Berlin (kobinet) Die Sozialdemokraten in Berlin haben Sozialstaatssekretärin Petra Leuschner vom Koalitionspartner Linkspartei.PDS scharf angegriffen. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD im Abgeordnetenhaus, Christian Gaebler, warf Leuschner "unsensible Äußerungen" gegenüber Behinderten vor, die sich über Probleme beim Sonderfahrdienst beschwert hatten, berichtete heute die Berliner Morgenpost.
Leuschner hatte bei einer Demonstration von Behinderten vor dem Roten Rathaus gesagt, dass die Behinderten nicht vergessen sollen, dass ihr Fahrdienst in den vergangenen fünf Jahren 65 Millionen Euro gekostet hat (
kobinet 11.8.06).
Die Zeitung verweist darauf, dass sich behinderte Menschen durch diese Äußerung verletzt fühlten. Im Internet kursierten Aufrufe, dass sich die Staatssekretärin für die Äußerung entschuldigen müsse. "Wir sind nicht der Kostenfaktor für das verarmte Berlin", schrieb beispielsweise Brigitte W.. Gaebler warf Leuschner vor, Behinderte wie "lästige Kostgänger zu behandeln".
Roswitha Steinbrenner, Sprecherin der Sozialverwaltung, wies die Kritik als "unfreundlichen Akt von Herrn Gaebler" zurück. Es habe bei der Umstellung auf einen anderen Betreiber Anlaufschwierigkeiten gegeben.
Quelle: Rehacare