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Alt 02.10.2008, 17:57
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evma evma ist offline
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Registriert seit: 01.08.2005
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Standard anis

Allgemeines

Als Anis werden die Früchte der Pflanze Anis bezeichnet. Sie tragen die botanische Bezeichnung Pimpinella anisum. Der Ursprung der Pflanze liegt vermutlich im Nahen Osten. Heute wird sie vor allem in Südeuropa, der Türkei, Ost- und Südasien und Mittel- und Südamerika angebaut.
Anis

Anis ist eine etwa 50 cm hohe krautige Pflanze, die in wärmeren Gegenden der Erdkugel angebaut wird und auch unter den Bezeichnungen kleiner Anis oder süßer Kümmel bekannt ist. Ihre weißen Blüten sind in 7- bis 15-strahligen Dolden angeordnet, die unteren Blätter sind ungeteilt, die mittleren dreilappig und die oberen zwei- bis dreifach gefiedert.
Medizinisch verwendet werden das ätherische Öl aus den reifen Anisfrüchten oder die getrockneten Früchte. Ansonsten wird Anis als Geschmacksträger bei der Herstellung von Lebensmitteln und Getränken genutzt. Bekannte anishaltige Getränke sind etwa der griechische Anisschnaps Ouzo und der französische Anislikör Pernod.
Häufig werden Anisfrüchte mit den Früchten von Sternanis verwechselt, die sich in Bezug auf die Inhaltsstoffe und äußerlichen Merkmale, wie beispielsweise den Geruch, sehr ähneln. Im Geschmack gibt es jedoch Unterschiede, wobei Anis süßlich und aromatisch schmeckt und Sternanis als brennend würzig empfunden wird. Sternanis stammt von der Pflanze Illicium verum, die auch als chinesischer Sternanis bezeichnet wird. Da Anisöl sehr teuer ist und auch nicht in ausreichender Menge zur Verfügung steht, wird es bei der Lebensmittel- oder Getränkeherstellung häufig durch das Sternanisöl ersetzt.
Da Anisfrüchte heutzutage überwiegend aus Kulturen gewonnen werden, sind Verwechslungen und Verunreinigungen mit den ähnlich aussehenden, giftigen Schierlingsfrüchten äußerst selten.
Wirkung und Inhaltsstoffe


Zu den Hauptbestandteilen von Anis gehört ätherisches Öl, das bis zu 95 Prozent Anethol enthält, welches als Geschmacks- und Geruchsträger gilt. Weitere Inhaltsstoffe sind unter anderem fettes Öl, Phenolcarbonsäuren und Flavonoide.
Zu den Hauptwirkungen von Anis gehören die krampflösenden und sekretolytischen, also sekretlösenden Eigenschaften. Anis wird daher als Mittel gegen Blähungen verwendet und zusätzlich auch bei Infektionen der oberen Atemwege eingesetzt. In höheren Dosierungen wirkt Anis zusätzlich desinfizierend (antiseptisch).
Anwendungsgebiete


Anis wird in erster Linie bei Magen-Darm-Beschwerden, die mit vermehrten Blähungen oder Verstopfungen einhergehen, eingesetzt. Außerdem ist Anis als Mittel gegen Infektionskrankheiten der oberen Atemwege geläufig. Aufgrund des angenehmen Geschmacks wird Anis, vergleichbar mit Fenchel, auch häufig in der Kinderheilkunde eingesetzt. Weitere Anwendungen sind die Förderung der Milchbildung bei stillenden Frauen und eine äußerliche Anwendung Durchblutungsförderung.
Dosierung und Anwendung


Anis kann in Form von Teeaufgüssen oder als reines ätherisches Öl angewendet werden.
Teezubereitung: Einen halben Teelöffel (etwa 1,5 g) getrocknete, zerstoßene Anisfrüchte werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen und 10 bis 15 min ziehen gelassen. Bei Erkrankungen der Atemwege sollte man jeweils abends und morgens eine Tasse Anistee trinken, bei Magen-Darm-Beschwerden nimmt man mehrmals täglich einen Esslöffel Tee ein. Für die Behandlung von Säuglingen wird ein Teelöffel Anistee in die Flasche gegeben. Die Tagesdosis bei der innerlichen Anwendung sollte drei Gramm Droge nicht übersteigen.
Äußerlich kann Anisöl inhaliert (drei bis fünf Tropfen in heißem Wasser 10-15 min einatmen) oder eingerieben werden. Bei akuten Erkrankungen reibt man sich alle 30 bis 60 min mit dem Öl ein, bei chronischen ein- bis dreimal täglich.
Reines Anisöl darf nicht unverdünnt eingenommen werden.
Hinweise


Bei der Anwendung von Anis oder Zubereitungen aus Anis kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die sich als Beschwerden im Bereich der Atemwege und des Magen-Darm-Trakts oder als Hautveränderungen äußern können. Anis sollte nicht bei einer Allergie gegen Anis oder den Inhaltsstoff Anethol sowie in der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden.
Bei akuten Beschwerden, die über eine Woche anhalten oder immer wieder auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Auf keinen Fall sollte das ätherische Anisöl unverdünnt eingenommen werden, da schon geringe Mengen zu Erbrechen, Übelkeit, Krampfanfällen oder sogar zu einem Lungenödem führen können.
quelle
Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde. Urban & Fischer, München 2003
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