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Alt 28.10.2007, 09:30
Nancy
 
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Standard Aktionsbündnis 'Persönliche Assistenz' gegründet.

Aktionsbündnis 'Persönliche Assistenz' gegründet.





Wien (kobinet) Betroffene bündeln nun ihre Kräfte und haben Mitte Oktober 2007 in Österreich das Aktionsbündnis "Persönliche Assistenz" gegründet.

"Es reicht!" sagen sich viele, die auf Persönliche Assistenz angewiesen sind. Behinderte Menschen aus ganz Österreich bündeln nun ihre Kräfte um die Finanzierung einer ganzheitlichen und bedarfsgerechten Persönliche Assistenz auch in Österreich durchzusetzen.

Probleme in Wien


Persönliche Assistenz ist bekanntlich kein wirtschaftliches Problem, weil die Stundensätze deutlich unter jenen der Sozialen Diensten liegen. Es ist eine Machtfrage, hält eine der rund 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer eines ersten Treffen am 23. Oktober 2007 in Wien fest.

Wien tut sich seit Jahren besonders schwer mit Persönlicher Assistenz. Während in anderen Bundesländern Persönliche Assistenz schon seit zehn Jahren eine Leistung der Behindertenhilfe ist, lehnte dies Wien konsequent ab.

Erst in den letzten Jahren begann eine zaghafte Öffnung. Zuerst wurde die Leistung "Erhöhte ambulante Monatspauschale" (EAMP) als Möglichkeit herangezogen; später dann ein Modellprojekt Persönliche Assistenz gestartet. Doch nun stehen die Signale wieder auf "retour".

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Treffens berichteten von den Problemen bei der Beantragung der EAMP und die Angst, dass diese Leistung eingestellt wird. "Ich wäre gezwungen meine eigene Wohnung und mein Lebensumfeld aufzugeben", berichte eine andere Teilnehmerin und zeigt sich sehr verunsichert.

Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Modellprojektes sieht es nicht besser aus. Hat sich die Stadt Wien - administriert durch den Fonds Soziales Wien (FSW) - bereit erklärt, diesen Schritt zu wagen, folgt nun die Ernüchterung.

Soll beendet werden, was gut funktioniert?


Das System funktioniert sehr gut, die Menschen sind zufrieden, 110 Personen haben allein im Modellprojekt Beschäftigungsverhältnisse erlangt. Doch der Stadt bereiten die Kosten große Sorgen. Die Signale deuten auf eine Einstellung des Modellprojektes, obwohl die bezahlten Stundensätze nur einen Bruchteil der Kosten von Sozialen Diensten ausmachen.

Verängstig sind daher die Teilnehmer. Todesurteil heim. "Ich weiß wie es in Pflegeheimen ist; das überlebe ich nicht", bricht die Verzweiflung aus einem der teilnehmenden Personen.

Eine andere ergänzt, dass es ohne Persönliche Assistenz für sie nicht möglich ist, ein Praktikum oder den Beruf auszuüben. Da hilft es ihr nichts, wenn sie Persönliche Assistenz am Arbeitsplatz vom Bundessozialamt bezahlt bekommt. Zuerst muss sie überhaupt aus dem Bett kommen und diese Persönliche Assistenz - finanziert von der Stadt Wien - ist in Gefahr.

Wieder von vorne anfangen?


"Ich müsste von vorne anfangen", so wieder ein anderer Teilnehmer des Treffens am 23. Oktober. Die aufgebaute Organisation seiner Unterstützung würde ohne Finanzierung zusammenbrechen. Ihm sei aber wichtig, sich die Dinge selbst einteilen zu können, hält er fest.

Noch ein anderer Teilnehmer des Modellprojektes rechnet vor. Er bekäme rund 6 Stunden Pflegehilfe pro Tag. Die kosten genauso viel wie seine 24 Stunden organisierte Persönliche Assistenz. Soziale Dienst leisten keine Nachtdienste und sind daher für ihn keine Alternative; er müsste ins Heim erzählt er. "Ich geh in kein Heim", hält vorsorglich seine Sitznachbarin fest.

Behinderten Menschen wird in Wien viel zu oft deren Recht vorenthalten. Beispiele von der Ablehnung der EAMP werden erzählt und wie man sich erfolgreich dagegen wehren kann.

Vorenthalte Hilfe ist strukturelle Gewalt


Die Gruppe war beim ersten Treffen sehr verärgert und ist bereit Ungerechtigkeiten aufzuzeigen. Vorenthaltene Hilfe ist strukturelle Gewalt. "Wir müssen an uns selber glauben und werden für unser Recht kämpfen", fasst jemand aus der Gruppe zusammen. Viele nicken.
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