Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Benutzerliste
Kalender
Hilfe
Heutige Beiträge
Forum von Netzwerk behindertes Kind.de
Nützliche Links
Therapien zur Förderung der Sprache und /oder Kommunikation z. B.: Logopädie, Chirophonetik, Gebärden, ...

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht

  #1  
Alt 12.02.2007, 06:18
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard Unterstützte Kommunikation

Unterstützte Kommunikation - Überblick

Mit den Methoden der Unterstützten Kommunikation sollen die kommunikativen Möglichkeiten von Menschen mit einer Behinderung verbessert werden, die nicht oder nur wenig sprechen können. Somit handelt es sich bei der Unterstützten Kommunikation um einen Oberbegriff für die Kommunikationsmethoden, die bei kometh.net präsentiert werden. Die Betrachtung des ganzen Körpers als Kommunikationsmedium spielt in den Methoden der Unterstützten Kommunikation eine wichtige Rolle.

Neben den körpereigenen Kommunikationsformen, wie Atmung, Muskelspannung, sensomotorische Aktivitäten oder Mimik und Gestik können externe Kommunikationshilfen verwendet werden. Man unterscheidet hier zwischen nichtelektronischen (Kommunikationstafeln, Bildkarten, etc.) und elektronischen Kommunikationshilfen (stationäre oder tragbare Geräte mit digitaler oder synthetischer Sprachausgabe). Durch die Anwendung dieser zusätzlichen Kommunikationsformen wird es auch Menschen mit schwerster Behinderung ermöglicht, ihre Bedürfnisse mitzuteilen. Darüber hinaus sollen Methoden und Techniken der Unterstützten Kommunikation Strategien, wie z.B. die Gesprächsführung fördern. Es werden also nicht nur ergänzende Methoden zur lautsprachlichen Kommunikation angeboten, sondern auch der Umgang mit denselben wird geprobt.

Die englische Bezeichnung für Unterstützte Kommunikation lautet "Augmentative (die Lautsprache ergänzende) and Alternative (die Lautsprache ersetzende) Communication", abgekürzt AAC.
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 12.02.2007, 06:20
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Basale Kommunikation - Überblick

Diese Methode wurde von Winfried Mall entwickelt. Es handelt sich hierbei um eine Form der Kontaktaufnahme über den Körper, insbesondere den Atemrhythmus, zu Menschen mit schwerster Behinderung. Die Verhaltensweise der betreffenden Person, d.h. Atem, Lautäußerungen, Gebärden, Berührungen und Bewegungen, werden aufgegriffen, widergespiegelt oder variiert. Die Lautsprache tritt hier eindeutig in den Hintergrund. Der Begriff "basal" soll die Voraussetzungslosigkeit für diese Form von Kommunikation verdeutlichen. Es bietet sich der Vergleich mit der Kommunikationsentwicklung in den ersten Lebensmonaten eines nicht behinderten Kleinkindes an.

Gestützte Kommunikation - Überblick

Die Methode der Gestützten Kommunikation (engl.: „Facilitated Communication", abgekürzt FC) stellt eine Möglichkeit für Menschen mit schweren Kommunikationsstörungen und neuromotorischen Beeinträchtigungen dar, sich durch Zeigen auf Objekte, Bilder oder Buchstaben mitzuteilen. Hierbei wird die betreffende Person von einer anderen Person („Stützer/in") zunächst an der Hand, später am Unter- oder Oberarm gestützt. Diese Stütze beinhaltet zwei Aspekte: zum einen dient sie der Stabilisierung der motorischen Kontrolle, zum andern dient sie als emotionale Unterstützung der Motivation und als Ermutigung der kommunizierenden Person.

Kommunikationsmedien können Buchstabentafeln, Symbolkarten, Sprachausgabengeräte oder Computer sein. In der Arbeit mit FC sollte ein vollständiges Ausblenden der Stütze als Ziel anvisiert sein.

