Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Benutzerliste
Kalender
Hilfe
Heutige Beiträge
Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Nützliche Links
Therapien zur Förderung der Sprache und /oder Kommunikation z. B.: Logopädie, Chirophonetik, Gebärden, ...

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht

  #1  
Alt 28.06.2005, 12:50
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Wie wird Sprache verarbeitet?

Hallo,

um mögliche Ursachen und Lösungsansätze im Bereich der Sprachstörungen zu suchen, ist es wichtig, zu verstehen, wie Sprache verarbeitet wird.

Daher werden unter diesem Thema Informationen dazu gesammelt.

Vielleicht kann der eine oder andere etwas dazu beitragen ...

Mary 8-)
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 28.06.2005, 12:53
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Ständiger Verkehr auf der hirneigenen Datenautobahn

28.06.2005 - Psychologie
Ständiger Verkehr auf der hirneigenen Datenautobahn

Im Gegensatz zum Computer verarbeitet das Gehirn Informationen wie Sprache kontinuierlich

Das Gehirn verarbeitet Informationen nicht stufenweise wie ein Computer, sondern in einem ständigen Fließprozess. So werden Worte beispielsweise schon während der Wahrnehmung verarbeitet und in Bewegungen umgesetzt. Das hat ein deutsch-amerikanisches Forscherteam bei Experimenten mit Freiwilligen gezeigt, die mit einem Mauszeiger auf Gegenstände zeigen sollten. Dabei reichten schon die ersten Laute eines Wortes aus, um die Probanden auf das richtige Objekt deuten zu lassen - vorausgesetzt, der Wortanfang war eindeutig einem der Objekte zuzuordnen.


Wahrnehmungstheoretiker vermuteten lange Zeit, dass Informationen im Gehirn immer als kleine Päckchen von einer Verarbeitungsstufe zur nächsten weitergereicht werden. Ein solches Vorgehen wäre vergleichbar mit dem eines Computers, in dem jede Datenveränderung erst die nächste bedingt. In letzter Zeit häufen sich jedoch Hinweise darauf, dass dieser Prozess möglicherweise nicht Schritt für Schritt, sondern dynamisch und kontinuierlich abläuft.

Diese These wird auch durch die neuen Ergebnisse gestützt, berichten Michael Spivey und seine Kollegen. Die Wissenschaftler hatten 42 Freiwillige gebeten, mit einem Mauszeiger auf verschiedene, auf einem Monitor abgebildete Objekte zu zeigen. Pro Test standen dabei immer zwei Gegenstände zur Auswahl. Hatten die Namen der Objekte keine Ähnlichkeit miteinander, wie beispielsweise "Kabel" und "Jacke", führten die Testteilnehmer den Cursor sofort und auf einem geraden Weg zum entsprechenden Objekt, beobachteten die Forscher. Waren jedoch Gegenstände mit ähnlich klingenden Namen wie "Kabel" und "Karte" abgebildet, reagierten die Probanden deutlich langsamer und führten den Mauszeiger mehrmals zwischen den beiden Darstellungen hin- und her.

Wäre jedes Wort eine vollständige Wahrnehmungseinheit, hätten die Probanden immer sofort auf ein Bild zeigen und im Fall eines Irrtums ihre Auswahl anschließend korrigieren müssen, schreiben die Forscher. Da sie jedoch während der Wahrnehmung des Wortes zögerten und die getroffene Wahl bereits zu diesem Zeitpunkt verändern konnten, müsse die Sprachwahrnehmung auf einem dynamischen Prozess basieren. Bei einem solchen Mechanismus gebe es dann nicht nur "falsch" und "richtig", sondern auch Werte dazwischen.

Michael Spivey (Cornell-Universität, Ithaca) et al.: PNAS, Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1073/pnas.0503903102

ddp/wissenschaft.de - Ilka Lehnen-Beyel

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 28.06.2005, 13:06
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Sprachverarbeitung basiert bei Kindern auf dem Wortklang und bei Erwachsenen auf der Bedeutung

29.10.2004 - Psychologie
Was für die Großen der Inhalt ist für die Kleinen der Reim

Sprachverarbeitung basiert bei Kindern auf dem Wortklang und bei Erwachsenen auf der Bedeutung

Kinder verarbeiten Sprache anders als Erwachsene: Während für Kinder hauptsächlich der Klang eines Wortes wichtig ist, erfassen Erwachsene Wörter praktisch ausschließlich anhand ihrer Bedeutung. Das haben britische Psychologen bei Sprachtests mit Grundschulkindern entdeckt. Je älter die Kinder dabei waren, desto wichtiger wurde die Wortbedeutung für die Spracherfassung. Stephen Dewhurst und Claire Robinson von der Universität in Lancaster stellen ihre Studie in der Fachzeitschrift Psychological Science vor (Bd. 15, Nr. 11, S. 782).


