Landschaftsverband
Für Behinderte kein Platz mehr
Von Manfred Reinnarth, 15.09.09, 20:57h
Der Landschaftsverband Rheinland sieht sich außerstande eine behinderte Fachaltenpflegerin weiter zu beschäftigen. Gegen das Urteil des Arbeitsgerichts, das auf die Weiterbeschäftigung der Frau entschied, hat der LVR Berufung eingelegt.
„Wir haben trotz größter Anstrengungen keinen leidensgerechten Arbeitsplatz gefunden“, sagte LVR-Direktor Harry Voigtsberger. „Dies ist umso bedauerlicher, weil es zu den wesentlichen sozialen Aufgaben des LVR gehört, Leistungen für Menschen mit Behinderung zu erbringen.“
Die Behindertenquote im LVR von 5,6 Prozent zeuge davon. Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi ist empört: „Der LVR kommt seiner Vorbildfunktion nicht nach“, sagt Gewerkschaftssekretär Rolf Winterbroer.
Es geht um Mechthilde Wellems. Sie ist 59 Jahre alt. 1981 hatte sie bei den LVR-Kliniken begonnen, seit 2004 gilt sie als schwerbehindert und kann nicht mehr leisten, was einer Pflegerin täglich abverlangt wird: Kranke umbetten oder aufheben. „All die Jahre habe ich meine Knochen kaputt gemacht und deshalb die Erwerbsunfähigkeit beantragt“, sagt sie. So wurde ihr 2007 eine Teilrente zugestanden und ihre Einsatzfähigkeit für bestimmte Tätigkeiten eingeschränkt. Seitdem hat ihr Arbeitgeber keine Verwendung mehr für sie.
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