30.08.2007 - 12:30
Mehr Selbstbestimmung durch Assistenz
Trier (kobinet) Behinderte Menschen organisieren sich ihre notwendige Hilfe selbst und erreichen dadurch mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung. Am 3. September um 14 Uhr bietet das Zentrum für selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen Mainz (ZsL) dazu in der Volkshochschule Trier eine Informationsveranstaltung an.
Beim Arbeitgebermodell wird der behinderte Mensch selbst zum Arbeitgeber. "Die selbstorganisierte Assistenz im Arbeitgebermodell hat in den letzten Jahren großen Erfolg gehabt. Diese Praxis hat bewiesen, dass ein selbstbestimmtes Leben behinderter Menschen in der Kommune, außerhalb von Sondereinrichtungen, möglich ist und die Lebensqualität in der ganzen Gesellschaft erhöht. Die rheinland-pfälzische Landesregierung unterstützt diesen Ansatz und viele Kommunen haben die Vorteile dieses Modells erkannt", so heißt es in einem Auszug aus dem "Mainzer Bündnis", einer Zielvereinbarung, die das rheinland-pfälzische Sozialministerium, der Städte- und Landkreistag Rheinland-Pfalz und das ZsL im August 2005 vereinbart haben.
Christian Bayerlein, Rollstuhlfahrer und Berater im Zentrum weiß: "Seit mehr als 20 Jahren hat sich dieses Arbeitgebermodell als wohl selbstbestimmteste Form eines Lebens mit Hilfebedarf bereits bundesweit bewährt." Trotzdem ist dieses Modell in vielen Regionen - vor allem auf dem Land, aber auch in einigen Städten - immer noch nicht ausreichend bekannt oder mit abschreckenden Vorurteilen behaftet: zu teuer, zu risikoreich, zu arbeitsintensiv.
Ein Ziel des Mainzer Bündnisses ist es, diese Informationslücken in Rheinland-Pfalz zu schließen. Zu diesem Zweck führt das ZsL nun in vier verschiedenen Städten in Rheinland-Pfalz Informationsveranstaltungen durch. Dabei sollen sich Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus sämtlichen Gebieten zusammen finden, die während des Prozesses der Beantragung und Durchführung des Arbeitgebermodells eingebunden sind. Im Rahmen der Veranstaltungen sollen aber nicht nur Informationslücken geschlossen, sondern auch Ängsten und Vorbehalten Raum gegeben werden. Natürlich richtet sich die Veranstaltung an betroffene Assistenznehmerinnen und -nehmer und behinderte Menschen, die sich dafür interessieren, aber auch an Kostenträger und Leistungserbringer.
Die nächste Veranstaltung findet am 3. September um 14 Uhr in der VHS Trier (Domfreihof 1 b, Palais Walderdorff) statt. Interessierte Personen werden gebeten, sich per Fax unter der Nummer 06131/14674-440 oder per Email
h.dreher@zsl-mainz.de anzumelden.