Die Gestützte Kommunikation wurde Ende der siebziger Jahre von Rosemary Crossley in Australien entwickelt. Crossley arbeitet damals in einem Pflegeheim für geistig- und körperlich schwerstbehinderte Kinder in Melbourne. Sie machte die Entdeckung, dass einige dieser „schwerst-mehrfachbehinderten“ Kinder über beachtliche kognitive Fähigkeiten verfügten. Sie ermöglichte es ihnen daraufhin durch eine körperliche Unterstützung, mit dem Finger auf Gegenstände bzw. Symbole zu zeigen. So konnten diese Kinder erstmals zwischen verschiedenen Alternativen wählen und Einfluss auf ihr Leben nehmen. Crossley verwendet FC schließlich mit Erfolg auch bei der Arbeit mit autistischen Menschen und gründete das DEAL Communication Center in Melbourne, Australien.


In den USA sorgte Prof. Douglas Biklen für die Verbreitung der Methode und gründete Anfang der neunizger Jahre auch das „Facilitated Communication Institute“ an der Universität in Syracuse, New York. Seine Assistentin Annegret Schubert importierte die Methode dann nach Deutschland, wo sie durch die Veröffentlichungen von Birger Sellin erstmals eine relativ große Medienaufmerksamkeit erlangte.

Allerdings gibt es viele „Einzelfälle“ in Deutschland, wie zum Beispiel Dietmar Zöller, die schon seit über zwanzig Jahren mittels FC kommunizieren. Prinzipiell ist diese Methode sehr umstritten, da ihre Wirksamkeit noch nicht als wissenschaftlich bewiesen gilt.

Kritiker der Gestützten Kommunikation unterstellen dem Stützer, dass er/sie die Hand des FC-Schreibers unbewusst zu den Buchstaben hinführt und so seine Aussagen manipuliert. Die Nachricht, die vermittelt wird, sei die des Stützers und nicht des Schreibers. Darüber hinaus wird an den intellektuellen und sprachlichen Fähigkeiten der Schreiber gezweifelt. Menschen, deren Diagnosen „Schwere geistige Behinderung“, „Autismus“ o.ä. lauten, wären nicht in der Lage, sich autodidaktisch sprachliche Fähigkeiten anzueignen. Untermauert wird diese Kritik von quantitativen Studien, die Anfang/Mitte der neunziger Jahre hauptsächlich in den USA durchgeführt wurden.

Auch neuere Veröffentlichungen von Nußbeck oder Biermann stützen ihre Kritik an der Methode auf diese Untersuchungen. Allerdings wurden auch Studien durchgeführt, welche die Validität von FC herausstellten (z.B. die Münchner Studie von Bundschuh/Basler-Eggen).
Ein Ende dieser (zum Teil sehr fruchtbaren) wissenschaftlichen Diskussion ist wohl noch nicht abzusehen.

In Deutschland hat FC inzwischen Einzug in einige Sonderschulen, Wohnstätten, Werkstätten oder Therapiezentren und nicht zuletzt Familien erhalten. Dies gilt insbesondere für die „FC-Hochburgen“ Berlin, München, Köln, wo schon verschiedene Projekte bezüglich FC durchgeführt wurden.
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 12.02.2007, 06:21
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

PECS - Überblick

PECS (Picture Exchange Communication System, zu deutsch: „Bildaustausch-Kommunikationssystem”) wurde Ende der achtziger Jahre von Lori Frost als alternatives Kommunikationssystem zunächst nur für autistische Menschen entwickelt. Inzwischen verwenden es allerdings viele Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen.
Die Verwendung von PECS ermöglicht es den betreffenden Personen, Kommunikation in einem sozialen Kontext zu verstehen und zu praktizieren. Der PECS-Anwender gibt eine von ihm ausgewählte Symbolkarte seinem Kommunikationspartner in die Hand und erhält im Gegenzug von diesem den gewünschten Gegenstand/die gewünschte „Dienstleistung“ Der Vorteil von PECS ist, dass zur Verwendung nicht aufwendiges oder teures Material benötigt wird. Es wurde für Pädagogen, Therapeuten, Betreuer und Angehörige entwickelt und kann so in vielfältigen Zusammenhängen verwendet werden.

Obwohl Lautsprache bei PECS nicht vorausgesetzt wird, sollen die betreffenden Menschen nach und nach dazu angeregt werden, Symbole zuzuordnen und in einfache Sätze verbal umzuformen.

