch den Pensionsversicherungsträger, Arbeitssuchende im Rahmen der Arbeitslosen-Versicherung.
Pensionsversicherungsbeiträge können erforderlich und sinnvoll sein, Pensionisten oder in Karenz befindliche Mütter werden diese nicht benötigen.
Wohnbauförderungs-, AK-, Insolvenzsicherungsbeiträge und dergleichen werden kaum von Bedeutung sein, wiewohl gerade hier ein gewisser Aufschrei zu erwarten ist.
Resümee


Genauso wie jedes Pflegeproblem ein individuelles ist, ist auf die individuellen Bedürfnisse der Helfer Rücksicht zu nehmen. Mit Regelungen wie in Industrie, Gewerbe und freier Berufstätigkeit ist dem Pflegeproblem nicht beizukommen! Wenn Sie mehr wissen wollen, dann werden Sie hier fündig: Österreichische Bürgerinitiative "Daheim statt Heim" www.daheim-statt-heim.at Weitere Informationen: Pflegegeld
quelle:bizeps
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