Kürzungen bei Bahn-Service nicht akzeptieren
Kürzungen bei Bahn-Service nicht akzeptieren
Krautheim (kobinet) Heike Witsch vom Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter kündigt an, dass massive Einschränkungen der Servicezeiten seitens der Deutschen Bahn von dem Selbsthilfeverband nicht akzeptiert werden. Sie ruft dazu auf, Einschränkungen zu melden.
Witsch: "Massive Einschränkungen der Servicezeiten bei der Bahn werden wir nicht akzeptieren". Die ÖPNV-Expertin beim Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter und Leiterin der BSK-Landesvertretung Schleswig-Holstein, kritisiert die jüngsten Maßnahmen der Bahn zur Einsparung von Personalkosten. Die von der Bahn als Anpassung formulierte Kürzung der Servicezeiten an den Bahnhöfen hätte zur Folge, dass eine Kernzeit zwischen 8 und 20 Uhr entstünde. In manchen Fällen würden die Zeitfenster sogar noch kürzer und behinderte Menschen in ihrer Mobilität demzufolge erheblich einschränkt.
Witsch ist selbst Rollstuhlfahrerin. Sie meint: "Berufstätige und Schüler mit Behinderung kommen zu spät zum Arbeitsplatz oder in die Schule". Auch früh angesetzte Facharzttermine oder kulturelle Veranstaltungen am Abend könnten mit dem Wegfall der Servicezeiten nicht mehr wahrgenommen werden. "Dass diese Einsparungsstrategie der Bahn bereits umgesetzt wird, beweist die aktuelle Situation am Bahnhof in Cuxhaven/Niedersachsen. Hier wurde der Bahn-Service komplette eingestellt. In Neumünster sollte zum 1. August die Servicezeit um 4 Stunden reduziert werden".
Vor wenigen Tagen habe sich die Landesweite Verkehrsservicegesellschaft (LVS) als Aufgabenträger in Schleswig-Holstein für die Belange der behinderten Menschen in einem Brief an das Bahnhofsmanagement Kiel eingesetzt. Die LVS teilte darin mit darin mit die Kürzung nicht zu akzeptieren. Ebenso seien DB-Regionalbahn in Kiel und das Verkehrsministerium benachrichtigt worden. "Wir fordern von Bahnchef Mehdorn, dass er zu seinem Vorwort in der neu erschienenen Broschüre Mobil mit Handicap steht und eine selbstbestimmte Mobilität auch mit Handicap Stück für Stück verwirklicht", sagt Witsch. "Unser Verband wird die weitere Entwicklung an deutschen Bahnhöfen beobachten. Wir rufen alle betroffenen Menschen auf, uns umgehend über weitere Kürzungen zu informieren".
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