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Alt 31.10.2008, 18:13
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
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Registriert seit: 01.08.2005
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Standard Kein Bleiberecht für Arzt wegen behinderten Kindes

Australien
Kein Bleiberecht für Arzt wegen behinderten Kindes
31. Oktober 2008, 12:18 Uhr

Ein deutscher Arzt ist in Australien mit seinem Antrag auf unbefristeten Aufenthalt gescheitert, weil sein Sohn behindert ist und der australischen Gesellschaft "bedeutende und anhaltende Kosten" verursache. Bernard Möller arbeitet als einziger Arzt an einem Krankenhaus auf dem Land im Bundesstaat Victoria.
Dr Bernhard Moeller, Isabella Moeller, Lukas Moeller

Als Arzt willkommen, aber nicht mit behindertem Sohn. Der deutsche Medizinier Bernhard Moeller, seine Isabella und Lukas sind in Australien nicht erwünscht

Die australischen Behörden haben einem deutschen Arzt eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis verweigert, weil sein Sohn unter dem Down-Syndrom leidet. Er werde gegen diese Entscheidung der Einwanderungsbehörde kämpfen, kündigte Bernhard Moeller am Freitag an. Moeller kam mit seiner Familie vor zwei Jahren nach Australien, wo in den ländlichen Gebieten des Staates Victoria ein Ärztemangel bestand. Seine vorübergehende Arbeitserlaubnis gilt noch bis 2010, der Antrag auf ein dauerhaftes Bleiberecht wurde aber in dieser Woche abgelehnt.

Zur Begründung hieß es, der 13-jährige Junge „erfülle nicht die gesundheitlichen Anforderungen“. Ein Beauftragter der Gesundheitsbehörde sei nach einer Untersuchung zu dem Schluss gekommen, dass der Gesundheitszustand des Jungen „wahrscheinlich zu bedeutenden und dauerhaften Kosten für die australische Gemeinschaft“ führen werde, erklärte am Donnerstag ein Sprecher der Einwanderungsbehörde. „Das ist keine Diskriminierung. Eine Behinderung an sich ist noch kein Grund für das Nichterfüllen der Gesundheitsanforderungen – es ist eine Frage der Kosten“, hieß es weiter.

Moeller kündigte Berufung an. „Wir möchten hier leben. Wir haben uns gut eingelebt, wir wurden von der Gemeinde hier gut aufgenommen und wir werden nicht aufgeben, nur weil die Bundesregierung meinen Sohn nicht willkommen heißt“, sagte Moeller. Er kann dabei auch auf einflussreiche Unterstützer zählen. Der Ministerpräsident von Victoria, John Brumby, hat sich hinter die Familie gestellt, und auch Gesundheitsministerin Nicola Roxon erklärte am Freitag, sie wolle noch einmal mit dem Einwanderungsminister über den Fall sprechen.

Roxon betonte, der Verfahrensweg müsse dabei eingehalten werde. Der Fall werde der zuständigen Prüfungsbehörde und dann dem Minister vorgelegt. Es gebe aber gute Gründe, warum dieser Arzt und seine Familie in Australien bleiben könnten.
Auch das Krankenhaus, für das Moeller arbeitet, kann die Entscheidung der Behörde nicht nachvollziehen. Man habe viel investiert, um ihn für diesen Job gewinnen zu können, sagte Don McRae, der Leiter der Wimmera Health Care Group. „Wir sind sehr überrascht von der Entscheidung.“ Das sei sehr schmerzlich, nicht nur für Moeller und seine Familie, sondern auch für die Gemeinde, die sie aufgenommen habe und die auf seine Arbeit angewiesen sei.
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  #2  
Alt 01.11.2008, 08:46
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.994
Standard

Krass! Aber dafür ist Australien eigentlich bekannt. Akzeptieren auch nur Bewerber mit excellenten Sprachkenntnissen und Berufen, die sie benötigen.

Sie wollen nur die Sahnetörtchen und nehmen eben keine Streuselkuchen ... im übertragenen Sinne ...