Wenn sich Erwachsene eine Reihe von sinnverwandten Wörtern wie "Bett", "Kopfkissen", "Nacht" und "Traum" merken sollen, bleiben ihnen meist auch Wörter wie beispielsweise "Schlaf" im Gedächtnis, die eigentlich gar nicht zur ursprünglichen Liste gehörten. Bei Kindern unter acht Jahren kommt dieses Phänomen der falschen Erinnerungsbildung dagegen nicht vor.

Um den Grund dafür herauszufinden, führten Dewhurst und Robinson Sprachtests mit 57 Kindern im Alter von fünf, acht und elf Jahren durch. Bei den Tests wurden den Kindern acht Wörter, die einen inhaltlichen Zusammenhang hatten, vorgelesen. Anschließend sollten sie möglichst viele der gehörten Wörter wiederholen. Die Wissenschaftler zeichneten die Antworten auf und werteten aus, wie viele und welche Fehler die Kinder gemacht hatten.

Bei den Elfjährigen fanden die Psychologen genau die gleichen Fehler, wie sie auch Erwachsene machen: Es tauchten sinnverwandte Wörter auf, die nicht vorgelesen worden waren. Interessant waren jedoch die Ergebnisse der Fünfjährigen: Auch sie hatten sich falsche Wörter gemerkt. Diese waren jedoch nicht sinnverwandt, sondern reimten sich auf eins der vorgelesenen Wörter. Die Achtjährigen machten beide Arten von Fehlern: Sie merkten sich sowohl falsche sinnverwandte als auch falsche gleichklingende Wörter.

Offenbar verändert sich die Sprachverarbeitung bei Kindern mit dem Alter, schließen die Forscher aus diesen Ergebnissen. Während für die kleinen Kinder praktisch ausschließlich der Klang zählt, verlassen sich die etwas älteren zusätzlich auf die Wortbedeutung, erklären die Wissenschaftler. Die ältesten der Probanden schließlich nutzen bei der Sprachverarbeitung nur noch die Bedeutung der Wörter.

ddp/bdw - Ilka Lehnen-Beyel

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 28.06.2005, 13:13
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard RE: Sprachverarbeitung basiert bei Kindern auf dem Wortklang und bei Erwachsenen auf der Bedeutung

Jetzt kann ich auch verstehen, warum meiner Tochter auch "misslungene" Lieder gefallen.

Ich singe für sie alles mögliche in Reimform. Meist über die Sachen, die wir gerade machen oder erleben. Manchmal finde ich kein passendes Wort in Reimform und "erfinde" dann auf die Schnelle etwas.

Solange es im Reim passt, amüsiert sie sich dabei sehr ... wenn es nicht mehr gereimt ist, dann geht ihre Aufmerksamkeitsspanne herunter.

Wieder was gelernt

Mary
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 28.06.2005, 22:33
Benutzerbild von Flipy
Flipy Flipy ist offline
Teammitglied - Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht
 
Registriert seit: 01.04.2005
Ort: Hamburg
Beiträge: 4.195
Standard

Ein Baby hört nur auf den Klang der Stimme und erkennt, ob Du fröhlich oder traurig bist.
Was Du vorliest, ist völlig egal und wenn es ein Krimi in der richtigen Tonlage ist.
Im Laufe der Kindheit erlernt der Mensch andere Fähigkeiten der Kommunikation, die Sprache ansich.
Er lernt, das unterscheiden von Worten aus dem Klang heraus, und anfangs kann er bestimmte Klänge noch nicht differenzieren.
Daher das mit den ähnlich klingenden Worten.
Unsereins hört nur bei ihm unbekannten Worten auf den Klang und versucht daraus etwas abzuleiten und zu vergleichen.
Das Baby hat diese Vergleichsmöglichkeiten noch nicht. Den ersten Unterschied merkt es am Klang. Später dadurch in der Bedeutung.
Auch wir Erwachsenen ordnen einem Klang eine Bedeutung zu. Nur tun wir das bereits unterbewußt. Das muß Kind aber erst lernen, so wie wir einst das Kuppeln beim Autofahren.

LG Flipi
__________________
Ich bin der Ansprechpartner für Fragen zum Sozialrecht. Ich kann Hinweise geben, aber für eine Rechtsberatung sucht bitte einen Anwalt Eures Vertrauens auf.

