Budget-Tour beginnt in Berlin
Berlin (kobinet) Mit einer bundesweiten Informationskampagne unter dem Motto "Selbstbestimmtes Leben: Persönliches Budget" wollen die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen und die Landesbehindertenbeauftragten für ein Instrument werben, auf das ab 2008 Rechtsanspruch besteht. Die
Budget-Tour beginnt am 3. September in Berlin.
Am Vormittag wollen im Frohnauer Fürst-Donnersmarck-Haus Ina Richter und Viktor Eisele als Budgetnehmer und Experten in eigener Sache mit möglichen Nutznießern über dieses in einem Modellprojekt eingeführte Instrument diskutieren. Zum Podiumsgespräch am Abend im Kleisthaus ist auch Birgit Stenger von der Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen (ASL e.V.) eingeladen.
Karin Evers-Meyer, die Beauftragte der Bundesregierung, möchte mit der Tour durch die Bundesländer potenziellen Budgetnehmern wie der interessierten (Fach-) Öffentlichkeit die Möglichkeit geben, "mehr über das Persönliche Budget zu erfahren und sich im gegenseitigen Austausch zu inspirieren". Nach Ansicht des Berliner Landesbeauftragten Martin Marquard stellt die neue Rolle als Akteur in eigener Sache eine immense Umstellung dar. Eine Budgetassistenz sollte anfängliche Hilfestellungen bei der Planung der neuen Lebenssituation geben.
Die Arbeitsgemeinschaft für selbstbestimmtes Leben schwerstbehinderter Menschen will dann mit einer Tagung am 20. und 21. September in der Zehlendorfer Villa Donnersmarck praktische Erfahrungen mit dem trägerübergreifenden persönlichen Budget aufarbeiten. Den Berlinern geht es vor allem um folgende Fragen: Warum wurden bisher so wenige Anträge gestellt? Gibt es zu hohe Hürden und Hemmnisse bei der Umsetzung? Wird Menschen mit hohem Assistenzbedarf der Zugang durch fehlende Finanzierung von Budgetassistenten erschwert? Wie kann eine von Leistungsträgern unabhängige Beratung finanziert werden? Die Tagung soll genutzt werden, Erfahrungen des Berliner Modellprojekts kritisch auszuwerten, Problemfelder aufzuzeigen und konstruktive Lösungen zu erarbeiten.
Quelle: Netdoktor