Aber das zeigt auch eine Menge von der Gesellschaft dort - ich wollte (selbst wenn ich eine entsprechende Qualifikation usw. hätte) dort nicht leben wollen.

Oft wird Deutschland sehr schlecht geredet. Aber ich hatte gestern noch ein Gespräch mit einem Bekannten, der selbst in einigen Ländern gearbeitet hat und ganz bewusst nach Deutschland zurück gekehrt ist. Eben, weil Deutschland trotz aller Nachteile (z. B. Klima - ich hätte es ja auch gern wärmer über das ganze Jahr) auch unheimlich viele Vorteile bietet.

Deutschland ist ein schönes Land. Und wenn ich solche Artikel lese ... dann bin ich sehr froh, dass ich hier lebe, in unserer Gesellschaft (die auch noch in manchen Bereichen "entwicklungsbedürftig" / "verbesserungsbedürftig" ist), in unserem System, in unserer Freiheit, in unserem Frieden ...

Ich liebe also dieses, unsere Land und die Menschen ...

Liebe Grüsse

Mary
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

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  #3  
Alt 26.11.2008, 11:11
Benutzerbild von angelika
angelika angelika ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 08.02.2006
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Beiträge: 7.502
Standard Deutscher Arzt darf mit behindertem Sohn in Australien bleiben

Deutscher Arzt darf mit behindertem Sohn in Australien bleiben

Der internationale Protest brachte den Erfolg: Der deutsche Arzt Bernhard Möller und seine Familie bekommen nun doch eine ständige Aufenthaltsgenehmigung für Australien. Die war anfangs verweigert worden - weil Möllers Sohn am Down-Syndrom leidet


Der Grund? Möllers 13-jähriger Sohn hat das Down-Syndrom und erfüllte den Einwanderungsbehörden zufolge nicht "die gesundheitlichen Anforderungen".
Laut einer bereits vor Jahrzehnten in Kraft getretenen Verfügung darf Einwanderern in Australien der dauerhafte Aufenthalt verweigert werden, wenn sie selbst oder ihre Familien bestimmte Gesundheitsanforderungen nicht erfüllen. In Möllers Fall befürchteten die Behörden, die Behinderung des Sohnes werde "zu bedeutenden und dauerhaften Kosten für die australische Gemeinschaft" führen.
Der Fall löste eine Welle der Empörung aus: Aus ganz Australien erreichten den deutschen Einwanderer Solidaritätsbekundungen. Auch einflussreiche Politiker setzten sich für Möllers Antrag ein: Der Ministerpräsident von Victoria, John Brumby, stellte sich hinter die Familie, und auch Gesundheitsministerin Nicola Roxon erklärte, es gebe gute Gründe, warum der Arzt in Australien bleiben sollte. Auch in dem Krankenhaus, für das Möller arbeitet, hatte man kein Verständnis für die ablehnende Haltung der Behörden.

Am Mittwoch dann ruderten die Behörden zurück. Einwanderungsminister Chris Evans erklärte in Sydney, der Deutsche werde eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten - und hob damit die gegenteilige Entscheidung der Einwanderungsbehörden auf. "Doktor Möller leistet einen sehr nötigen Beitrag in seiner Region, seine Familie ist sehr gut integriert", sagte er. "Ich bin froh, dass sie Australien zu ihrer Heimat erwählt haben."
Möller selbst zeigte sich überglücklich über die Entscheidung. Er habe seinen Ohren nicht trauen wollen, als er die Nachricht erhalten habe, sagte der Arzt der Nachrichtenagentur AAP. Seine Familie habe sehr unter dem Hin und Her gelitten. "Aber wir waren sehr glücklich über die viele Unterstützung, die wir aus ganz Australien erhielten."

quelle: spiegel online
__________________
Der Weg von Mensch zu Mensch,
ist oft weiter und schwieriger,

als der Weg von der Erde zum Mond.
angie
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  #4  
Alt 26.11.2008, 13:15
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
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Beiträge: 24.215
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das ist ja mal eine gute entscheidung das sie bleiben dürfen
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