Hemingway hat einmal gesagt:"Es gibt kein Problem, dass man nicht mit einem doppelten Scotch lösen kann", und dann hat er sich erschossen. (DmVgGzP)
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 08.07.2005, 12:47
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Arbeitsteilung bei Vokalen und Konsonanten

05.07.2005 - Psychologie
Arbeitsteilung bei Vokalen und Konsonanten

Das Gehirn weist Selbst- und Mitlauten verschiedene Aufgaben bei der Sprachwahrnehmung zu

Vokale und Konsonanten haben bei der Sprachverarbeitung unterschiedliche Funktionen: Während Vokale mit dem Grammatikverständnis zusammenhängen, sind Konsonanten essenziell, um einzelne Wörter im Sprachfluss zu identifizieren.


Bei der Analyse von Sprache verwendet ein Zuhörer unbewusst statistische Berechnungen darüber, mit welcher Wahrscheinlichkeit bestimmte Laute auf bestimmte Silben folgen. Für diese Berechnungen spielen vor allem Konsonanten eine Rolle, hat Luca Bonatti von der Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati im italienischen Triest gemeinsam mit Kollegen aus Frankreich und Chile herausgefunden. Die Forscher spielten französischsprachigen Freiwilligen eine künstliche Sprache mit imaginären, bedeutungslosen Worten vor. Anschließend wurde deren Wortschatz in dieser Kunstsprache getestet.

Konsonanten dienten in erster Linie für das Erkennen einzelner Wörter der imaginären Sprache, ergaben die Versuche. Vokale übertrugen dagegen grammatikalische Informationen. "Es ist bekannt, dass Menschen statistische Berechnungen in vielen verschiedenen Bereichen durchführen können", sagt Bonatti. Mit Vokalen können sie das allerdings nicht. "Es scheint eine Art von Aufgabenspezialisierung zu geben, welche die Sprachareale dem ganzen Gehirn auferlegen."

Bei Primaten, die keine Sprache nutzen, verhält es sich dagegen genau anders herum: Sie können statistische Berechnungen auf der Basis von Vokalen durchführen, nicht aber auf der von Konsonanten, ergaben Untersuchungen. Sie nehmen Vokale offenbar als einfache Laute ohne grammatikalischen Wert wahr und können daher auch statistische Beziehungen unter ihnen berechnen, vermuten Bonatti und seine Kollegen. Konsonanten dagegen sprechen die Tiere gar keine Bedeutung zu, sondern bewerten sie schlicht als Lärm und ignorieren sie völlig.

Luca Bonatti (SISSA/ISAS (Scuola Internazionale Superiore di Studi Avanzati)) et al.: Psychological Science, Bd. 16, S. 451

ddp/wissenschaft.de - Cornelia Dick-Pfaff

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 08.07.2005, 12:54
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Sprachlos, aber nicht wortlos

10.02.2005 - Psychologie
Sprachlos, aber nicht wortlos

Babys lernen abstrakte Worte schon im ersten Lebensjahr

Bereits vor ihrem ersten Geburtstag können Babys Begriffe lernen, mit denen sie keinen ständigen Umgang haben. Das haben britische Psychologen bei mehr als fünfzig Kindern beobachtet. Damit widerlegen die Forscher die gängige Ansicht, dass Kinder im ersten Lebensjahr lediglich Wörter lernen können, die von unmittelbarem Interesse für sie sind oder zum Tagesablauf gehören - etwa Bad, Auto oder Bett. Ihre Untersuchungen schildern Graham Schafer von der Universität in Reading und seine Kollegen in der Fachzeitschrift Child Development (Ausgabe Januar/Februar 2005).


Die Forscher baten die Eltern von 52 neun Monate alten Babys, vier Mal in der Woche zehn Minuten lang einfache Spiele mit ihren Kindern zu spielen. Dabei sollten sie den Kleinen mithilfe von Bilderbüchern und Bildkarten einfache Begriffe wie Fisch, Äpfel oder Schlüssel nahebringen. Nach drei Monaten überprüften die Psychologen, was die Kinder gelernt hatten: Sie präsentierten den kleinen Probanden jeweils zwei Bilder. Dazu nannten sie einen der beiden dargestellten Gegenstände und wiesen die Babys an, diesen anzusehen.

Kinder, die mit ihren Eltern das spielerische Trainingsprogramm absolviert hatten, schauten im Gegensatz zu untrainierten gleichaltrigen stets auf das richtige Bild. Sowohl die speziellen Bilder als auch die Stimmen und die gesamte Situation waren neu für die Kleinen. So können die Forscher sicher sein, dass die Babys tatsächlich den Begriff selbst und nicht etwa eine bestimmte Situation oder einen Zusammenhang gelernt haben.

