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Alt 02.10.2008, 20:19
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Standard Artischocke (Cynara scolymus)

Die Artischocke (Cynara scolymus) ist im Mittelmeerraum, auf den Kanarischen Inseln und in Südamerika beheimatet.
Bei der Artischocke handelt es sich um eine bis zu zwei Meter hohe, distelartige, ausdauernde Kulturpflanze mit fiederspaltigen Blättern. Im ersten Jahr bildet sie eine Blattrosette, im zweiten Jahr einen bis zu zwei Meter hohen Stängel mit großen, violetten Blütenköpfen. Unter günstigen Umständen kann die Pflanze auch schon im ersten Jahr eine Blüte bilden. Vor dem Aufblühen geerntete Blütenköpfe werden aufgrund ihres fleischigen Blütenbodens als Gemüse verzehrt. Außerdem werden Extrakte aus Artischocken zur Herstellung von Magenbittern und Likören genutzt.
Medizinisch werden die getrockneten, ganzen oder geschnittenen Grundblätter und das getrocknete oder frische Kraut der Artischocke verwendet. Vereinzelt werden auch die Wurzeln, die Blütenknospen oder ein Presssaft aus frischen Pflanzenteilen eingesetzt. In den geläufigen Arzneimitteln sind meist Trockenextrakte aus den frischen Artischockenblättern enthalten. Ein artischockenhaltiger Tee dagegen enthält meist die Artischockenwurzel.
Wirkung und Inhaltsstoffe

In den Artischockenblättern und -wurzeln sind Flavonoide und Chinasäurederivate enthalten. Diese steigern die Gallenabsonderung und schützen die Leberzellen. Zusätzlich haben die Inhaltsstoffe eine Wirkung auf den Fettstoffwechsel und senken die Blutfettwerte. Daher wird die Artischocke als Choleretikum sowie als regulierendes Mittel bei erhöhten Konzentrationen der Blutfette verwendet.
Neben den Flavonoiden enthält die Artischocke Blitterstoffe wie Cynarin, welches ursprünglich als wirksamster Inhaltstoff angesehen wurde. Dieses kommt jedoch nur in geringen Mengen in der frischen Pflanze vor
Anwendungsgebiete

Die Artischocke wird bei bestimmten Verdauungsbeschwerden (dyspeptische Beschwerden) eingesetzt, besonders, wenn eine Störung des ableitenden Gallensystems zugrunde liegt. Ferner wird die Artischocke traditionell zur Unterstützung der Verdauung, bei Blähungen und bei Appetitlosigkeit eingesetzt.
In der Volksmedizin ist auch die Anwendung der Artischocke vorbeugend als Leberschutzmittel gebräuchlich. Außerdem wirkt sie unterstützend gegen hohe Blutfettwerte (Hyperlipidämie).
Dosierung und Anwendung

Die Artischocke wird als Extrakt oder Tee, von dem jeweils vor den Mahlzeiten eine Tasse getrunken werden sollte, verwendet. Von dem Extrakt werden dreimal täglich 300 400 mg eines Wasserauszugs aus frischer oder getrockneter Artischocke eingenommen. Sechs Gramm getrocknete Artischockenblätter entsprechen etwa 30 g frischen Blättern.
Frischpflanzenpresssaft sollte entsprechend der Gebrauchsinformation eingenommen werden. Die empfohlene Tageshöchstdosis beträgt sechs Gramm. Die Droge sollte kühl und lichtgeschützt aufbewahrt werden.
und wird erst bei Extraktbereitung gebildet.
Hinweise

In seltenen Fällen können artischockenhaltige Arzneimittel leicht abführend wirken.
Gegenanzeigen für die Anwendung der Artischocke sind Allergien gegen Korbblütler, zu denen auch die Artischocke gehört. Eine weitere Gegenanzeige ist ein Verschluss der Gallenwege. Gallensteinerkrankungen können die Anwendung der Artischocke einschränken.
Schwangere Frauen und stillende Mütter sollten beachten, dass über die Wirkungen der Artischocke auf das Ungeborene oder den gestillten Säugling keine Erfahrungen vorliegen. Bei Kindern unter zwölf Jahren sollen artischockenhaltige Arzneimittel nach Möglichkeit nicht verwendet werden.
Bei der gleichzeitigen Einnahme von blutgerinnungshemmenden Mitteln vom Cumarintyp sollte eine regelmäßige Kontrolle durch einen Arzt erfolgen, da die Artischocke deren Wirkung beeinflussen kann.
Quellen:

Kraft, K.: Phytotherapie
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