Die Arbeit mit PECS verläuft in sechs Phasen:

In der ersten Phase geht es um den körperlichen/physischen Austausch. Ziel der Phase ist, das der Schüler beim Wahrnehmen einer begehrten Sache, das entsprechende Bildkärtchen nimmt und dem Trainer in die Hand gibt.

In der zweiten Phase soll die Spontaneität des Schülers erweitert werden. Ziel der Trainingsphase ist, dass der Schüler zu seinem Kommunikationsbrett/-buch geht, das Bildkärtchen abnimmt, zum Lehrer geht und ihm das Kärtchen in die Hand gibt.

In der dritten Phase geht es um die Diskriminierung von Bildern. Der Schüler soll die gewünschte Sache verlangen, indem er zum Kommunikationsbrett/-buch geht, das passende Bildkärtchen aus der Bildkärtchensammlung auswählt, zum Kommunikationspartner geht und es ihm gibt.

In der vierten Phase steht die Satzstruktur im Vordergrund. In dieser Phase soll der Schüler vorliegende bzw. nicht vorliegende Sachen verlangen, in dem er einen mehrwortigen Satz verwendet. Dabei soll er aus seinem Kommunikationsbuch das Symbol für "Ich will/möchte" herausnehmen und es auf den Satzstreifen kleben; anschließend soll er das Bildkärtchen für die gewünschte Sache auf dem Satzstreifen befestigen, diesen dann aus dem Kommunikationsbuch herausnehmen, sich seinem Kommunikationspartner zuwenden und ihm diesen geben. Am Ende dieser Phase hat der Schüler in der Regel 25-50 Bildkärtchen in seinem Kommunikationsbuch und kommuniziert mit mehreren verschiedenen Kommunikationspartnern.

In der fünften Phase soll der Schüler auf die Frage "Was möchtest du?" antworten.
Das Ziel ist, dass er spontan aus einer Vielzahl von Sachen auswählen und so auf die Frage "Was möchtest du?" antworten kann.

In der sechsten und letzten Phase geht es um beantwortende und spontane Kommentare. Der Schüler soll angemessen auf Fragen, wie " Was möchtest du? Was siehst du? Was hast du da?" antworten, wenn ihm diese Fragen nach dem Zufallsprinzip gestellt werden.

In Amerika wird PECS auch oft bei Vorschülern verwendet, um die Sprachentwicklung zu fördern.
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 12.02.2007, 06:21
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Gebärdenunterstützte Kommunikation (GUK) - Überblick

GUK ist eine Kommunikationsmethode, die bei hörenden Kindern eingesetzt wird, welche spezifische Probleme beim Spracherwerb haben.
Dabei werden, anders als bei der Gebärdensprache, nicht alle geprochenen Wörter und grammatischen Strukturen gebärdet, sondern nur diejenigen, die von Bedeutung sind.
Die Kinder können sich so besser verständlich machen und nach und nach einen Zugang zur gesprochenen Sprache finden.

In der Regel sind Gebärden für Kinder leichter zu erlernen als Lautsprache. Dabei sollten zu gebärdenden Wörter entwicklungsentsprechend ausgewählt werden.
Eine zu übermittelnde Information wird durch die deutliche Visualisierung der Schlüsselwörter verständlicher.
Von Vorteil beim Einsatz der Gbärden unterstützenden Kommunikation ist, dass die Aufmerksamkeit und das genaue Hinsehen der Kinder beim Kommunizieren gefördert wird.
Zudem sind Gebärden "langlebiger" als gesprochene Worte - eine langsame Ausführung der Gebärde ermöglicht ein genaues Betrachten.
Durch die Verbindung von Wort und Gebärde wird nicht zuletzt die Erinnerungs- und Wiedererkennungsfähigkeit unterstützt.
Die Arbeit mit GUK verläuft in mehreren Phasen.
In einer vorbereitenden Phase soll das Kind gemeinsamen Handlungen Möglichkeiten zum kontextbezogenen Mitmachen und Nachmachen haben.
Gut dafür eignen sich z.B. "So tun als ob"-Spiele oder Fingerspiele.
Wenn das Kind in der Lage ist auf einfache Fragen zu reagieren (z.B. "wo ist denn dein Mund?) können erste Gebärden eingeführt werden.
In der darauf folgenden einführenden Phase soll da Kind lernen, eine für ihn wichtige Sache lautsprachbegleitend mit einer Gebärde auszudrücken.
Hier eignet sich der Einsatz der begleitenden Gebärdensammlung "Schau doch meine Hände an".
Eine Gebärde wird natürlich leichter erlernt, wenn der damit verbundene Effekt für das Kind wirklcih bedeutsam ist, z.B. aus dem Beriech "Essen und Trinken".
Bei der weiteren zunehmenden Auswahl von lautsprachbegleitenden Gebärden sollten auf jeden Fall die individuellen Besürdfnisse des Nutzers im Vordergrund stehen.

