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Alt 03.06.2008, 22:49
Benutzerbild von angelika
angelika angelika ist offline
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Registriert seit: 08.02.2006
Ort: rotterdam und wien
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Standard Sonderschule wollte behindertes Mädchen in Holzverschlag sperren

Sonderschule wollte behindertes Mädchen in Holzverschlag sperrenLINZ/HARTHEIM. Ein anonymer Hinweis lotste die OÖN zur Landessonderschule Hartheim: Dort sei für eine geistig behinderte 14-Jährige ein Holz-Zwinger errichtet worden. Tatsächlich konnten die OÖN den Verbau fotografieren und schalteten die Schulbehörde ein. Der „Auszeit“-Raum muss sofort wieder weg.

Es ist ein Verbau aus Holz, von zwei mal zwei Metern Fläche und rund zwei Metern Höhe. Eltern hatten anonym den Verdacht geäußert, dass dieser Verschlag mitten am Gang der Sonderschule errichtet worden sei, um ein stark verhaltensauffälliges behindertes Mädchen dort einzusperren. Die OÖN fotografierten den Holzverbau und konfrontierten damit Direktor Karl Schmidhuber von der Martin-Buber-Landesschule.
„Das 14-jährige Mädchen ist geistig behindert und schon mehrmals tätlich geworden. Es hat Schüler und Lehrer geschlagen, gezwickt und gebissen. Wir wollen mit diesem Time-out-Raum Schüler und Lehrer schützen“, sagt der Direktor. Vom „Einsperren“ will er nicht reden. „Sie wird damit im Fall des Falles aus der eskalierenden Situation genommen“, sagt Schmidhuber. Bislang sei der Holzverbau aber noch nicht verwendet worden, sagt der Direktor. „Es fehlt im Inneren noch die Auspolsterung“, sagt Schmidhuber, der betont, dass es auch im Institut Hartheim, wo das Mädchen in einer Wohngruppe untergebracht ist, einen solchen „Auszeit-Raum“ geben würde.
„Das ist richtig“, bestätigt der Psychologe Dietmar Etzlstorfer vom Institut Hartheim, der das Mädchen betreut. „Unser Auszeit-Raum ist sieben Quadratmeter groß, mit Fenstern. Er kommt nur in Betracht, wenn das Mädchen nicht mehr mit gelinderen Mitteln beruhigt werden kann. Der Aufenthalt im Raum dauert fünf Minuten. Diese freiheitsbeschränkende Maßnahme ist durch das Heimaufenthaltsgesetz gedeckt“, sagt Etzlstorfer. Von einem künftigen „Auszeit-Raum“ in der Schule weiß er aber nichts. „Immerhin sind wir Erzieher die Erziehungsberechtigten des Kindes.“
Bezirksschulinspektor Karl Eckmayr: „Ich weiß, dass das Kind sehr schwierig ist. Aber wir können keine Kinder einsperren. Ich habe von dem Holzverbau nichts gewusst.“ Er ordnete gestern prompt an, „dass der Verbau nicht in Betrieb gehen wird“.

quelle: oberösterreichische nachrichten
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angie
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  #2  
Alt 04.06.2008, 06:14
Benutzerbild von ria.roos
ria.roos ria.roos ist offline
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Beiträge: 1.583
Standard Affenkäfig für Behinderte?

Hi, Angel,

habe diesen Bericht gelesen und der kommt mir doch verdammt bekannt vor!
Mein Sohn Timo war auch in der Körperbehindertenschule, dort hat zum "Einsperren, Wegsperren" eine so genannte Besen oder Putzkammer genügt, aus Angst hat Timo mir das erst viel später erzählt. Timo ist nicht Verhaltensauffällig, hatte keine Anfälle und hat niemand gebissen oder geschlagen, er war, wie ein anderes Kind von dem ich diess auch weiß, einfach nur im Weg oder lästig beim Kaffee-trinken.

Dieses sind Tatsachen, und einiges konnte ich beim meinem plötzlichen, unerwarteten Erscheinen selbst in Augenschein nehmen.

Das als Kommentar zu der Behandlung unserer behinderten Kinder, wenn wir nicht in Sicht sind!

