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  #1  
Alt 16.05.2006, 20:42
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Recht und GdB bei Epilepsie

Recht

Hat ein Mensch öfter epileptische Anfälle und kann auch durch Behandlung nicht über mindestens ein halbes Jahr anfallsfrei bleiben, darf er kein Auto fahren und keine Tätigkeit verrichten, die ihn selbst oder andere gefährdet. Epilepsiekranke haben daher auch größere Probleme mit der Berufswahl und sollten neben einem Spezialisten für Neurologie auch einen Facharzt für Arbeitsmedizin konsultieren.
Betroffene einer Epilepsie haben in Deutschland die Möglichkeit, auf Antrag einen Schwerbehindertenausweis zur Gewährung steuerlicher und beruflicher Nachteilsausgleiche zu erhalten. Nach den „Anhaltspunkten für die gutachterliche Tätigkeit“ gelten dabei folgende Grade der Behinderung (GdB):
Anfälle nach Art, Schwere und HäufigkeitGdBsehr selten (generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von mehr als einem Jahr;
kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten)40selten (generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von Monaten;
kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen)50–60mittlere Häufigkeit (generalisierte große und komplex-fokale Anfälle mit Pausen von Wochen;
kleine und einfach-fokale Anfälle mit Pausen von Tagen)60–80häufig (generalisierte große oder komplex-fokale Anfälle wöchentlich
oder Serien von generalisierten Krampfanfällen, von fokal betonten oder von multifokalen Anfällen;
kleine und einfach-fokale Anfälle täglich)90–100Nach drei Jahren Anfallsfreiheit (bei weiterer Notwendigkeit von Behandlung mit Antiepileptika)30Je nach Art und Häufigkeit der Anfälle können auch die Ausweismerkmale „RF“ (Befreiung von Rundfunk- und Fernsehgebühren), „B“ (ständige Begleitung erforderlich) oder andere zuerkannt werden. Ein Anfallsleiden gilt als abgeklungen, wenn ohne Medikamente drei Jahre Anfallsfreiheit besteht. Ohne nachgewiesenen Hirnschaden ist dann kein GdB mehr anzunehmen.
Viele Berufsunfähigkeitsversicherungen und auch Unfallversicherungen verweigern die Aufnahme von Epilepsieerkrankten, wenn diese nicht mindestens zwei Jahre anfallsfrei sind.


Quelle: Wikipedia
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  #2  
Alt 16.05.2006, 20:48
Nancy
 
Beiträge: n/a
Standard Neuropsycholgie zur Epiepsie-Diagnostik

Neuropsychologie zur Epilepsiediagnostik

Es gibt Verfahren zur Testung des Gehirns der Epilepsiepatienten, mit deren Hilfe sich auch darauf schließen lässt, wo die Epilepsie sitzt, je nachdem ob beispielsweise Verbalgedächtnis oder Figuralgedächtnis usw. betroffen sind. Dazu gibt es Tests, bei denen eine Liste von 15 Wörtern vorgelesen wird. Der Patient soll sofort danach die Wörter nennen, die ihm noch einfallen. Dies wird fünfmal wiederholt, wobei der Patient sich jedes Mal mehr Wörter als vorher merken können sollte, da es immer dieselbe Liste ist. Doch durch die Epilepsie oder durch die Medikation kann diese Fähigkeit auch eingeschränkt sein. Danach wird eine zweite Wortliste verlesen, die der Patient wiederholen soll - einmal. Direkt im Anschluss soll er ohne ein erneutes Verlesen die erste Liste noch einmal nennen. Es werden dann verschiedene weitere Tests durchgeführt. Nach einer halben bis dreiviertel Stunde wird der Patient erneut nach den Worten gefragt. Zuletzt wird eine neue Liste vorgelesen und der Patient soll angeben, welche Worte in der ersten Liste enthalten waren. Dies alles dient zur Testung des Verbalgedächtnisses. Ein ähnliches Verfahren gibt es für das Figuralgedächtnis: Der Patient sieht eine Reihe von Bildern, die jeweils aus fünf Strichen bestehen, und soll danach mit fünf Stäbchen so viele davon nachlegen, wie ihm noch einfallen. Dies wird fünfmal wiederholt, wobei der Patient jedes Mal mehr Bilder behalten haben sollte. Zuletzt bekommt er eine größere Menge Bilder gezeigt und soll sagen, welche Bilder beim ersten Mal dabei waren und welche nicht. Dann werden auch semantische und phonematische Wortflüssigkeit getestet: Der Patient soll in einer Minute alle Wörter aufschreiben, die mit einem bestimmten Buchstaben anfangen. Dies wird mit drei verschiedenen Buchstaben wiederholt. Andererseits soll er im Anschluss in einer Minute alle Begriffe nennen, die ihm zu einem bestimmten Thema (wie Tiere oder Obst) einfallen.. Die Anzahlen der Wörter, die der Patient erreicht hat, werden mit Normen verglichen und dann als durchschnittlich/unauffällig oder unterdurchschnittlich/auffällig bezeichnet. Mit weiteren Tests, wie möglichst schnell einen Weg aus einem Strichlabyrinth zu finden oder die Zahlen von 1 bis 25 schnell zu verbinden, können die Neuropsychologen dann Vermutungen anstellen, wo die Epilepsie den Patienten negativ beeinflusst und was zur ihrer Ortung beiträgt. Die Ergebnisse werden am Computer ausgewertet.


Quelle: Wikipedia
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