Die GUK-Methode wurde von Frau Prof. Dr. Etta Wilken vom Institut für Sonderpädagogik der Universität Hannover entwickelt.
GUK wird insbesondere in der Arbeit mit Menschen mit Down-Syndrom eingesetzt.
Mit Zitat antworten
  #5  
Alt 12.02.2007, 06:35
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard Symbolsysteme

BLISS - Überblick

Hierbei handelt es sich um ein Symbolsystem, welches ursprünglich 1965 von Charles Blitz (1897-1985) für nichtsprechende Erwachsene konzipiert wurde. DIe Idee von Blitz war, dass sich Menschen aus aller Welt miteindander verständigen konnten.
Anfang der siebziger Jahre wurden die Symbole in Kanada bei Kindern, die nicht oder kaum verständlich sprechen konnten, als Mittel zur Kommunikation erprobt. Das BLISS-System wurde dann weiterentwickelt und wird heute in über 30 Ländern der Welt angewendet.

Das BLISS-System besteht aus mittlerweile ca. 2500 genormten Symbolen, welche die Bedeutung von Begriffen widerspiegeln. BLISS-Symbole haben meist unmittelbaren Bezug zum realen Begriff, den sie darstellen (z.B. Wellenlinie = Wasser). Diese einzelnen Symbole können aber nach gewissen Aufbauregeln zu komplexen Wörtern/Aussagen zusammengesetzt werden. Durch Zusatzzeichen wie z.B. Verb-, Substantiv- oder Adjektivindikatoren, durch Strategiesymbole wie "Gegenteil von", "Teil von", "ähnlich wie" oder "ohne" lassen sich zu jedem Symbol eine Reihe von weiteren Bedeutungen generieren. So gibt es innerhalb des BLISS-Systems logische Verknüpfungen, die das Erlernen der Symbole und den Umgang mit ihnen erleichtern. BLISS fördert das logische Denken und unterstützt das Begriffslernen bei Kindern.

Durch den Einsatz einer BLISS-Zeigehilfe kann BLISS auch als Symbolsystem für ein elektronisches Kommunikationsgerät eingesetzt werden.
Eine solche Zeigehilfe kann mit einem Einzelsensor oder Schalter bedient werden. Dabei "scannt" ein Leuchtpunkt automatisch die einzelnen Symbole; erreicht er das gewünschte Symbol kann dieses durch Betätigung des Sensors/Schalters ausgewählt werden.

LÖB - Überblick

Diese Bildersammlung wurde zu Beginn der achtziger Jahre von Reinhold Löb für geistigbehinderte Menschen entwickelt. Inzwischen erleichtern sie aber auch ausländischen Kindern das Erlernen der deutschen Sprache.
Es handelt sich beim LÖB-System um 60 Bildkarten im DIN A6 Format. Diese Karten sind in folgende Bereiche aufgeteilt: Allgemeine Verständigungszeichen, Nahrungsmittel, häusliche Gegenstände, Gesundheitsfürsorge, Körperhygiene, Spielen und Beschäftigung, Arbeit und Vergnügen, Religion und Gefühle, Eigenschaftswörter. Auf den Karten befindet sich neben einem Symbol auch dessen in Schriftsprache ausgeschriebene Bedeutung.