"Eltern sollten sich bewusst sein, dass es keine Altersgrenze gibt, ab der ihre Kinder in der Lage sind, neue Wörter zu lernen", sagt Schafer. "Sie sollten definitiv auch mit ihren ganz kleinen Kindern reden – sogar mehr, als sie es vielleicht schon tun", so der Rat des Psychologen.

ddp/wissenschaft.de - Cornelia Dick-Pfaff

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 08.07.2005, 13:01
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Krach macht wortkarg

01.04.2005 - Psychologie
Krach macht wortkarg

Wenn zu viel Lärm herrscht, lernen Kinder das Sprechen weniger leicht

Zu viel Krach und laute Hintergrundgeräusche machen Kleinkindern das Sprechenlernen schwer. Ist der Umgebungslärm zu groß, können die Kinder die für sie bestimmten Worte ihrer Eltern oder Betreuer nicht mehr gut herausfiltern. Das haben Forscher um Rochelle Newman von der Universität von Maryland in College Park in Tests an hundert Kleinkindern im Alter bis zu 13 Monaten herausgefunden. Hintergrundgeräusche, beispielsweise von Radio oder Fernseher, sollten daher reduziert werden, fordern die Forscher. Über ihre Ergebnisse berichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Developmental Psychology.


Kinder lernen Sprache vor allem durch Zuhören. Ist zu viel Krach im Raum, sprechen Eltern und Erzieher quasi über die Köpfe der Kinder hinweg: Der Nachwuchs bemerkt erst gar nicht, dass mit ihm geredet wird. Zu starker Hintergrundlärm könnte somit das Erlernen des Sprechens in der Kindesentwicklung hinauszögern, folgern die Forscher. In ihrer Versuchsreihe spielten die Forscher den Kindern Tonbandaufnahmen vor. Vom Tonband wurde der Name des Kindes bei unterschiedlichem Lärmpegeln gerufen. Die Wissenschaftler registrierten dann, bei welchem Lärmpegel die Kinder der Stimme noch Aufmerksamkeit schenkten.

Bei geringem Hintergrundgeräusch konnten fünf Monate alte Kinder noch gut ihren Namen heraushören: Sie wandten den Blick Richtung Stimme. Bei höherem Geräuschpegel ging dies schon nicht mehr. 13 Monate alte Kinder schnitten in der lauten Umgebung schon viel besser ab. Das beruht auf weiter entwickelten Sinnesorganen und einem gereifteren Sprachverständnis. Eltern und Erzieher sollten der Geräuschkulisse zu Hause und in Tageseinrichtungen mehr Aufmerksamkeit widmen. Die gewohnte Fähigkeit von Erwachsenen, in einer lauten Umgebung wie beispielsweise einer Party noch einzelne Stimmen herauszufiltern, ist bei Kindern im zarten Lebensalter noch nicht weit entwickelt.

ddp/wissenschaft.de - Martin Schäfer

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 08.07.2005, 13:05
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Wie sich Babys im Sprachfluss zurechtfinden

28.01.2005 - Psychologie
Wie sich Babys im Sprachfluss zurechtfinden

Bekannte Wörter dienen als Orientierungspunkte und helfen, neue Begriffe zu lernen

Für Babys sind die Namen bekannter Personen oder die Bezeichnungen "Papa" und "Mama" wie Bojen im noch unbekannten Fluss der Sprache. Ausgehend von diesen Begriffen lernen sie nach und nach immer mehr Wörter und erwerben die Fähigkeit, aus dem Gehörten den Sprachfluss zu strukturieren. Das folgern Forscher um die Psychologin Heather Bortfeld von der A&M University in College Station aus Studien mit Kleinkindern. Sie veröffentlichen ihre Untersuchung im Fachmagazin Psychological Science (Ausg. 16, Nr. 4).


Die Forscher untersuchten die Reaktionen von 24 Babys auf gesprochene Sätze. Diese Sätze beinhalteten den Namen des Kindes und die Bezeichnung eines Gegenstandes, wie "Hannahs Tasse" oder "Johns Hund". In anderen Satzbeispielen kamen nur unbekannte Namen vor. Bei den Tests saßen die Kinder auf dem Schoß ihrer Eltern, die während des Versuchs Musik über Kopfhörer eingespielt bekamen. Dadurch sollte vermieden werden, dass eine Geste der Eltern die Reaktion des Kindes beeinflussten.

