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20.09.2007, 15:21
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Huainigg: Barrieren für behinderte Studierende sind abzubauen
Huainigg: Barrieren für behinderte Studierende sind abzubauen
ÖVP-Behindertensprecher: Behinderte Menschen am Lehrpult verändern den Unterricht
"Barrierefreiheit sowie flexible Rahmenbedingungen, die an die Bedürfnisse des Einzelnen angepasst werden können, sind der Schlüssel für einen gleichberechtigten Hochschulzugang von behinderten und gesundheitlich beeinträchtigten Studierenden", sagte heute, Dienstag, der Sprecher des ÖVP-Parlamentsklubs für Menschen mit Behinderung, Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, anlässlich der Präsentation der Studie zur Situation gesundheitlich beeinträchtigter Studierender im Festsaal der Universität Wien.
Durch den Paradigmenwechsel in der Behindertenpolitik ist in den letzten Jahren vieles in Bewegung gekommen. Barrierefreiheit und Gleichstellung wurde auch in den Universitäten und Fachhochschulen zum Thema. Dennoch bestätige die Studie für Huainigg, dass es noch immer zu viele Barrieren, Vorurteile und Unwissenheit an den Hochschulen gäbe.
"Mobilitätsbehinderte Studierende sind gezwungen, viel Zeit und Energie in die möglichst barrierefreie Gestaltung ihres Studiums zu stecken. Wertvolle Studienzeit bleibt so auf den Uni-Treppen liegen", so Huainigg. Aber auch sehbehinderte und hörbehinderte Studierende brauchen Rahmenbedingungen, die es ihnen ermöglichen, ihr Studium ihren Bedürfnissen entsprechend zu gestalten. Gebärdensprachdolmetscher, Induktionsschleifen, Mitschreiber oder Lehrunterlagen in Braille-Schrift müssen selbstverständlich von den Hochschulen zur Verfügung gestellt werden. Es könne nicht sein, dass der Einzelne jeweils einen bürokratischen Hürdenlauf auf sich nehmen müsse, um den Unterstützungsbedarf zu organisieren.
"Der freie Hochschulzugang muss auch für behinderte Menschen Realität werden und darf nicht durch äußere Umstände faktisch beschränkt bleiben", sagte der ÖVP-Behindertensprecher. Jede Hochschule solle daher ein Gesamtkonzept erarbeiten, wie aufgrund der Gegebenheiten die Gleichstellung von behinderten und gesundheitlich beeinträchtigten Studierenden tatsächlich umgesetzt werden könne. In dieses Konzept müsse die Beseitigung von baulichen Barrieren ebenso Eingang finden wie die Erstellung und Finanzierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten sowie die Sensibilisierung der Lehrenden. Unumgänglich sei dabei die Einbeziehung von betroffenen ExpertInnen, so Huaingg.
"Behinderte Menschen sollten auch vermehrt in Lehre und Wissenschaft tätig sein. Das wäre sowohl gelebte Integration als auch Sensibilisierung", sagte der ÖVP-Behindertensprecher. An einem Institut für Erziehungswissenschaften werde zum Beispiel eine Lehrveranstaltung zur Gehörlosenpädagogik von einer gehörlosen Vortragenden angeboten. Für hörende Studierende werde gedolmetscht. "Angesichts dieser Bemühungen an den Universitäten ist es für mich absolut unverständlich, warum Bundesministerin Schmied in der aktuellen Zulassungsverordnung zu den Pädagogischen Hochschulen wiederum die diskriminierende Formulierung der körperlichen Eignung aufgenommen hat" sagte Huainigg abschließend.
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angie
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07.10.2007, 18:04
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Faire Chancen für behinderte Schüler und Lehrer gefordert!
Huainigg: Faire Chancen für behinderte Schüler und Lehrer gefordert!
Entschließungsantrag für die Weiterführung der Schulintegration nach der 8. Schulstufe.
"Seit nunmehr beinahe 15 Jahren ist das Recht behinderter Kinder auf Integration in die Regelschule gesetzlich verankert. Aufbauend auf den Erfahrungen ist es nunmehr dringend an der Zeit, die Weiterführung der Schulintegration über die 8. Schulstufe hinaus umzusetzen", sagte heute, Donnerstag, der Sprecher des ÖVP-Parlamentsklubs für Menschen mit Behinderung, Abg. Dr. Franz-Joseph Huainigg, im Plenum des Nationalrates anlässlich der Debatte über den von ihm eingebrachten Antrag zur Weiterführung der Schulintegration.
Behinderte Kinder haben die Schule und ihre Pädagogik verändert. Der Frontalunterricht ist individuellen Lehrmethoden gewichen und in Integrationsklassen werde jedes Kind entsprechend seinen Leistungen gefördert und gefordert.
"Wenn wir heute mit diesem Antrag Bundesministerin Schmied ersuchen, die Schulintegration auch nach der achten Schulstufe im Regelschulwesen weiter zu entwickeln, dann ist das ein bedeutender Moment und es freut mich besonders, dass dieses Anliegen von allen fünf Parlamentsparteien mitgetragen wird", sagte Huainigg.
"Wir können auf zahlreiche Jahre, die für alle Beteiligten wertvolle Erfahrungen brachten, zurückblicken und auf denen wir nunmehr aufbauen können." Auch die weiterführende Schulintegration sei kein gänzliches Neuland mehr, führte Huainigg aus. So gäbe es bereits eine Reihe von Schulversuchen in berufsbildenden Schulen. "Dieses Know-How müssen wir nützen, um unseren Kindern den bestmöglichen Start in eine berufliche Zukunft zu ermöglichen." Insbesondere die Erfahrungen aus der Integrativen Berufsausbildung würden belegen, dass individuelle Angebote erfolgreich umgesetzt werden können, sagte der ÖVP-Behindertensprecher.
Getreu dem Motto ‚Individualpädagogik statt Sonderpädagogik’ sei es auch notwendig, angehende PädagogInnen entsprechend auszubilden. "Dafür ist es wichtig, die Integrative Pädagogik als fixen Baustein in der LehrerInnenausbildung zu verankern", so Huainigg. Hier seien die neuen Pädagogischen Hochschulen gefordert, den Studierenden entsprechende Angebote zur Verfügung zu stellen.
Mit dem Bundes-Behindertengleichstellungs-Begleitgesetz 2006 ist es gelungen, den Begriff der ‚körperlichen und geistigen Eignung’ aus den Gesetzen zu entfernen. Mit dem Ziel, dass im Schulbereich eine gehörlose Lehrerin oder ein blinder Lehrer nicht länger Utopie sein müssen. "Derzeit macht eine Verordnung des Unterrichtsministeriums behinderten Menschen durch das Aufnahmekriterium der körperlichen Eignung ein Studium de facto unmöglich. Auch wenn ich der Ministerin gerne Glauben schenken möchte, dass dies nicht ihre Intention sei, spricht die derzeit gültige Verordnung eine andere Sprache, die korrigiert werden muss", sagte Huainigg.
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