Parallel zu den Symbolkarten sollten immer konkrete Objekte, Lehrersprache und Gesten/Gebärden verwendet werden. Das LÖB-System rückt damit in die Nähe der Gebärdensprache. Zu den 60 Bildkarten bietet ein Begleitheft viele nützliche Hinweise.

Bestellmöglichkeit:
Verlag Reinhold Löb
Gerberstr. 19
92 224 Amberg
Mit Zitat antworten
  #6  
Alt 12.02.2007, 06:36
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Die PCS-Symbole

Die PCS-Symbole (PictureCommunicationSymbols) wurden 1980 von Roxie Johnson ,einer Sprachtherapeutin aus Amerika, entwickelt.
Sie gründete mit ihrem Mann daraufhin die Firma Mayer Johnson, welche dieses Symbolsystem in Form unterschieldicher Software (die bekannteste ist der boardmaker) bis heute vertreibt.

Nachdem das System zunächst ca. 700 Symbole umfasste, ist es heute mit ca. 8000 Symbolen in vielen unterschiedlichen Formaten erhältlich.
Die PCS-Symbole sind deutlich und ansprechend gezeichnet, sie sind sowohl in Farbe als auch in schwarz/weiß erhältlich.
Inzwischen gibt es sogar länder, - anlass - oder religionsspezifische Formate von PCS.

Viele Anbieter elektronischer Kommunikationsmittel verwenden in ihrer Software die PCS-Symbole. Ebenso können die PCS-Symbole bei Kommunikationsmethoden wie PECS eingesetzt werden.
Den "boardmaker" kann man in Deutschland über verschiedene Anbieter elektronischer Kommunikationsmittel beziehen (Kosten ca. 450 €).



Aladin

Aladin ist ein Symbolsystem, welches als Software direkt auf einem PC installiert werden kann.
Aladin umfasst über 1400 Bilder und Symbole, welche thematisch sortiert sind. Farbe und Größe der Bilder lassen sich einfach verändern.
Ebenso können die Bilder mit Sprache oder einem Geräusch unterlegt werden.

Aladin kann sowohl per Maus bzw. Joystick bedient werden, als auch über ein Scan-System.
Aladin wurde von der Firma PuT (Pädagogik und Technik) entwickelt.
Mit Zitat antworten
  #7  
Alt 12.02.2007, 06:39
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Elektronische Kommunikationshilfen - Überblick

Der Einsatz elektronischer Kommuniktionsmittel in der Förderung nichtsprechender Kinder ist in letzter Zeit aufgrund des rasanten technischen Fortschritts immer häufiger.
Auf unterschiedlichsten Schwierigkeitsstufen ermöglichen diese Geräte es nichtsprechenden Menschen, sich mitzuteilen.
Inzwischen gibt es eine Großzahl verschiedenster Firmen, die mit mehreren Modellen auf dem Markt vertreten sind.
Problematisch erscheint zunächst bei allen Geräten der extrem hohe Anschaffungswert. Allerdings übernehmen auch immer mehr Krankenkassen (anteilig oder voll) die Kosten für die Anschaffung.

Die breite Palette der Gerät erstreckt sich über einfache "Ein Schalter-Systeme" (z.B. BigMack oder PowerLink) bishin zu komplexen multidimensionalen Geraten wie den Delta- oder den Powertalker.
In der Regel bieten alle Firmen einen Beratungs- und Ausleihservice an.

Auch die meisten Beratungsstellen für Unterstützte Kommunikation bieten firmenübergreifend und so unabhängig einen solchen Service an.
Bei der Anschaffung einer elektronsichen Kommunikationshilfe sollte einiges berücksichtigt werden - hilfreich ist hier auch die Checkliste von ISAAC.






