Neuer öffentlicher Dachgarten in Hamburg nicht barrierefrei
Hamburg (kobinet) Der neue öffentliche Dachgarten auf dem Kongresszentrum CCH in Hamburg, ist nicht barrierefrei, kritisiert die GAL-Bürgerschaftsabgeordnete, Martina Gregersen.
Als Hauptkritikpunkt nennt sie den Zugang zur Dachfläche. Er erfolge vom Park aus über eine Rampe, die eine Steigung zwischen 12 und 15 Prozent aufweise. "Mit solch einer Schräge ist das Dach für Menschen im Rollstuhl nicht mehr oder nur mit fremder Hilfe erreichbar." Die Deutsche Industrie-Norm für barrierefreies Bauen sieht eine Steigung von maximal 6 Prozent vor.
"Es ist nicht hinzunehmen, dass wieder nicht an die Belange behinderter und mobilitätseingeschränkter Menschen gedacht wird", sagte Gregersen. Nach dem Neubau des Jungferstiegs sei das CCH nun die zweite große Baumaßnahme, bei der der Senat Barrierefreiheit außer acht lasse.
Schon nach der Teilfertigstellung des Jungfernstiegs habe es Kritik von behinderten Bürgern gegeben: Mit dem Fahrstuhl erreicht man nicht die Bahngleise, sondern nur die Läden. Von den Panoramatreppen zur Alster sind nur zwei barrierefrei erreichbar, Verkehrsschilder seien wieder auf Kopfhöhe angebracht worden.
"Nun wird wieder an prominenter Stelle gebaut und wieder einmal haben Menschen im Rollstuhl das Nachsehen und bleiben ausgeschlossen", sagt Gregersen.
Gregersen fordert nun entsprechende Nachbesserungen bei der Rampe, damit die Dachfläche für alle nutzbar wird. Damit solche Fehler in Zukunft vermieden werden, fordert sie einen "Behinderten-TÜV" für große städtische Bauprojekte. cl
Quelle: Rehacare
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