Beeinflusst Dopamin die Entstehung von Epilepsien?
Dopamin ist ein Botenstoff im Gehirn, ein so genannter Neurotransmitter. Er beeinflusst u. a. bestimmte motorische Funktionen des Menschen. Bekannt ist Dopamin für die meisten vor allem im Zusammenhang mit der Parkinsonerkrankung. Wissenschaftler der Klinik und Poliklinik für Neurologie der Universitätsmedizin Mainz haben nun jedoch zusammen mit Experten des Instituts für Physiologie und Pathophysiologie und der Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin herausgefunden, dass auch bei Menschen mit fokalen und generalisierten Epilepsien Veränderungen des Dopaminstoffwechsels zu finden sind. So weisen offenbar Patienten mit einer bestimmten Epilepsieform z. B. eine deutliche Verringerung von Dopamin-Bindungsstellen auf der Oberfläche von Nervenzellen in der erkrankten Hirnregion auf. Diese Bindungsstellen werden auch D2-Rezeptoren genannt. In tierexperimentellen Untersuchungen fanden die Forscher außerdem Hinweise dafür, dass Dopamin möglicherweise eine Schutzwirkung für Nervenzellen hat, die über diese D2-Rezeptoren vermittelt wird. Doch vieles ist in diesem Zusammenhang noch unklar. "Daher wollen wir die Bedeutung der Veränderungen des Dopamin-Stoffwechsels bei Patienten mit Epilepsie näher untersuchen", so der Mainzer Epilepsieexperte Prof. Konrad Werhahn. Für das Forschungsprojekt zum Thema "Epilepsie und Dopamin" stellt die Mannheimer H.W. & J. Hector Stiftung 250.000 Euro zur Verfügung.
Mitteilung der Universität Mainz, Januar 2009