Mit Zitat antworten
  #8  
Alt 12.02.2007, 06:39
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

Elektronische Kommunikationshilfen


Elektronische Kommunikationshilfen oder "Talker" haben die Verständigungsmöglichkeiten von Menschen mit Förderbedarf in "Unterstützter Kommunikation" immens erweitert und sind für viele unterstützt Sprechende zu einem unverzichtbaren Hilfsmittel geworden.
Wie die Computerbanche generell wird auch der Sektor der elektronischen Kommunikationshilfen immer unüberschaubar und unterliegt stetigem Wechsel.
Für den Laien wird es immer schwieriger, Möglichkeiten und Grenzen von elektronischen Kommunikationshilfen zu realisieren und die Einsatzmöglichkeiten und Effizienz eines konkreten Gerätes für einen konkreten potentiellen Nutzer einzuschätzen.
Bei der Auswahl des Gerätes und bei der anschließenden Einführung mit der zukünftigen Anwenderin müssen viele wichtige Gesichtspunkte bedacht werden. Hierzu möchte dieses Informationsblatt einige Punkte anreißen, die dann gemeinsam mit dem/der Betroffene/n, den TherapeutInnen, Bezugspersonen und VertreterInnen der Herstellerfirmen diskutiert und erprobt werden müssen.
Möglichkeiten mit einer elektronischen Kommunikationshilfe

Mit ihr soll der Benutzer ...
  • reden, schimpfen und rufen können, ohne auf die Hilfe einer anderen Person angewiesen zu sein,
  • auch mit fremden Personen kommunizieren können, die die körpereigenen Kommunikationsformen nicht kennen,
  • Gefühlsinhalte spontan und laut äußern können,
  • mit jemanden reden können, der gerade nicht sichtbar ist (telefonieren, jemanden herbeirufen ...),
  • mit Personen, die nicht lesen können, sprechen können (Kinder, sehgeschädigte Personen),
  • die Initiative zu einem Gespräch ergreifen könnnen,
  • das Gespräch steuern können,
  • auch das geliebte Haustier ansprechen und rufen können.
Durch die gewonnene Lautsprache soll der/die BenutzerIn einen höheren Grad an Selbständigkeit und Unabhängigkeit erreichen können, durch das Äußern von spontanen Gedanken etc. die eigene Persönlichkeit deutlicher zum Ausdruck bringen und entwickeln können. Die Nutzung von elektronischen Kommunikationshilfen ist für Benutzer mit den unterschiedlichsten intellektuellen und motorischen Fähigkeiten möglich. Viele Geräte lassen sich auch gut an die Bedürfnisse von Geistigbehinderten oder sehr stark Körperbehinderte anpassen. Entscheidend ist lediglich, dass bei der Auswahl der Kommunikationshilfe die Möglichkeiten des Anwenders heute und auch die sich vielleicht verändernden Fähigkeiten in Zukunft genau untersucht und berücksichtigt werden.
Es gibt mittlerweile ein großes Angebot solcher Kommunikationshilfen, so dass man sich vor der Entscheidung für ein Gerät ausführlich informieren und von Vertriebsfirmen unabhängigen Fachleuten beraten lassen sollte.

Wichtige Fragen bei der Auswahl

Bedacht werden sollte:
  • Ist das Gerät robust und kann vom Behinderten selbst überall mitgenommen und benutzt werden?
  • Kann der/die Benutzer/in das Gerät selbständig und ohne zu große Kraftanstrengung bedienen?
  • Wie ist der Service der Firma: Stellt die Firma das Gerät zu einem längeren Erprobungsversuch vor der Anschaffung zur Verfügung? Gibt es sofort ein Ersatzgerät, falls das Gerät defekt ist?
  • Übernimmt die Firma eine ausführliche Einarbeitung und weitere pädagogische und technische Begleitung?
  • Wie viel Speicherplatz ist in dem Gerät? Entspricht die Menge der möglichen Aussagen dem heutigen und auch dem zukünftigen Kommunikationsbedürfnis der Benutzer?
  • Ist das Gerät flexibel, kann also den erweiterten Möglichkeiten des/der Benutzers/in laufend angepasst werden?
  • ermöglicht es Aussagen, die nicht vorher von einer anderen Person eingespeichert werden müssen?
  • Welche Kodierungen sind möglich, damit sich der Benutzer leicht auch eine größere Menge von gespeicherten Aussagen und Wörtern merken und diese schnell abrufen kann?
  • Kann das Gerät an einen PC angeschlossen werden, um die Belegung des Gerätes zu sichern oder andere Belegungen auf die Kommunikationshilfe zu übertragen?
  • Kann ein Drucker angeschlossen werden, damit eingegebene Inhalte auch verschriftlicht werden können?
  • Für welchen Zeitraum ist das Gerät netz-unabhängig, verliert es seine Belegung beim Entleeren der Akkus?
Vielfalt des Angebotes der Kommunikationshilfen

