23.04.2006
Wien (kobinet) In einem ökumenischen Gottesdienst unter dem Motto "Jesus geht mit uns" ging der Wiener Caritasdirektor Michael Landau gestern auf die jüngst öffentlich gewordene Kommunionsverweigerung in der katholischen Kirche in Raxendorf ein. "In der Kirche gibt es keinen Platz für die Diskriminierung von Menschen mit Behinderung", sagte Landau.
Der Pfarrer von Raxendorf hatte
zwei behinderten Menschen vor wenigen Wochen die Kommunion verweigert. Er
begründete seine Handlung damit, dass diese lernbehinderten Menschen "bestimmte Dinge ja nicht nachvollziehen können" und es "ihnen auch nicht zuzumuten" sei.
Landau: "Es hat wehgetan"
Landau erzählte von seinen persönlichen Gefühlen. Es hätte ihn geärgert, traurig gemacht und wehgetan, wie er von den Vorfällen in Niederösterreich erfahren habe. "Ich bin froh und dankbar für die klaren Worte von
Bischof Klaus Küng, dass Menschen mit Behinderung in keiner Weise von der Kommunion ausgeschlossen sind", zitiert
der ORF-Wien aus der Predigt von Landau.
Es geht um gemeinsames Leben im Glauben
Aus der täglichen Caritas-Arbeit wisse er, dass in vielen Pfarrgemeinden "Integration tatsächlich gelebt wird und gelingt". Es gehe "um ein gemeinsames Leben, auch ein gemeinsames Leben im Glauben", so Landau.
Kirche für Menschen mit Behinderung muss in der Gemeinde stattfinden, hielt der Caritasdirektor fest. Dies sein ein wichtiger Bestandteil des gemeinsamen Glaubens.
"Es war ein schöner Gottesdienst", zeigte sich ein Teilnehmer berührt und hob neben der wohltuenden klaren Worte von Landau auch die beeindruckende szenische Darstellung der Emmaus-Geschichte hervor.
Der Arbeitskreis Behindertenseelsorge der Erzdiözese Wien, die Caritas der Erzdiözese Wien und die Diakonie Österreich gestalteten diesen Gottesdienst. Der
ökumenische Gottesdienst für Menschen mit Behinderung fand heuer bereits zum dritten Mal statt und soll eine feste Einrichtung werden. lad
Quelle: Portalservice Rehacare