Auf bekannte Namen wendeten die Kinder ihren Kopf in Richtung der Sprecherin, bei unbekannten blieben sie unbeeindruckt. In einem zweiten Schritt sprachen die Forscher den Kindern Sätze mit den neu gelernten Worten "Tasse" oder "Hund" vor. Die Augen der Kinder verweilten dann länger auf der Sprecherin als bei gänzlich unbekannten Worten. Die Forscher tauschten in weiteren Versuchen die Babynamen mit den Namen der Mutter und Geschwister aus und kamen zu den gleichen Ergebnissen.

Mit der Strategie, beim Lernen an bekannte Namen anzuknüpfen, filtern Kinder neue Worte aus dem Sprechen der Erwachsenen heraus, halten die Forscher fest. Dieses Vorgehen ist dem Fremdsprachenerwerb von Erwachsenen ganz ähnlich: Die zunächst wenigen bekannten Worte oder Lautfolgen der fremden Sprache helfen den Erwachsenen, das Gehörte zu strukturieren und zu interpretieren.

ddp/wissenschaft.de - Martin Schäfer

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 08.07.2005, 13:09
Benutzerbild von Mary
Mary Mary ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 28.03.2005
Ort: Dortmund
Beiträge: 10.995
Standard Sprachverarbeitung im Gehirn hängt davon ab, ob die Präposition in räumlichem oder zeitlichem Zusamm

27.01.2005 - Hirnforschung
Die zwei Gesichter von "am"

Sprachverarbeitung im Gehirn hängt davon ab, ob die Präposition in räumlichem oder zeitlichem Zusammenhang steht

Ein und dasselbe Wort kann je nach seiner Bedeutung in unterschiedlichen Gehirnbereichen verarbeitet werden. So hängt beispielsweise die Verarbeitung des Wortes "am" davon ab, ob es sich um eine Zeitangabe wie "am Montag" oder eine Ortsangabe wie "am Bahnhof" handelt. Das hat ein amerikanischer Neurolinguist entdeckt, als er mit vier Schlaganfallpatienten Sprachtests durchführte. Je nachdem, welche Gehirnbereiche bei den Probanden geschädigt waren, konnten sie nur noch die zeitliche oder nur noch die räumliche Bedeutung der Präposition erfassen. Das berichtet David Kemmerer von der Purdue-Universität in West Lafayette in der Fachzeitschrift Neuropsychologia (Online-Vorabveröffentlichung, DOI: 10.1016/j.neuropsychologia.2004.06.025).


In sehr vielen Sprachen gibt es Präpositionen, die sowohl für Zeit- als auch für Ortsangaben verwendet werden. Dieser Entwicklung liegt nach Ansicht von Linguisten das Konzept zugrunde, dass sich Menschen die Zeit prinzipiell als einen Raum und zeitlich aufeinanderfolgende Ereignisse als Punkte auf einer Linie vorstellen. Die Verwendung der ortbestimmenden Präpositionen für zeitliche Zusammenhänge ist demnach eine bildliche Umsetzung dieser Vorstellung.

Aus diesem Grund vermutete Kemmerer, dass eine Schädigung der Gehirnbereiche, die räumliche Zusammenhänge verarbeiten, sowohl das Verständnis von Konstruktionen wie "am Bahnhof" als auch das von "am Montag" stört. Um das zu überprüfen, ließ er seine vier Probanden in kurzen Sätzen die entsprechenden Präpositionen ergänzen. Überraschenderweise war jedoch in keinem Fall das räumliche und das zeitliche Sprachverständnis beeinträchtigt: Zwei der Probanden konnten nur räumliche Präpositionen zuordnen und die anderen beiden nur zeitliche.

Offenbar werden Zeitangaben und Ortsangaben unabhängig voneinander verarbeitet, obwohl die gleichen Worte benutzt werden, schließt Kemmerer aus diesem Ergebnis. Demnach muss bei einer Zeitangabe nicht jedes Mal die räumliche Assoziation hergestellt werden, wie Sprachforscher bislang glaubten.

ddp/wissenschaft.de - Ilka Lehnen-Beyel

(Quelle: Wissenschaft.de )
__________________
... schön Dich zu lesen ...


Hiermit untersage ich ausdrücklich aus datenschutzrechtlichen Gründen, mich als Kontakt in Netzwerken wie Facebook anzugeben! Bitte wahrt meine Persönlichkeitsrechte und die Bestimmungen des deutschen Datenschutzrechts. Wer mehr zu diesem Thema erfahren möchte, dem empfehle ich z. B. den
Artikel "Krake Facebook"


Und wen Öko-Themen interessieren, hier meine neue Lieblingsseite - ganz frisch auf'm Markt: SymBioZone

Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Legasthenie Mary Medizinische Infos 16 25.06.2005 13:28


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 16:49 Uhr.
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de ***** Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.