LG
ria.roos
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ria.roos
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  #3  
Alt 04.06.2008, 11:41
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die_elfe1974 die_elfe1974 ist offline
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Registriert seit: 17.02.2007
Ort: Dortmund
Beiträge: 588
Standard

Das ist schlimm, aber zum glück kann cih sagen, daß die Lehrer(innen) meiner Tochter zwar auch ab und an mal "Auszeiten" verhängen. Dabei wird das sehr fair geregelt,nämlich in dem es (das Kind) dann nicht als Konsequenz in die Pause mitdarf, sondern erst einmal eine Weile im Klassenraum verbringen muß.

Und ich denke so geht Padägogik, wenn man erklärt und konsequent, aber fair dabei bleibt!
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Optimisten sind Menschen, die die Dinge nicht so tragisch nehmen wie sie sind. (Karl Valentin)
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  #4  
Alt 04.06.2008, 12:56
Benutzerbild von angelika
angelika angelika ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 08.02.2006
Ort: rotterdam und wien
Beiträge: 7.502
Standard

Weiter Debatte um Holzverschlag für Mädchen
Wie soll mit besonders verhaltensauffälligen Schülern umgegangen werden? Diese Diskussion hat die Sonderschule in Alkoven entfacht. Dort sollte ein 15-jähriges, geistig behindertes Mädchen phasenweise in einen Holzverschlag gesperrt werden. So weit ist es nicht gekommen, doch inzwischen ist die 15-Jährige suspendiert worden und wird derzeit gar nicht unterrichtet. Auch das sorgt für Kritik.

"Fremd- und Eigenverletzungsgefahr"
Der Unterricht in der Sonderschule Hartheim findet seit Dienstag ohne die 15-Jährige statt. Für den Eferdinger Bezirkshauptmann Michael Slapnicka derzeit die einzige Möglichkeit. Denn Zwar wäre der geplante Holzverschlag keinesfalls eine Lösung gewesen, aber er sehe aktuell keine Möglichkeit für einen Unterricht.

"Das ist das Problem. Die Intention des Direktors war offensichtlich, das Mädchen so lange wie möglich in der Schule hält. Nachdem dies nicht möglich ist, wird das Mädchen zurück ins Institut kommen. Derzeit besteht nicht die Möglichkeit, dass das Mädchen aufgrund der Fremd- und Eigenverletzungsgefahr in der Schule bleibt", so Slapnicka. "Grenze der Beschulbarkeit erreicht"
Landesschulratspräsident Fritz Enzenhofer nimmt die Lehrer der Sonderschule Hartheim in Schutz. Diese würden sich sehr bemühen, es werde hervorragende Arbeit an der Schule geleistet. Aber offenbar sei bei dem Mädchen die Grenze der Beschulbarkeit erreicht: "Es ist nicht jeder Mensch in jeder Zeit und in jeder Phase beschulbar. Die Schule kann nicht immer der richtige Einsatz- oder Betreuungsort sein", sagte Enzenhofer. Trotzdem fordert Enzenhofer, dass nach Alternativen gesucht werde, wie das Mädchen unterrichtet werden könne.
quelle: orf
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angie
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  #5  
Alt 06.06.2008, 20:24
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
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Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Hallo,

die BZ online brachte darüber einen Artikel, in dem der Holzverschlag abgebildet ist.

Außerdem ist dort zu lesen, dass die Idee zu dem 4 qm großen, fensterlosen "Time-Out-Raum" (schreckliches Denglisch!) auf eine entsprechende Vorrichtung im Wohnheim des Mädchens fusst. Dort ist die Vorrichtung allerdings immerhin 7 qm groß, hat Fenster und ist genehmigt worden. Außerdem dürfe auch hier ein Kind nur für 5 Minuten eingesperrt werden ...

Aber lest selbst: BZ-Artikel

LG

Mary


PS: in Deutschland gab es vor einiger Zeit ja ebenfalls ein Kind, dass in eine stillgelegte Toilette verbracht wurde

Hier der Link zum Forenthema
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... schön Dich zu lesen ...


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