Berlin (kobinet) Der Berliner Raúl Aguayo-Krauthausen wollte sich in einem großen Berliner Kino am Potsdamer Platz die viel gepriesene "Komödie des Jahres" ansehen. Im Gegensatz zu Til Schweiger, der in
"Wo ist Fred?" einen Rollstuhlfahrer mimt, ist Krauthausen wirklich behindert. Da konnte er im "CinemaxX" nicht so richtig ablachen, als er am Freitag Abend vergangener Woche nach einer dreiviertel Stunde in der Warteschlange vor der Kasse erfuhr, dass der Film in dem für den Rollstuhlfahrer unzugänglichen Saal 10 läuft.
"Dabei hat dieses große Filmtheater im Zentrum von Berlin auch zugängliche Säle, wo ein Film mit und über behinderte Menschen gezeigt werden könnte", sagte der 26-jährige Freiberufler aus der Kommunikationsbranche dem Berliner kobinet-Korrespondenten.
Sauer war der Filmfreund auch, weil vor der Fahrt zum Potsdamer Platz die Kommunikation mit dem Kino nicht geklappt hat: "Zunächst wollte ich Rollstuhl-Karten über die übliche Hotline reservieren. Dort erzählte man mir, dass das nur über eine bestimmte Telefonnummer ginge. Als ich dann die richtige Telefonnummer gewählt habe, ging keiner ran bzw. wurde ich immer wieder aus der Leitung geworfen. Und das ganze 10 Mal."
An einem der begehrtesten Punkte der Stadt steht das CinemaxX, in dem seit 2000 die Internationalen Filmfestspiele von Berlin gastieren. Der Filmpalast wirbt in einem
Berliner Stadtmagazin mit seiner Ausstattung: "Vollklimatisiert, Behindertengerecht". Das zweite Attribut trifft allerdings nicht auf alle 19 Säle zu. Für Krauthausen blieb Saal 10, wo "Fred" weiter läuft, versperrt. Nach seinem Cinenix-Erlebnis sucht er nun nach einem barrierefreien Berliner Kino, wo er den Film mit Til Schweiger im Rolli sehen kann.
Quelle: Rehacare