Das große Angebot an elektronischen Kommunikationshilfen bietet zwei verschiedene Typen:
  1. Kompaktgeräte, die speziell als Sprech-Ersatz-Geräte entwickelt worden sind. In einem einzigen recht robusten und gut transportablen Gehäuse befinden sich alle Elektronikbausteine.
  2. Spezielle Software, meist für das Betriebssystem Windows, die mit einem handelüblichen Notebook oder auch mit speziellen Geräten oft mit Touchscreen benutzt werden.
In beiden Gruppen gibt es Geräte mit einer natürlichen und/oder einer synthetischen Sprachausgabe. Die natürliche Sprachausgabe ist eine menschliche "Leihstimme", die von einem Helfer mit einem Mikrophon aufgenommen wird. So kann der Anwender aber nur das sprechen, was vorher eingespeichert worden ist. Dafür ist diese Sprache sehr gut zu verstehen.
Im Gegensatz dazu steht die synthetische Sprachausgabe, die selbstständig Buchstaben in Sprachlaute umsetzt und wiederum zu Wörtern und Sätzen verbinden kann. In einem gewissen Umfang ist auch eine sinnvolle Betonung im Satz möglich. Diese Stimme ist deutlich als Computerstimme zu erkennen und klingt künstlich. Dafür können diese Geräte alles aussprechen, was man hineinschreibt, so dass viele Anwender damit unabhängig von HelferInnen ihre Gedanken äußern können und diese auch in die Geräte selbst einspeichern können.
In beiden Gruppen gibt es sowohl Geräte, die über Symbole oder Bilder bedient werden oder aber das Beherrschen der Schriftsprache von dem Anwender verlangen, sowie auch Geräte, die beide Möglichkeiten in Kombination zulassen.

Ansteuerungsmöglichkeiten

Diese sind entscheidend für die Benutzung durch die Anwender. Hier gibt es in beiden Gruppen wiederum die Möglichkeit, das Gerät direkt über Tasten, die auch entsprechend den motorischen Möglichkeiten in der Größe gestaltet sein können oder den Touchscreen anzusteuern. Falls dies nicht möglich ist, kann der/die Benutzer/in das Gerät steuern, indem sie/er mit einem oder mehreren Schaltern einen laufenden Lichtpunkt zur gewünschten Taste lenkt. Weitere individuelle Anpassungen ermöglichen hier eine Ansteuerung eigentlich für jede/n Benutzer/in, die/der über irgendeine Körperbewegung verfügt, die sie/er willkürlich steuern kann.
Speicherinhalte

Bezüglich der speicherbaren Äußerungen gilt: Je mehr und je individueller sich jemand äußern möchte, umso mehr Einzelbausteine braucht er dazu. So passen nur wenige Sätze in unterschiedlichen Situationen gleich gut, einzelne Wörter dagegen sind universeller einsetzbar. Soll etwas erzählt oder erklärt werden, müssen sehr genaue und individuelle Formulierungen gewählt werden können. Für Benutzer, die schreiben können, könnte das Gerät dafür auch als sprechende Schreibmaschine benutzt werden. Dies ist aber auch eine Frage der Zeit, d.h. der Anderwender braucht sehr lange, bis er jeden einzelnen Buchstaben einer Aussage eingegeben hat. Sinnvoller sind da gespeicherte Bausteine (z. B. Wörter), die zu Aussagen zusammengesetzt werden können.
Der Umfang der zu speichernden möglichen Wörter, Sätze oder Satzteile ist abhängig von der Speicherkapazität des Gerätes. Hierbei erreichen einige der Geräte mit natürlicher Sprachausgabe recht schnell ihre Grenzen, während die synthetische Sprachausgabe nahezu unbegrenzte Möglichkeiten bietet.

Kodierungen

Die gespeicherten Wörter oder Sätze können unter bestimmten Tasten oder bei den meisten Geräten auch unter bestimmten Tastenkombinationen abgespeichert werden. Wenn unter einer Taste nur eine Aussage abgespeichert wird, ist der Anwender z.B. bei einem Gerät mit 32 Tasten sehr schnell am Ende seiner Ausdrucksmöglichkeiten und wird vielleicht schnell den Kommunikationswillen verlieren, wenn er merkt, dass für kaum eine Situation die richtige Aussage vorhanden ist. Bei Tastenkombinationen erhöht sich die Anzahl der möglichen Aussagen enorm (bei 32 Tasten mit der Nutzung von zwei Tasten in Kombination sind schon 1024 Aussagen möglich!). Falls die Anwender in der Lage sind, diese Möglichkeit zu nutzen, werden damit enorme Anforderungen an die Gedächtnisleistung gestellt.
Deshalb ist es für die Nutzung des Gerätes von entscheidender Bedeutung, wie die Speicherinhalte geordnet werden und welche Hilfen die Anwender haben, um sich zu merken, wie die einzelnen Wörter und Aussagen abzurufen sind.
Am einfachsten findet jemand eine Mitteilung, wenn jede Taste nur einer Aussage entspricht und diese Taste mit einem Bild oder Symbol gekennzeichnet ist, das einen Sinnzusammenhang zu der Mitteilung hat.
Andere Merkhilfen können logische Buchstaben und Zahlenkombinationen sein, die sich aber bei einer größeren Anzahl schwer einprägen lassen. Eine sinnvolle Methode, die mit kombinierbaren Tastenbelegungen arbeitet, ist die Minspeak-Kodierungs-Strategie. Die Tasten werden mit Bildern gekennzeichnet, die als "Eselsbrücken" das Gedächtnis unterstützen sollen. Hierbei sollen die Bilder bestimmte Assoziation auslösen und so in der Kombination miteinander an die gespeicherte Aussage erinnern. So könnte ein Apfel z.B. an alles, was mit Nahrung zu tun hat erinnern, so dass man alle Aussagen oder Wörter, die mit Nahrung zu tun haben mit der "Apfel"-Taste beginnen lässt, während die zweite Taste dann an ein genaueres Wort in diesem Themenbereich erinnert. Diese Methode eignet sich sowohl für intellektuell schwache wie auch für Menschen mit hohem intellektuellen und sprachlichen Niveau.

Mit Zitat antworten
  #9  
Alt 12.02.2007, 06:49
vienetta vienetta ist offline
Gast
 
Registriert seit: 04.08.2006
Beiträge: 3.585
Standard

links zu unterstützender Kommunikation

http://www.do2learn.com/
http://trainland.tripod.com/pecs.htm englisch

http://school.discovery.com/clipart/index.htmlenglisch

http://pdictionary.com/englisch



http://www.bry-backmanor.org/picturerecipes.html

Koch und backrezepte in bildern englisch
Mit Zitat antworten
  #10  
Alt 12.02.2007, 07:36
Benutzerbild von evma
evma evma ist offline
Teammitglied - Entscheidungsträger
 
Registriert seit: 01.08.2005
Ort: ostsee
Beiträge: 24.215
Standard

du bist klasse vienetta das du das alles reinsetzt danke dir
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist Aus.
Gehe zu

Ähnliche Themen
Thema Erstellt von Forum Antworten Letzter Beitrag
Scwere Behinderung-eine lebenslange Herausforderung für die Familie vienetta Unsortiertes (Behinderungen) 1 23.01.2007 09:55
Praxis Unterstützte Kommunikation evma Büchertipps 0 19.01.2007 18:44
Bildhalter als Karten-Tablett für die UK (Unterstützte Kommunikation) Mary Sonstige Tipps 0 01.06.2006 21:27
Blindheit & Kommunikation Mary Therapien zur Förderung der Sprache und /oder Kommunikation 2 08.07.2005 13:21


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 16:54 Uhr.
Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2012, Jelsoft Enterprises Ltd.
Content Relevant URLs by vBSEO 2.4.0
Copyright 2005 - 2011 Netzwerk behindertes Kind.de ***** Sämtliche Inhalte dieses Forums erheben keinen journalistisch-redaktionellen Anspruch.